Darüber spricht der Markt: Wie viel Schwäche verzeiht starkes Wachstum?
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Kann Cloud-Wachstum die Schwächen der Tech-Konzerne ausgleichen?
Gut eine Woche nach den Quartalsberichten hat sich die Frage verschoben. Dass die Cloud wächst, bestreitet niemand; offen ist, ob das Geschäft allein die Aktienkurse stützen kann. Die Optimisten verweisen auf die Zahlen vom Monatsende. Bei Amazon wuchs AWS um 39 %, hinzu kam eine Rekord-Betriebsmarge von 13,9 %. Während Alphabet den Cloud-Umsatz auf 30,7 Mrd. USD verdoppelte, lag Microsoft beim Umsatz über dem Konsens; Azure legte um 48 % zu. Eine Stimme betont, dass sich das Wachstum bei Microsoft weiter beschleunige, auch dank der Nachfrage von Unternehmenskunden.
Für Amazon und Alphabet kommt ein defensives Argument hinzu: Die Finanzkraft beider Konzerne biete Schutz, falls die KI-Nachfrage nachlässt. Amazon werde zudem durch die bestehenden AWS-Rechenzentren gegen mögliche Kürzungen bei Neuinvestitionen abgeschirmt. Eine Stimme verweist außerdem darauf, dass die Amazon-Aktie vom jüngsten Ausverkauf weniger getroffen worden sei als die Halbleiterwerte und weiterhin im Jahresplus liege. Microsoft wiederum geht wegen Bauverzögerungen und steigender Kosten auf Distanz zu Cloud-Infrastrukturpartnern und zieht sich einem Bericht zufolge aus mehreren Nscale-Projekten zurück.
Die Skeptiker bezweifeln, dass gutes Cloud-Wachstum die übrigen Schwächen aufwiegt. Sie verweisen darauf, dass alle drei Titel rund die Hälfte der Gewinne seit den Zwischenwahlen wieder abgegeben hätten. Bei Amazon habe zudem die Dynamik gegenüber dem Vorquartal nachgelassen; zuletzt sei im Chart womöglich ein bärisches Engulfing-Muster entstanden. Charttechnisch richtet sich der Blick auf die Unterstützung bei 254 USD, wo die 21- und die 63-Tage-Linie zusammenlaufen. Hinzu kommen die Marke bei 265 USD und der Widerstand bei 273 USD.
Bei Alphabet betrifft die Kritik das Kerngeschäft. Das Wachstum der Suchwerbung habe sich auf 12 % abgeschwächt, nach 17 % im Vorquartal, rechnet ein Kritiker vor. Offen sei zudem, ob KI-Agenten wie ChatGPT und Claude der Suche Marktanteile entziehen.
Andere sehen in dem Minus von rund 17 % binnen eines Monats dagegen eine Gelegenheit zum Positionsaufbau, solange das Cloud-Wachstum dynamisch bleibt. Die Gemini-App habe zuletzt die Marke von einer Milliarde Nutzern überschritten. Heute legt die Aktie um 1,0 % zu.
Microsoft gibt heute 0,7 % nach. In der Debatte ist die Zuversicht für diesen Titel am größten: Trotz des jüngsten kräftigen Ausverkaufs liege die Aktie im Jahresplus, bis Jahresende und 2027 sei deutlich mehr möglich. Als entscheidend gelten die Unterstützungen bei 504 USD und 485 USD sowie der Widerstand bei 542 USD. Fällt die Aktie unter das Tief im niedrigen 500er-Bereich, gilt die bullische These als widerlegt.
Ist Teslas Kursplus nach der Cybertruck-Ankündigung gerechtfertigt?
Bei Tesla ist die Debatte ungewöhnlich einseitig. Nach einer Ankündigung zum Cybertruck zog die Aktie bereits am Morgen deutlich an. Im heutigen Handel gewinnt sie 5,2 % und erholt sich damit teilweise vom Kursrückgang von mehr als 10 % am Vortag, mit dem Tesla den jüngsten Tech-Ausverkauf angeführt hatte. Die Optimisten werten das als Bestätigung eines Kurswechsels: Tesla rücke von teuren Nischenmodellen wie dem Cybertruck ab und setze auf günstigere Fahrzeuge wie Model 3 und Model Y, die sich in größeren Stückzahlen produzieren ließen. Das Ziel sei, Full-Self-Driving in die Breite zu bringen. Als Beleg dafür, dass die Strategie aufgeht, nennen sie die Abonnements für das System, deren Zahl im letzten Quartal auf 1,74 Mio. gestiegen sei. Im Quartalsbericht vom 21. Oktober hatte der Non-GAAP-Gewinn je Aktie mit 0,48 USD den Konsens übertroffen. Zusätzlich kursieren heute Spekulationen über eine mögliche Fusion mit SpaceX.
Die Skeptiker halten diese Zuversicht für wenig begründet. Eine Stimme verweist darauf, dass die Auslieferungen von Model S und Cybertruck im Jahresvergleich um 47 % eingebrochen seien. Auch Model 3 und Model Y, auf denen die neue Strategie beruht, verkaufen sich demnach leicht schwächer als vor einem Jahr. Dass Tesla teurere Modelle wie den Cybertruck zugunsten größerer Stückzahlen zurückfährt, werten sie deshalb nicht als Stärke, sondern als Risiko. Tags zuvor hatte zudem die Sorge vor neuen Kongressuntersuchungen und strengerer Regulierung für die Unternehmen von Elon Musk auf der Stimmung gelastet.
Die Befürworter der Strategie halten dagegen, kurzfristig orientierte Anleger achteten zu sehr auf wöchentliche und monatliche Auslieferungszahlen. Entscheidend sei die Verbreitung von Full-Self-Driving.
Gefährdet die US-Schuldenobergrenze die robuste Konjunktur?
Nach den Zwischenwahlen rückt die Schuldenobergrenze in den Mittelpunkt. Kritiker sehen die USA durch das Wahlergebnis auf einen ungünstigen haushaltspolitischen Kurs festgelegt. Bei gespaltener Regierung sei eine schnelle Einigung zwischen Kongress und Weißem Haus schwer zu erreichen. Zugleich nähere sich das Land der Grenze von 41,1 Bio. USD. Je näher sie rücke, desto größer werde das Risiko eines fiskalischen Schocks mit direkten Folgen für die Finanzierungskosten der Verbraucher. Ein Überschreiten der Obergrenze könnte Kreditkarten-, Auto- und Hypothekenzinsen deutlich steigen lassen.
Entscheiden dürfte sich der Streit am sogenannten X-Datum, das als Stichtag für eine mögliche Zahlungsunfähigkeit der USA gilt.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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