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21:22 Uhr, 29.10.2026

Darüber spricht der Markt: Bestraft der Markt zu hart – oder zu Recht?

Nach den Quartalszahlen bricht ServiceNow um 27 Prozent ein, Alphabet verliert trotz starker Cloud-Zahlen 12,6 Prozent: Übertreibt der Markt oder straft er zu Recht?

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Sind die Kursstürze bei Alphabet und Softwareaktien überzogen?

Bei Alphabet gehen die Einschätzungen nach den Zahlen besonders weit auseinander. Die Optimisten sehen im Kurseinbruch eine Kaufgelegenheit und verweisen vor allem auf die Cloud. Der Umsatz von Google Cloud wächst im dritten Quartal um 103 % auf 30,7 Mrd. USD, getrieben von der Nachfrage nach KI-Infrastruktur und TPU-Systemen. Auch konzernweit legt das operative Geschäft zu: Das operative Ergebnis steigt um 30 % auf 40,6 Mrd. USD, die operative Marge verbessert sich auf 31,8 %. Die Zahl der Suchanfragen wächst zudem so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Die Skeptiker verweisen dagegen auf die verfehlten Erwartungen. Die Aktie verliert im heutigen Handel 12,6 %. Der Umsatz von 127,6 Mrd. USD liegt knapp unter der Schätzung von 127,96 Mrd. USD. Der Gewinn je Aktie nach GAAP bleibt mit 2,12 USD deutlich unter dem Konsens von 2,97 USD. Ein Verlust von 8,7 Mrd. USD aus Beteiligungswertpapieren belastet das Ergebnis. Schwerer wiegt die strukturelle Sorge, dass KI-Zusammenfassungen die Umsätze im Suchgeschäft kannibalisieren könnten.

Die Kursziele der Analysten liegen weiter über dem aktuellen Niveau. Barclays nennt 405 USD, die BofA 380 USD, Moffett Nathanson und Sandler 345 USD. Charttechnisch liegt der erste Widerstand bei 300 USD, der nächste bei 400 USD. Eine Kurserholung halten viele für möglich, eine schnelle Rückkehr zu Allzeithochs dagegen nicht – auch weil manche Stimmen Kapitalerhöhungen durch Aktienverkäufe nicht ausschließen.

Noch deutlicher fällt die Reaktion bei ServiceNow aus: Die Aktie verliert heute rund 27 %. Die Skeptiker verweisen auf das bereinigte Ergebnis je Aktie, das mit 1,00 USD den Konsens von 1,02 USD knapp verfehlt. Zugleich achten sie auf Anzeichen dafür, dass sich eine breitere Schwäche der Abo-Softwarebranche wiederholt.

Für die Optimisten geht der Kursabschlag dagegen zu weit. Der Umsatz liegt mit 4,106 Mrd. USD leicht über den Erwartungen, das Abo-Geschäft wächst um 21 %. Für 2026 hebt ServiceNow die Prognose für den Abo-Umsatz auf 15,78 bis 15,79 Mrd. USD an. Das Ziel für die Free-Cash-Flow-Marge steigt auf 36 %. Beim Vertragswert im KI-Geschäft erhöht der Konzern das Jahresziel zum zweiten Mal in diesem Jahr auf 1,7 Mrd. USD. Schon tags zuvor hatten die Optimisten auf die Bewertung verwiesen: das 24-Fache der erwarteten Gewinne bei einer Rule of 40 von rund 60. Als nächste Unterstützung gilt die Marke bei 81 USD.

Der Einbruch bei Fortinet begann laut einem Sprecher bereits am Vortag. Die Optimisten halten die Reaktion für überzogen. Der Umsatz wächst um 20 % auf 2,08 Mrd. USD und übertrifft die Schätzungen, das bereinigte Ergebnis je Aktie steigt auf 0,91 USD. Für 2026 hebt Fortinet die Umsatzprognose auf 8,125 bis 8,215 Mrd. USD an. Die Skeptiker richten den Blick auf das Wachstumstempo: Der Produktumsatz wächst zwar um 37 %, eine Stimme verweist aber darauf, dass das Plus zuvor noch bei 52 % gelegen habe.

