Claude Mythos, Software-Sell-off und Cybersecurity: Welche Modelle der Markt jetzt neu bepreist (+ Favoriten)
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Mit Claude Mythos tauchte ein neues Frontier-Modell auf, dem der Markt deutlich stärkere Fähigkeiten bei Coding, Reasoning und sicherheitsrelevanten Anwendungen zuschreibt. Wobei, neu ist das LLM nicht aufgetaucht. Über den Leak berichtete ich bereits 27. März (im AktienPuls360). Aber jetzt ist einfach der Fokus wieder etwas weg vom geopolitischen Thema und die Storys, die bereits zuvor gespielt wurden, setzen sich wieder brutal fort.
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Mit dem Update wird das Angebot in drei spezialisierte Depots aufgeteilt. Neu hinzu kommt ein zweites Depot von mir, damit kurzfristige Einzelaktien-Trades künftig getrennt von meinen langfristigen Investments umgesetzt werden können. In der derzeitigen Marktlage läuft das kurzfristige Trading hervorragend. Seit Juni 2025 sind es 187 % - das kann ich nun endlich auch abbilden. Im Gegenzug wird das bisherige Gemeinschaftsdepot „360 Top Picks“ eingestellt.
Künftig gibt es damit mein kurzfristiges Depot für taktische Aktien-Trades, mein langfristiges Depot mit fundamentalem Fokus und monatlicher Einzahlung von 1.000 Euro sowie Roccos Depot mit klarem Fokus auf chartbasierte Trades.
Zusätzlich führt das Update eine neue Empfehlungsliste ein. Setups, die noch nicht im Depot liegen, werden nun zentral an einem Ort gesammelt. Auch die Analysen werden neu gegliedert. Unter „Beiträge“ gibt es ab sofort getrennte Reiter für Chartanalysen und Fundamentalanalysen. Die ersten Trades im neuen Depot wurden bereits getätigt.
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Die letzten Trades?
Heute Nacht gab es dann die nächste dramatisch klingende Meldung: US-Finanzminister Scott Bessent und Fed-Chef Jerome Powell sollen führende Wall-Street-Bankchefs zu einem kurzfristigen Treffen einberufen haben, um mögliche Cyberrisiken im Zusammenhang mit dem neuen Claude Mythos Modell zu besprechen. Im Mittelpunkt standen offenbar nicht nur allgemeine AI-Risiken, sondern konkret die Frage, ob Banken ausreichend auf künftige offensive und defensive Cyberfähigkeiten vorbereitet sind, die mit Mythos in Verbindung gebracht werden. Mythos soll Schwachstellen in großen Betriebssystemen und Webbrowsern besonders leistungsfähig identifizieren und potenziell auch ausnutzen könne. Regulatorisch wird das demnach als mögliches Einfallstor für eine neue Klasse von Cyberangriffen auf den Finanzsektor gesehen.
Gleichzeitig verschärft ein solches angeblich "krasses" Modell (Angeblich, weil LLM nicht öffentlich zugänglich + Anthropic gar nicht die Compute-Ressourcen für eine Veröffentlichung hat) das Bedrohungsumfeld. Der Markt überschätzt aktuell die Gefahr einer pauschalen Software-Substitution und unterschätzt gleichzeitig, dass dieselben Modelle die Nachfrage nach moderner Security, Infrastruktur und Plattformintegration erhöhen können. Je leistungsfähiger solche Systeme werden, desto wichtiger werden Schutz, Kontrolle, Governance, Datenzugriff, Workflow-Orchestrierung und die darunterliegende Infrastruktur. Genau deshalb muss man sehr sauber zwischen allgemeinem Software-Rerating und der tatsächlichen Verwundbarkeit einzelner Cybersecurity-Modelle unterscheiden.
Long KI-Infrastruktur, Short Software. Und es wird immer heftiger. Nur ein paar Headlines:
👉 ISHARES EXPANDED TECH-SOFTWARE ETF CLOSES AT LOWEST SINCE 2023.
👉 Salesforce wird derzeit zu einem KGV und einem EV/EBIT-Ratio gehandelt, die unter den Werten der globalen Finanzkrise von 2007/08 liegen.
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Wenn sich das Narrativ plötzlich in Richtung "KI gefährdet Software" dreht, geraten starke und schwächere Namen gleichzeitig unter Druck. Das ist zunächst vor allem ein Bewertungs- und Sentimentthema und noch kein Beweis für fundamentale Erosion im gesamten Sektor. Der zweite Punkt ist für Cybersecurity entscheidend.
