Darüber spricht der Markt: Speicherchip-Zweifel überschatten Öl und Bau
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
Erwähnte Instrumente
- VerkaufenKaufen
Schnell. Sicher. Direkt.Trading über stock3 war noch nie so einfach.
Mehr erfahren Nein, danke - VerkaufenKaufen
Ist die Speicherchip-Rally bei Nvidia und Micron noch tragfähig?
Der erste Blick auf die Kurstafel scheint eindeutig: Lumentum, Ciena, CoreWeave, Marvell und SanDisk verlieren zweistellig, Micron gibt rund 9,4 % ab. Die Optimisten halten dagegen: An der fundamentalen Geschichte habe sich nichts geändert. Nvidia notiert nach einem mehrwöchigen Lauf weiterhin nahe seinem Rekordhoch, ohne dass der Chart Warnsignale zeigt; als Beleg dienen die anhaltende Speicherknappheit und das mit Abstand stärkste Umsatz- und Gewinnwachstum unter den großen Techwerten. Als Beleg für die langfristige Nachfrage kursiert die Rechnung, dass allein die bestehenden und geplanten Verpflichtungen von OpenAI bis 2030 ein Nvidia-Rechenleistungsvolumen von rund 600 Mrd. USD darstellen könnten. Die Chance bleibt also: Wer der Knappheitsstory folgt, sieht in Nvidia weiterhin den Gewinner eines strukturellen Zyklus – nächste Marke wäre der Widerstand bei 240 USD (Allzeithoch).
Die Skeptiker kontern mit einem Argument, das schon länger im Raum steht: Ein Großteil des Umsatzes hänge an zirkulären Geschäften mit wenigen Großkunden, und Kritiker wie Leopold Aschenbrenner haben ihre Nvidia-Position bereits reduziert. Die Wachstumsraten könnten ihren Höhepunkt schon überschritten haben, während AMD, Intel und die eigenen Chipprojekte von Alphabet & Co. den Wettbewerbsdruck erhöhen. Bei Micron kommt hinzu, dass die Aktie trotz weiterhin hoher Nachfrage nach Speicherchips im KI-Markt und trotz ihrer Popularität unter koreanischen Privatanlegern heute unter die Räder gerät – ein Beispiel dafür, wie wenig nachhaltig die Rotation aus den Vortagesgewinnern in andere Sektoren offenbar ist. Auch SanDisk, nach heftigen Kursverlusten von 30 bis 40 % zuletzt als Einstiegschance gehandelt, gibt die Gewinne wieder ab; die Unterstützung bei 1000 USD markiert die Linie, an der sich zeigen dürfte, ob die Käufer wirklich zurückkehren. Als kurzfristiges Tradinginstrument bleibt die Aktie interessant, eine Wiederholung der Kursvervielfachung der vergangenen Monate wird aber nicht erwartet. Entschieden werden dürfte der Streit erst an den Nvidia-Zahlen der kommenden Woche, die als Test für die Nachhaltigkeit des gesamten KI-Investitionszyklus gelten.
Treibt der US-Iran-Konflikt Ölpreis und Inflationssorgen dauerhaft an?
Am Ölmarkt hat sich die Debatte heute deutlich verschärft. Nach dem Ende der Abkühlungsphase zwischen Washington und Teheran steigt der Preis wieder über 84 USD je Barrel – zugleich jene Marke, die als Unterstützung gilt, sollte sich die Lage wieder entspannen. Anhänger der geopolitischen Risikothese sehen in der Straße von Hormuz weiterhin die größte Schwachstelle der globalen Ölversorgung: Jeder militärische Zwischenfall dort könnte die Preise weiter nach oben treiben, und genau dieses Risiko treibt heute die Notierungen an.
Die Gegenseite liest die Bewegung vor allem als Inflationsthema, nicht als Beginn eines neuen Ölpreiszyklus. Der Preissprung gilt als wichtigster Inflationstreiber für den Konsumenten, während die US-Wirtschaft insgesamt als resilient beschrieben wird – gestützt durch die Investitionen der Hyperscaler und das Vermögen der Babyboomer, was manche Beobachter weiterhin von den „Roaring 2020s" sprechen lässt. Zugleich hat der Markt die Nachrichtenlage der vergangenen zwei Wochen bislang gut verarbeitet, auch wenn steigende Anleiherenditen insbesondere Tech- und KI-Werte belasten. Auffällig ist dabei die Verschiebung innerhalb des Marktes: Statt der befürchteten Konzentration auf wenige Schwergewichte gewinnt die Marktbreite an Bedeutung, während die Magnificent Seven zuletzt hinter dem Gesamtmarkt zurückblieben. Ob aus dem Ölpreisschub also ein dauerhafter Inflationstreiber wird, entscheidet sich vor allem daran, ob die Straße von Hormuz tatsächlich zur Gefahrenzone wird oder ob sich die aktuelle Eskalation als vorübergehend erweist.
Signalisiert die Schwäche bei Toll Brothers und Home Depot eine Immobilienkrise?
Home Depot liefert heute die Gegenthese zum Krisenszenario: Gewinn und Umsatz übertreffen die Erwartungen deutlich, die vergleichbaren Umsätze steigen um 1,7 % – der höchste Wert seit dem dritten Quartal 2022 – und das Unternehmen bestätigt seinen Ausblick trotz eingefrorenen Häusermarktes. Marktanteilsgewinne bei Profi- und Privatkunden sowie ein neuer landesweiter Express-Lieferdienst stützen die optimistische Lesart. Ein Experte erwartet für die kommenden Wochen dennoch nur eine Seitwärtsbewegung zwischen der Unterstützung bei 320 USD und dem Widerstand bei 350 USD, ohne größeren Ausbruch – die Guidance wurde schließlich nur bestätigt, nicht angehoben, was manche als konservativ und andere als Vorsicht vor einer echten Erholung deuten.
Bei Toll Brothers bleibt der Tenor abwartender. Das Unternehmen punktet mit dem margenstarken Premiumsegment und einer bisherigen Outperformance von 10,9 % auf Jahressicht gegenüber dem gesamten Homebuilder-Sektor. Charttechnisch sieht es dagegen angespannt aus: Der Kurs ist unter alle drei wichtigen gleitenden Durchschnitte gerutscht, der RSI notiert unter der 50-Linie, und die Aktie testet die untere Begrenzung eines symmetrischen Dreiecks – mit dem Widerstand bei 144,5-145 USD (jüngste Tiefs) und dem Widerstand bei 154 USD (altes Hoch) als nächsten Marken. Die Zahlen nachbörslich gelten als möglicher Katalysator für einen Ausbruch in die eine oder andere Richtung.
Die Skeptiker verweisen unterdessen auf die breiteren Baudaten: Die Baubeginne fielen im Juli um 12,4 %, bei Einfamilienhäusern sogar um 16 % gegenüber dem Vorjahr – und die Hypothekenzinsen nähern sich wieder der 7-Prozent-Marke. Einzig im hochpreisigen Segment zeigen sich erste positive Anzeichen, und auch die Baugenehmigungen übertrafen die Erwartungen – ein Silberstreif, der die düsteren Pending-Home-Sales-Zahlen aber kaum aufwiegt. Ob Home Depot und Toll Brothers Ausnahmen bleiben oder der Vorbote einer breiteren Stabilisierung sind, dürfte sich erst zeigen, wenn die Hypothekenzinsen tatsächlich unter die 7-Prozent-Schwelle fallen.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
Passende Produkte
| WKN | Long/Short | KO | Hebel | Laufzeit | Bid | Ask |
|---|
