Darüber spricht der Markt: Ölwerte auf Rekordhoch – Bewertungssorgen bremsen Ma…
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Makro: Inflation auf dem Rückzug, Anleihen als Hedge fraglich
Das dominierende Makro-Thema ist der Inflationspfad. El-Erian sieht den größten Teil der ölgetriebenen Inflation als überwunden und erwartet ab Herbst einen spürbaren Rückgang, verbunden mit geldpolitischer Entspannung ohne weitere Zinserhöhungen. Als Restrisiko bleiben die Kraftstoffpreise im Blick: Benzin über 4 USD und Diesel über 5 USD je Gallone gelten als Warnindikatoren, die El-Erian nach eigenem Bekunden täglich verfolgt.
Strukturell drückender wirkt eine andere Debatte: Solange der CPI hartnäckig über 3 % notiert, korrelieren Aktien und Anleihen positiv, klassische 60/40-Portfolios verlören damit ihre Schutzfunktion. Anleihen befänden sich in einem regelrechten Diversifikations-Bärenmarkt, lautet der Tenor. Rohstoffe werden als Ersatz-Hedge rehabilitiert, zumal steigende Emissionsvolumina in Treasury-, Corporate- und Muni-Märkten langfristige Renditen strukturell nach oben drücken dürften.
Sektoren: Energie an der Spitze, KI-Infrastruktur im Fokus
Energie führt die Sektor-Debatte an. Ölraffinerien wie Valero, Phillips 66 und Marathon markieren Allzeithochs, getragen vom Houthi-Embargo gegen Saudi-Arabien, das einen zentralen Öl-Alternativweg bedroht. Optimisten sehen weiteres Potenzial, ein Analyst nennt dreistellige Preise als Szenario. Skeptiker verweisen auf die Volatilität: Berichte über mögliche Iran-US-Gespräche genügten, um den Kurs zu drücken, und höhere Ölpreise könnten den Zinssenkungszeitplan verschieben.
Die schärfste Wachstumsdebatte dreht sich um KI-Infrastruktur. Bullisch stimmt, dass der Hyperscaler-Capex-Zyklus direkt Energie- und Industrials-Werte speist und Frontier-Modelle der US-Labs bei Inferenz-Effizienz chinesischen Open-Weight-Modellen noch überlegen seien. Dagegen steht der Einwand, günstige chinesische Modelle wie Moonshot K3 könnten den Bedarf an massiven Infrastrukturausgaben mittelfristig reduzieren, zumal der Return on Investment vieler KI-Ausgaben schwer messbar bleibt. Ein Überangebot wird in drei bis vier Jahren erwartet.
Bei Finanzwerten zeigt sich die Branche zweigeteilt: US-Großbanken sind über ihre Deal-Pipeline stark KI-exponiert und könnten bei einem Stimmungsumschwung leiden, europäische Bankwerte werden deshalb als defensivere Rotationsalternative diskutiert.
Aktien: AMD-Helios gegen Nvidia, Alphabet als Tagesgewinner
Alphabet treibt den Dow als stärkster Gewinner des Tages an. Auslöser sind Berichte über einen spezialisierten KI-Chip, der Gemini bis zu zehnmal effizienter machen soll. Optimisten sehen Google technisch weiterhin konkurrenzfähig im LLM-Bereich, zumal Quartalsergebnisse diese Woche für weiteren Impuls sorgen könnten. Die Gegenthese ist strukturell: Die nächste Gemini-Pro-Version ist verzögert, senior Forscher haben DeepMind verlassen, und chinesische Modelle wie Moonshot und Alibaba gewinnen Marktanteile bei US-Unternehmen.
AMD zieht mit dem Launch des Rack-KI-Systems Helios die Aufmerksamkeit auf sich. Microsoft, Meta, OpenAI und Oracle haben sich als Abnehmer verpflichtet, Meta plant allein bis zu sechs Gigawatt AMD-GPUs. Das Datencenter-Segment wuchs zuletzt 57 % im Jahresvergleich und macht inzwischen den Großteil der Umsätze aus. Skeptiker halten dagegen: Nvidia kontrolliert über 95 % des Rechenzentrums-GPU-Marktes, Engpässe bei TSMC-Waferkapazität und HBM-Speicher könnten Auslieferungen verzögern, und Helios muss als Erstgenerationsprodukt gegen Nvidias erprobte CUDA-Dominanz antreten.