Claude Mythos wurde nicht breit ausgerollt, sondern nur ausgewählten Partnern zugänglich gemacht. Zu diesen Partnern zählen unter anderem CrowdStrike und Palo Alto Networks. Jefferies wertet das als Signal, dass führende KI-Labs im Cybersecurity-Bereich zunächst eher auf Zusammenarbeit mit etablierten Plattformen setzen als auf unmittelbare Verdrängung.
Claude Mythos verändert die Cybersecurity-Debatte vor allem deshalb, weil nicht nur die Modellfähigkeit zählt, sondern auch der Zugang. Wer frühzeitig mit neuen Sicherheitsfunktionen arbeiten kann, gewinnt potenziell einen Vorsprung bei Integration, Produktentwicklung und Kundenansprache. Partner können neue Analyse- und Erkennungsfunktionen potenziell vor Wettbewerbern in bestehende Plattformen integrieren.
Ein zusätzlicher Punkt wird in der aktuellen Debatte oft unterschätzt
Wenn KI-Agenten produktiv eingesetzt werden, sinkt nicht automatisch die Nachfrage nach Software. Eher spricht vieles für das Gegenteil. Agenten arbeiten nicht isoliert, sondern greifen auf Tools, APIs, Datenbanken, Sicherheitslösungen, Workflow-Software und spezialisierte Anwendungen zu. Je stärker sich Agenten verbreiten und je mehr Sub-Agenten sie orchestrieren, desto mehr einzelne Softwareprozesse entstehen im Hintergrund.
Dadurch verschiebt sich die Nutzung von Software weg von der rein menschenbasierten Seat-Logik hin zu einer deutlich höheren, verbrauchsabhängigen Nutzung. Das kann den Umsatz vieler Softwareanbieter sogar ausweiten, weil mehr Transaktionen, mehr Automatisierung und mehr Tool-Aufrufe stattfinden, ohne dass dafür proportional mehr Mitarbeiter nötig sind.
Hinzu kommt, dass viele etablierte Softwarefirmen bereits über eine große Distributionsbasis (Kundenbasis), tief integrierte Workflows und wertvolle proprietäre Datensätze verfügen. Genau diese Kombination ist in einer agentischen Welt eher ein Vorteil als ein Nachteil.
Gleichzeitig erzeugt KI-generierte Software neue Anforderungen bei Datenschutz, Wartung, Governance und Sicherheit. Gerade unsauber entwickelte, schnell "vibe-gecodete" Tools erhöhen das Risiko von Fehlern und Schwachstellen. Unternehmen müssen diese Systeme deshalb weiterhin absichern, kontrollieren und in bestehende Prozesse einbetten. Eigentlich haben sie dafür gar keinen Kopf, weil alle Firmen gerade der KI-Gefahr ausgesetzt sind. Auch deshalb ist die Vorstellung einer schnellen, breiten Verdrängung klassischer Software zu simpel.
Das Preismodell ist nicht zu unterschätzen, bei allen SaaS-Firmen. Wenn KI-Assistenten die Produktivität deutlich erhöhen, geraten vor allem per-Seat-Modelle unter Druck. Plattformen mit modularen oder verbrauchsabhängigen Erlösstrukturen sind in einem solchen Umfeld strukturell besser positioniert.
🟢 Cloudflare: am weitesten außerhalb der direkten Disruptionslinie
Cloudflare ist in dieser Cybersecurity-Gruppe der Name, der operativ am wenigsten direkt von Mythos bedroht wirkt.
Der Grund liegt in der Wertschöpfung. Cloudflare monetarisiert Netzwerkinfrastruktur, Performance, Security, Developer-Plattform und zunehmend das agentische Web. Der Umsatz stieg im Q4 2025 auf 614,5 Mio. USD, plus 33,6 %. Die Dollar-based Net Retention Rate erreichte 120 %, die RPO stiegen auf 2,497 Mrd. USD, die Zahl der Großkunden über 100.000 USD Jahresumsatz legte auf 4.298 zu und die Zahl der Kunden mit mehr als 1 Mio. USD Jahresumsatz wuchs um 55 %.
Gleichzeitig positioniert sich Cloudflare als Kontrollebene des agentischen Webs. Wenn KI-Agenten künftig deutlich mehr Requests erzeugen, steigt für Cloudflare eher die Netzlast, die Relevanz seiner Plattform und potenziell auch die Monetarisierungsmöglichkeiten. Cloudflare sitzt dort, wo mehr KI-Nutzung zusätzliche Infrastruktur- und Sicherheitsnachfrage erzeugt.
