Fundamentale Nachricht

DAX: Spannender Handelstag - US-BIP und Fed-Entscheid im Fokus

Konjunkturdaten, Unternehmensbilanzen, die Sanktionen gegen Russland, Krisenherde, wo man hinschaut - die Märkte haben heute jede Menge zu verarbeiten. Dennoch tritt der Dax auf der Stelle.

Erwähnte Instrumente

DAX

Zur Wochenmitte zeigt sich der deutsche Leitindex, angesichts schwächerer US-Leitindizes und dem Beschluss der EU-Minister schärfere Sanktionen gegen Russland zu verhängen, recht widerstandsfähig. Gegen Mittag notiert der Dax bei 9.640 Punkten (-0,14 %). Der Nachmittag bringt einige Konjunkturdaten mit sich - angefangen mit den vorläufigen deutschen Verbraucherpreisen und dem vorläufigen US-BIP-Wachstum im zweiten Quartal. In den USA gibt zudem der ADP-Beschäftigungsreport einen Hinweis auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht, der am kommenden Freitag zur Veröffentlichung ansteht. Am Abend wartet das Ergebnis der zweitägigen Beratungen des FOMC-Ausschusses der US-Notenbank auf seine Veröffentlichung.

Thema des Tages

Die EU und die USA haben ihre Sanktionen gegen Russland spürbar ausgeweitet. Erstmals sind nun ganze Wirtschaftsbereiche betroffen. So wurde der Zugang zu den Finanzmärkten für russische Banken erschwert und ein Exportverbot von Hochtechnologiegütern für das russische Militär und von Spezialtechnologie zur Erdölförderung verhängt.

Das Strafpaket soll zunächst für ein Jahr gelten und nach drei Monaten erstmals überprüft werden. Bis Donnerstag müssen die Sanktionen förmlich von den Regierungen der EU unterzeichnet werden.

Der Rubel fiel am Mittwochmorgen zunächst um 1 % zum US-Dollar zurück. Bis zum Mittag erholte er sich aber spürbar. Am russischen Aktienmarkt war von Krisenstimmung nichts zu spüren, der Aktienindex Micex gewann bis zum Mittag mehr als 2 %. Auch Staatsanleihen des Landes konnten zulegen.

Aktien im Blick

Verkehrte Welt: Infineon-Titel fallen nach Zahlen um 4,72 % zurück. Dabei sieht sich Infineon auf dem Weg zu einem guten Jahresendspurt. Die DZ Bank hält Gewinnmitnahmen für wahrscheinlich. Die Anteile am Pharma- und Chemiekonzern Bayer legen nach Zahlen hingegen um 2,69 % zu, obwohl der Konzern die Markterwartungen bzgl. Umsatz und Gewinn verfehlt hat.


Die Airbus-Zahlen werden vom Markt positiv aufgenommen. Die Aktie schnellt um 4,26 % in die Höhe.

Osram kündigte ein Sparprogramm und Stellenstreichungen an. Die Eckdaten zum dritten Geschäftsquartal sind besser als erwartet ausgefallen. Zweifel hegen Anleger an der zukunftsgerichteten Aufstellung. Die Aktie verbilligt sich um 6,85 % auf das Niveau von Dezember 2013.

SMA Solar wird dieses Jahr wohl kein positive operatives Ergebnis erreichen - die Aktie bricht um 12,85 % ein.

Konjunktur

Der von der EU-Kommission ermittelte Economic Sentiment Indicator (ESI) zum Wirtschaftsvertrauen in der Eurozone steigt im Juli um 0,1 Punkte auf 102,2 Zähler. Das Industrievertrauen verbesserte sich um 0,5 Punkte, während das Dienstleistervertrauen um 0,8 Zähler zurückging. Das Verbrauchervertrauen verschlechterte sich um 0,9 Zähler.

Der ebenfalls von der EU-Kommission erhobene Business Climate Indicator (BCI) sank im Juli unterdessen auf 0,17 Punkte. Erwartet wurden 0,20 nach revidiert 0,21 (0,22) Zählern im Vormonat.

Die deutsche Wirtschaft dürfte im 2. Quartal nur um 0,1 % gewachsen sein. Das geht aus dem aktuellen Konjunkturbarometer des DIW Berlin hervor. Für das laufende 3. Vierteljahr erwarten die Konjunkturforscher ein Plus von 0,4 %.

Währungen

EUR/USD brach zuletzt unter eine langfristige Aufwärtstrendlinie von 2012. Im Anschluss ging der Kurs zuletzt bis auf rund 1,34 US-Dollar zurück, nachdem es Anfang letzter Woche noch zu Kursen über 1,35 US-Dollar kam. Die heute erwarteten Inflationszahlen aus Deutschland sowie der Fed-Entscheid dürften wichtige Impulse liefern.

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Über den Experten

Bernd Lammert
Bernd Lammert
Finanzredakteur

Bernd Lammert arbeitet als Redakteur seit 2010 bei der BörseGo AG. Er ist studierter Wirtschafts- und Medienjurist sowie ausgebildeter Journalist. Das Volontariat absolvierte er noch beim Radio, beruflich fand er dann aber schnell den Weg in andere Medien und arbeitete u. a. beim Börsen-TV in Kulmbach und Frankfurt sowie als Printredakteur bei der Financial Times Deutschland in Berlin. In seinen täglichen Online-Berichten bietet er Nachrichten und Informationen rund um die Finanzmärkte. Darüber hinaus analysiert er wirtschaftsrelevante Entscheidungen der obersten deutschen Gerichte für eine Finanzagentur. Grundsätzlich ist Bernd Lammert der Ansicht, dass aktuelle Kenntnisse über die Märkte sowie deren immanente Risiken einem keine Erfolge schlechthin garantieren, aber die Erfolgschancen deutlich erhöhen können.

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