CADENCE, SYNOPSYS & SIEMENS – Drängt sich hier wirklich KI-Disruption auf?
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- Cadence Design Systems Inc.Kursstand: 304,800 $ (Nasdaq) - Zum Zeitpunkt der VeröffentlichungVerkaufenKaufen
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- Cadence Design Systems Inc. - WKN: 873567 - ISIN: US1273871087 - Kurs: 304,800 $ (Nasdaq)
- Siemens AG - WKN: 723610 - ISIN: DE0007236101 - Kurs: 240,950 € (XETRA)
- Synopsys Inc. - WKN: 883703 - ISIN: US8716071076 - Kurs: 442,260 $ (Nasdaq)
Der Markt für EDA wächst weiter hoch einstellig YoY, aber die Börse wartet nicht, bis ein Risiko in Zahlen sichtbar wird. Sie preist Möglichkeiten ein, keine Gewissheiten. Das eröffnet aber auch Chancen.
Man sieht diese Mechanik nicht nur bei SaaS oder nun auch Cadence Design Systems oder Synopsys, sondern auch bei Siemens. Nach einem Rekordhoch rutschte die Aktie seither deutlich bis in Richtung 230 EUR. Dassault Systèmes verlor ebenfalls heftig und markierte den niedrigsten Stand seit über 8 Jahren.
Warum EDA schwerer zu „ersetzen“ ist
EDA-Toolketten hängen an proprietären Foundry-Prozessdaten, Signoff-Anforderungen, IP-Schutz, auditierbaren Workflows und sehr spezifischen Kundenprozessen. Selbst wenn ein KI-Agent einzelne Schritte beschleunigt, bleibt die Frage, wer am Ende haftet, wer signoff-fähige Ergebnisse liefert und wer den Support über Jahre trägt.
Die faktische Limitation ist weniger "KI kann nicht designen", sondern "KI muss innerhalb eines hochregulierten, physikalisch determinierten und kundenspezifischen Tool-/IP‑Ökosystems verlässlich, wiederholbar und vertrauenswürdig liefern".
KI wird die Toolsuite nicht ersetzt, sondern eher manche Teile der Suite zu Standardfunktionen werden lassen, wo die Zahlungsbereitschaft sinkt. Wichtig wird auch, wer die Orchestrierung im Workflow kontrolliert.
Alle Player investieren in agentische und generative KI und entwickeln KI von einem punktuellen Optimierungsbaustein in Richtung workflow-übergreifender, teilautonomer Automatisierung.
Das zeigt sich bei Cadence mit dem ChipStack AI Super Agent und dem Cerebrus-AI-Portfolio. Man gibt also eine High-Level-Beschreibung des Designs und anschließend nutzt das autonome Agentic-AI-System verschiedener Cadence-Tools zum Testen, Bugfixing, für Front-End-Design und Verifikation. Bei Synopsys treibt man die KI-Initiativen mit Synopsys.ai voran sowie bei Siemens mit KI-gestützten Toolsets für den EDA-Flow innerhalb der Digital-Industries-Software-Sparte.
- KI erhöht die Eintrittsbarriere für Dritte, wenn sie tief in bestehende Tools integriert wird. Die etablierten Anbieter können KI als Upgrade verkaufen oder in Enterprise-Verträge bündeln und damit höhere Preise durchsetzen.
- KI könnte das Preismodell (Tool-Lizenzen vs. „Outcome-/Service“-Logik) verschieben. Wenn Agenten die Toolnutzung anders verteilen, geraten klassische Lizenzlogiken unter Anpassungsdruck. Nicht zwingend im Umsatz morgen, aber in der Argumentation bei der nächsten Vertragsverlängerung. Daher wird auch hier das outcome-based-Erlösmodell essentiell. Cadence adressiert diese Richtung explizit, indem man sich bis zum Ende des Jahrzehnts von reiner Tool-Lizenzierung in Richtung „virtuelle Ingenieure“ entwickeln will.