Das heißt nicht, dass Cloudflare risikolos wäre. Die Bruttomarge ist zuletzt gesunken, weil zahlender Traffic schneller wächst als Free-Traffic. Außerdem führen Pool-of-Funds-Verträge zu höherer Volatilität bei der Ergebniserfassung. Diese Risiken liegen aber auf der Ebene von Margenprofil und Abrechnungsstruktur, nicht primär auf der Ebene eines direkten Mythos-Substitutionsrisikos. Zumal sich das Wachstum weiter beschleunigt.
Wenn KI-Agenten künftig selbstständig Websites abrufen, APIs ansteuern, Inhalte verarbeiten, Workflows auslösen und weitere Sub-Agenten koordinieren, laufen genau diese Interaktionen über Netzwerk-, Sicherheits-, Routing-, Performance- und Kontrollschichten, in denen Cloudflare operiert. Wie relevant Cloudflare ist, sieht man alleine, wenn ihre Dienste mal nicht erreichbar sind (extrem selten), denn dann ist gefühlt jede Website down.
Daraus entsteht ein Burggraben, der deutlich robuster ist als bei klassischen SaaS-Anbietern, deren Nutzen leichter in den Modell-Layer gezogen werden kann. Die hohe Bewertung ist natürlich ein Risiko und macht die Aktie anfälliger für Marktschwankungen. Aber eine hohe Bewertung ist bei Cloudflare eben auch Ausdruck von Qualität. Gerade in breiten Software-Sell-offs sieht man, dass niedrige Multiples allein kein Vorteil sind. Viele vermeintlich günstige Titel sind günstig, weil ihnen genau dieser strukturelle Burggraben fehlt. Bei Cloudflare liegt das Risiko deshalb weniger in einer technologischen Entwertung des Geschäftsmodells als in der Frage, wie viel Qualität der Markt bereits eingepreist hat. Operativ gehört das Unternehmen dagegen zu den am wenigsten verwundbaren Namen im Software- und Infrastruktursegment.
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Was Claude Mythos tatsächlich bedroht und was nicht
Der eigentliche Kern der Debatte liegt nicht in der kurzfristigen Kursreaktion, sondern in der Frage, ob KI-Labs wie Anthropic, Google, OpenAI & Co. für Security-Anbieter langfristig Partner bleiben oder selbst zu Wettbewerbern werden. Solange sie vor allem Modell- und Reasoning-Layer zuliefern, profitieren etablierte Plattformen. Sobald sie eigene Sicherheitsprodukte aufbauen oder bestehende Anbieter übernehmen, verschiebt sich die Wertschöpfung tiefer in Richtung Modellanbieter.
Der Markt reagiert auf Mythos nicht deshalb so heftig, weil bereits bewiesen wäre, dass große Teile klassischer Cybersecurity-Software jetzt breit ersetzt werden. Der Markt reagiert so heftig, weil ein neues Modell mit starken Cyberfähigkeiten die Frage aufwirft, welche Arbeit künftig direkt im Modell-Layer stattfindet und welche weiterhin proprietäre Daten, Echtzeitdurchsetzung, Plattformintegration oder Netzwerkkontrolle braucht.
Mehr KI-Einsatz in Unternehmen erhöht die Angriffsfläche, beschleunigt Angriffe und schafft zusätzliche Anforderungen bei Datenschutz, Governance, Zugriffskontrolle und Security-Überwachung. Entscheidend ist zwischen direkter Disruption und indirekter Nachfrage-Expansion zu unterscheiden.
Claude Mythos kann einzelne Software- und Security-Kategorien unter Druck setzen und gleichzeitig die Relevanz von Plattformen, Infrastruktur und Datenkontrolle erhöhen. Die Marktreaktion nach Mythos ist deshalb nachvollziehbar, aber zu grob. Kurzfristig wurde vor allem Unsicherheit eingepreist.
Das bietet mittelfristig Chancen, wenn alles wahllos abverkauft wird - man muss nur durch die Vola blicken können.
Viel Erfolg wünscht Dir Valentin
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Meine Güte; hier wird ja alles vermöbelt. Ich habe vor ner Stunde Crowdstrike gekauft und liege schön hinten...Cloudflare trifft es mit am Schlimmsten🤔