Ist Metas Kapitalaufnahme von 95 Mrd. USD vertretbar?

Zuletzt stand bei Meta Platforms die Höhe der KI-Ausgaben im Mittelpunkt, nun geht es um deren Finanzierung. Im Raum steht eine Kapitalaufnahme von 95 Mrd. USD durch die Ausgabe von Aktien und Vorzugsaktien. Die Skeptiker sehen darin einen Bruch: Erstmals hätten die Investitionsausgaben den freien Cashflow überstiegen, Meta weise damit einen negativen freien Cashflow aus. Die Kapitalaufnahme sei die direkte Folge. Auch dass die Investitionsausgaben tags zuvor unter den Erwartungen der Wall Street gelegen hatten, beruhigt sie nicht. Denn zugleich hieß es, Lieferverzögerungen bei Zulieferern verschöben Investitionen ins nächste Quartal.

Die Optimisten betonen dagegen, Meta finanziere seine KI-Investitionen über Eigenkapital statt über Schulden. Das Kerngeschäft bleibe mit rund 33 Mrd. USD Cashflow pro Quartal hochprofitabel. Zudem sehen sie erste Ansätze, mit KI Geld zu verdienen. Der KI-Agent Muse zähle bereits mehr als zehn Millionen Nutzer. Wer über ihn einkaufe, gebe im Schnitt 200 USD pro Kauf aus. In der Debatte überwiegt weiter eine abwartende Haltung; die Aktie legt heute rund 2 % zu.

Bedroht der Wettbewerb unter KI-Laboren Nvidias Wachstum?

Bei Nvidia verlagert sich der Streit von den eigenen Zahlen auf die Kundschaft. Die Skeptiker argumentieren, der Geschäftserfolg hänge von der wirtschaftlichen Stärke von Anthropic und OpenAI ab. Keines der beiden Labore verfüge über nachhaltige Wettbewerbsvorteile. Sobald offene Modelle verfügbar seien, auch aus China, drohe eher ein Preiskampf als die Vorherrschaft einzelner Anbieter.

Als Beleg ziehen sie den Börsenprospekt von Anthropic heran. Demnach stammten 80 % des Umsatzes von Modellen, die jünger als sechs Monate sind. Eine Bruttomarge weise das Labor nicht aus, hohe Trainingskosten verschleierten die tatsächliche Profitabilität. Das Wachstum habe sich von 147 % im zweiten auf 45 % im dritten Quartal verlangsamt. Zugleich sei das Verhältnis von Umsatz zu Rechen- und Infrastrukturkosten von 2,08 auf 1,7 gesunken. Dass Broadcom bei einer Schuldenfinanzierung für Chipkäufe einspringen musste, deuten sie als Zeichen schwierigerer Finanzierungsbedingungen. Nach dem Auslaufen des sogenannten Token-Maxings rechnen sie mit weiter nachlassendem Wachstum und wachsendem Preisdruck.

Die Optimisten lesen denselben Prospekt anders. Bei Marge, operativem Ergebnis und Barbestand habe Anthropic die Erwartungen übertroffen. Mit rund 110 Mrd. USD verfüge das Unternehmen über eine der größten Barreserven unter US-Unternehmen. Bei Nvidia selbst verweisen sie auf ein Umsatzplus von 106 % auf 96,2 Mrd. USD im zuletzt gemeldeten Quartal. Ein Sprecher nennt zudem eine operative Marge von 65 % und ein Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Gewinne von 12 bis 13. Die Aktie habe binnen zwölf Monaten nur rund 4 % zugelegt und hinke damit dem S&P 500 hinterher. Sie werten das als Zeichen nachlassenden Interesses, nicht schwächerer Geschäfte, und halten die Aktie deshalb für unterbewertet. Die Produktivitätsgewinne durch KI stünden ohnehin erst bevor.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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