Nvidia selbst liegt rund 14 % unter dem letzten Hoch, der Tenor ist gespalten. Einerseits fällt das KGV trotz steigendem Kurs, weil Gewinne schneller wachsen; andererseits haben selbst starke Quartalsergebnisse in der Vergangenheit keine positiven Kursreaktionen ausgelöst. Die Ergebnisse Ende des Sommers gelten als entscheidender Test für die gesamte KI-Rally.
Boeing erhält auf der Farnborough Airshow neue Impulse: Riyadh Air übt 28 Optionen auf die 787 aus, SMBC Aviation ordert 100 Boeing 737. Dennoch gibt die Aktie nach, denn ohne spürbare Auslieferungssteigerungen bleibt der Weg zum Allzeithoch von 446 USD weit. Der Widerstand bei 446 USD (Hoch März 2019) markiert die strukturelle Hürde, die Lager streiten darüber, ob das Auftragsmomentum schnell genug in Cashflow übersetzt wird.
SpaceX notiert auf einem neuen Tief seit dem Börsengang im Vormonat, mehr als 10 USD unter dem IPO-Preis, die Marken bei 122,70 USD sowie 124 USD gelten als Widerstand. Der schwache Kursverlauf gilt als Signal für bevorstehende Unicorn-IPOs: Investoren würden gegenüber hochbewerteten KI-Börsengängen wie OpenAI und Anthropic zunehmend skeptisch.
Domino's Pizza liefert ein gemischtes Quartal: Same-Store-Sales von plus 0,1 % übertrafen die erwarteten Rückgänge, der Umsatz lag bei 1,19 Mrd. USD, doch das EPS von 4,07 USD verfehlte die Konsensschätzung von 4,20 USD. Optimisten heben das Wachstum durch das Treueprogramm hervor, Skeptiker erinnern daran, dass die Aktie seit Jahresbeginn über 20 % verloren hatte.
Lockheed Martin kündigt ein Investitionsprogramm von 9 Mrd. USD über drei Jahre an, mit Kapazitätsverdreifachung bis -vervierfachung in ausgewählten Bereichen, getragen von starker Nachfrage des US-Verteidigungsministeriums und einer wachsenden europäischen Lieferkette.
Indizes: S&P 500 teuer, aber stabil – Dow überholt Nasdaq
Der S&P 500 legt zu, doch die Bewertungsdebatte überschattet das Tagesgeschehen. 88 % der bisher berichtenden Unternehmen haben die Erwartungen übertroffen, das EPS-Wachstum liegt bei 20 % oder mehr. Dennoch warnen Skeptiker: Das KGV von 32 ist historisch hoch, das Shiller-KGV bei 42 liegt nur während der Dotcom-Blase höher, der Buffett-Indikator bei rund 210 % markiert ein Allzeithoch. Unterstützung bietet der 50-Tage-Moving-Average bei rund 5.470 Punkten. Der Dow Jones überholt den Nasdaq 100, die Rotation aus KI-schweren Tech-Werten in defensivere Titel hält an. Der Nasdaq gilt als anfällig, solange die Quartalsergebnisse die hohen Erwartungen nicht klar übertreffen.
Rohstoffe: Öl zwischen Geopolitik und Verhandlungssignalen
WTI erreichte den höchsten Stand seit Mitte Juni bei 85 USD je Barrel, dieser Widerstand ist die entscheidende Marke. Darunter liegt eine Zone bei 82 USD je Barrel, Unterstützung findet sich bei 80 USD je Barrel. Kursziele reichen von 82 USD je Barrel bis zu dreistelligen Preisen über 100 USD. Dem bullischen Szenario, getragen von Houthi-Embargo und Iran-Spannungen mit bedrohten Versorgungswegen, stehen Berichte über mögliche Waffenstillstandsverhandlungen gegenüber, die den Kurs bereits unter Druck gesetzt haben.
Krypto: Bitcoin als Compounding-Asset, Miner hinken hinterher
Bitcoin wird in der Debatte weniger als Handelsobjekt diskutiert denn als langfristiges Compounding-Asset mit einem angesetzten CAGR von 20 bis 50 %. Die Strategie lautet: nie verkaufen, stattdessen beleihen, solange die Schuldzinsen von 7 bis 10 % unter der Asset-Rendite bleiben. Risiko ist das Liquidationsrisiko bei fremdfinanzierten Positionen. Öffentlich gehandelte Miner haben die Bitcoin-Erholung zuletzt deutlich underperformt.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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