Zudem investieren Cadence und Synopsys massiv in R&D. So waren es zuletzt jeweils rund 35 % des Umsatzes. Für Siemens ist EDA ein Segmentthema innerhalb eines breit diversifizierten Industriekonzerns. Bei Cadence macht kein Kunde ≥10 % des Umsatz aus; bei Synopsys kommt ein Kunde auf über 12 %. Das kann aber auch durch die Übernahme von Ansys kommen.
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Das zweite Risiko neben KI ist Regulierung und China-Zugang
In EDA bleibt Geopolitik ein zu beobachtender Faktor. So trafen bspw. Cadence und Synopsys temporäre Lizenzpflichten bei China-Transaktionen für bestimmte EDA-Software, die später wieder aufgehoben wurden. Solche Eingriffe verändern nicht die langfristige technologische Position, aber sie können Nachfrage verschieben, Planung erschweren und kurzfristig Crashes auslösen. Selbst wenn KI „nur“ innerhalb der Toolkette Wert verschiebt, kann Exportkontrolle Umsatz und Sentiment kurzfristig stärker bewegen als jede Produktankündigung.
Fazit
EDA ist kein einfacher Fall von „KI frisst Software“.
- Der Bull Case wäre, dass KI die Produktivität so stark erhöht, dass die Zahl und Komplexität der Designstarts steigt (jährlicher Innovationszyklus bei Nvidia oder AMD), den die EDA-Anbieter monetarisieren per outcome-based-Erlösmodell.
- Die wahrscheinlichste Entwicklung ist mMn eine Integration von KI als Produktivitätslayer, mit neu gebündelten Paketen und veränderten Preismodellen. Die kurzfristige Voll-Disruption durch Newcomer wirkt im Bereich EDA begrenzt, weil Systemeinbettung, Signoff und IP-Schutz hohe Hürden setzen.
- Der Bär Case wäre, dass KI-Agenten (von Dritten) die Zahlungsbereitschaft für Teile von Front-End/Verifikation/Flow-Orchestrierung reduzieren und damit Preisdruck sowie Feature-Kommoditisierung einleiten; neben geopolitische Restriktionen durch verstärkten Druck in China.
Die finanzielle Wirkung von KI‑„Disruption“ ist bei EDA daher weniger eine Funktion von Nutzerzahlen, sondern von Vertragslogik, Bündelung, Renewal‑Stabilität, und der Frage, ob KI die Wertschöpfung der Anbieter stärkt oder externe Layer die Zahlungsbereitschaft für Teile der Suite reduzieren.
Cadence beschreibt das auch in seinen Earnings, dass bestimmte Lizenz-Verträge einen Remix zwischen Softwareprodukten erlaubt (Flex-Programm) und dass die Verbuchung von Umsätzen teils auf erwarteter Nutzung basiert. Das ist spannend und wichtig, weil Agentic-Systems die Tool-Nutzung und damit die interne Wertzuordnung in Enterprise‑Verträgen verändern können, ohne dass der externe Umsatz sofort proportional reagiert.
Die Earnings von Cadence bestätigen meine Kommentare.
Für mich bleiben Cadence und Synopsys die direkten Vehikel für das Thema EDA-KI. Wobei ich ersteren Player mehr mag. Siemens ist der diversifizierte Sonderfall, wobei die letzten Zahlen sehr gut waren. Der Markt reagiert zuerst auf die Story. Die Zahlen kommen später.
Wichtig im Umgang mit der KI‑Disruptionsfrage ist die saubere Trennung zwischen produktiver KI‑Adoption (die Cadence & Co. stärken kann) und echter Disintermediation (die Preissetzungsmacht und Renewal‑Stabilität untergräbt). Die Anbieter selbst behandeln KI als strategisches Muss und integrieren agentische Konzepte aktiv in Produktportfolios, statt KI externen Plattformen zu überlassen.
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