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22:02 Uhr, 27.07.2026

Darüber spricht der Markt: Fed-Bangen, Chip-Nerven, Gesundheits-Comeback

Vor der Fed-Sitzung diskutiert der Markt Zölle, einen Ausverkauf bei Speicherchips und den Aufwärtstrend im Gesundheitssektor mit 14,5 Prozent Plus.

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Makro: Fed hält still, Zölle schwelen weiter

Viele halten die Fed-Sitzung am Mittwoch für ein Non-Event mit Restrisiko: Die Arbeitslosenquote von 4,2 % erlaubt der Notenbank, sich auf die Inflation zu konzentrieren, doch die Rhetorik bleibt tendenziell hawkish. Erwartet werden unveränderte Zinsen, auch wenn einzelne Mitglieder abweichen könnten. Am Anleihenmarkt nutzen manche die Unsicherheit gezielt: Die Optionsprämien auf Anleihen-ETFs sind aktuell besonders hoch und liefern über Covered-Call-Strategien zusätzliches Einkommen – eine Zinssenkung preist der Markt eher für das kommende als für dieses Fed-Meeting ein. Parallel bleibt die Handelspolitik ein Dauerthema: Neue Zollmaßnahmen verschärfen aus Sicht der Kritiker die Beziehungen zu Handelspartnern, treiben Importpreise und Inflation und drücken mittelfristig auf Margen, Bewertungen und Volatilität.

Sektoren: Gesundheit bricht aus, Chips brechen ein

Der Gesundheitssektor ist mit einem Plus von 14,5 % über drei Monate der stärkste Sektor und nähert sich dem Bruch eines mehrjährigen Abwärtstrends. Optimisten sehen Kapital in einen Bereich zurückfließen, der historisch unterrepräsentiert, aber ertragsstark ist – gestützt auch durch wertbasierte Versorgungsmodelle, die den Versicherern Gewinne sichern. Skeptiker halten dagegen: Der Sektor hat insgesamt noch keine breite Führungsrolle übernommen, institutionelle Anleger gewichten ihn bislang nicht systematisch über.

Bei defensiven Werten gehen die Lager auseinander: Die einen halten Titel wie Clorox für wenig attraktiv, weil kaum jemand aus KI-Positionen umschichten will und die Kurse entsprechend kaum steigen, andere setzen gerade jetzt defensiv auf Procter & Gamble.

Deutlich nervöser war der Handel bei Speicherchips: SanDisk verlor heute 12,7 %, Microchip Technology 8,3 %, Advanced Micro Devices 7,1 % und Lam Research 6,5 %. Befürworter der Tech-Story verweisen dagegen auf das kombinierte Capex-Wachstum der großen Techkonzerne, das die Nachfrage über alle Mag-7-Werte hinweg robust halte. Kritiker sehen darin eher ein Risiko: Geopolitische Unsicherheit und eine liquiditätsgetriebene statt fundamental getriebene Rally bremsten zuletzt, obwohl rund 27 % der S&P-500-Unternehmen bereits berichtet haben und 86 % davon die Erwartungen übertrafen – deutlich über dem Zehnjahresschnitt. Dass die Kurse trotz solider Zahlen von Banken und Fluggesellschaften teils nicht positiv reagierten, zeigt aus dieser Sicht: Der Markt prüft Guidance und Kapitalausgaben derzeit strenger als reine Ergebnisse.

Aktien: Alphabet, Meta, Tesla, Salesforce im Kreuzfeuer

Bei Alphabet hält die Debatte um Wachstum versus Kapitalausgaben an. Optimisten verweisen auf ein robustes Umsatzwachstum von rund 30 % im Kerngeschäft, ein vertikal integriertes KI-Ökosystem, das Werbung und Cloud stützt, eine Kapitalrendite von rund 26 % und eine Bilanz mit 127 Mrd. USD Cash und Anleihen gegenüber nur 77 Mrd. USD langfristigen Schulden – Philip Securities stufte die Aktie deshalb auf Buy hoch. Kritiker verweisen auf hohen Capex und einen negativen Free Cashflow: Die Aktie konnte nach dem Bericht nicht zulegen, weil ein Capex-Anstieg von rund 15 Mrd. USD über den Schätzungen die Stimmung drückte. Das Kursziel wurde von 450 auf 425 USD gesenkt, ein weiteres Ziel bis 2030 liegt bei 560 USD. Entscheidend sei, ob die Unterstützung bei 323 bis 324 USD (200-Tage-Durchschnitt) und darunter bei 318 USD hält, während der Widerstand am 52-Wochen-Hoch von 400 USD liegt.

Bei Meta Platforms bleibt die Lage offen. Die einen werten die Einstellung eines ehemaligen AWS-Managers als Signal echter Cloud-Ambitionen, ergänzt um die Idee, überschüssige Rechenleistung künftig extern zu vermarkten. Für andere wiegen die Zahlen schwerer: Die Capex-Prognosen steigen von 125 bis 145 Mrd. USD in diesem Jahr auf bis zu 247 Mrd. USD im Jahr 2027, wie Wells Fargo schätzt. Die Aktie ist seit dem Quartalsbericht Ende April bereits um 11 % gefallen. Am Mittwoch muss Zuckerberg bei den Zahlen erklären, wie sich die Investitionen auszahlen sollen, während der 200-Tage-Durchschnitt als Unterstützung im Fokus steht.

Bei Tesla überwiegt die Skepsis. Hoher Capex und ein negativer Free Cashflow verschreckten den Markt: Die Aktie konnte nach den Zahlen nicht zulegen und bewegt sich nach Ansicht mancher seit rund vier Jahren kaum von der Stelle. Allenfalls als spekulativer Zock gilt eine mögliche Rebound-Bewegung Richtung 330 bis 340 USD. Solange die Zone von 380 bis 400 USD nicht zurückerobert wird, stehen fallende Kursziele im Raum: 270 USD, 235 USD und im Extremfall 150 USD – eine mögliche Kurshalbierung.

Deutlich optimistischer fällt das Bild bei Salesforce aus: Die Aktie führte den Dow zeitweise mit einem Kursplus von über 6 % an, getragen von einer Rotation aus KI-Werten in Software-as-a-Service-Titel. Gelingt der nachhaltige Ausbruch über die Widerstandszone von 175 bis 176 USD, halten Beobachter einen Run auf rund 200 USD für möglich. Unterstützung liegt bei 170 USD.

Indizes: S&P 500 in der Zwickmühle, Nasdaq hinkt hinterher

Beim S&P 500 prallen zwei Lesarten aufeinander. Für die Bullen zählt die Gewinnsaison: Rund 30 % der Unternehmen haben bereits berichtet, 86 % übertrafen die Erwartungen, das Gewinnwachstum liegt bei 34 % (24 % ohne Alphabet), die Guidance-Ratio von 1,9 % ist die höchste seit 2021. Die Bären verweisen auf geopolitisches Risiko, eine eher liquiditätsgetriebene als fundamental gerechtfertigte Rally und darauf, dass fast 90 % der Berichte trotzdem negativ aufgenommen wurden – der Index notiert bereits zwei Tage in Folge unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Erwartet wird bis zur FOMC-Entscheidung und den restlichen Mag-7-Zahlen ein zäher, richtungsloser Handel; neue Rekorde gelten in diesem Umfeld als unwahrscheinlich. Als Unterstützung gilt eine Zone knapp unter 7.000 Punkten (200-Tage-Durchschnitt), als Widerstand der 50-Tage-Durchschnitt bei 7.472 Punkten und darüber die Marke von 8.000 Punkten.

Rohstoffe: Öl fällt mit der Waffenruhe

Beim Öl (WTI) dominiert die skeptische Lesart. Die Waffenruhe zwischen den USA und Iran sorgte heute für Entspannung: Der Preis liegt nur noch rund 2 USD von seinen Tiefstständen entfernt. Ein weiterer Rutsch unter 90 USD würde der Fed zudem etwas Inflationsdruck aus der Debatte nehmen. Dagegen spricht, dass Iran aktuell Friedensgespräche dementiert und die Nachrichtenlage fragil bleibt. Das geringere geopolitische Risiko drückt die Notierungen aktuell. Ein Wiederanstieg über 100 USD gilt umgekehrt als Szenario, das einen Zinsschritt der Fed erschweren könnte. Der Markt gilt als gut versorgt, solange der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus gewährleistet bleibt. Als Marken stehen die Unterstützung am heutigen Tagestief von 82 USD sowie darunter bei 80 USD im Fokus, nach oben ein Widerstand bei 100 USD je Barrel und darüber bei 120 USD.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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