Analyse

BIOGEN - Prognoserhöhung! Was macht die Aktie?

Auf den ersten Blick sieht der Quartalsbericht von Biogen passabel aus. Umsatz und Ergebnis übertreffen die Markterwartung, das Management hebt die Jahresprognose an. Doch unter der Haube schlummert weiterhin ein Berg an Problemen.

Erwähnte Instrumente

  • Biogen Inc. - WKN: 789617 - ISIN: US09062X1037 - Kurs: 220,260 $ (Nasdaq)

Über die Probleme bei Biogen berichte ich an dieser Stelle regelmäßig, die Aktie wies dennoch kurzfristig Erholungspotenzial auf. Heute hat der Biotech-Konzern Quartalszahlen vorgelegt. Wie sind diese ausgefallen?

Umsatz sinkt, Gewinn steigt

Die altbekannten Probleme der Generika-Konkurrenz machen sich bei den Medikamenten Tecfidera und Rituxan bemerkbar. So fiel der Umsatz des zweitwichtigsten Produktes Tecfidera von 488 Mio. im Vorjahresquartal auf 398 Mio. USD, ein Rückgang von 18 %, die mit Rituxan/Gazyva erzielten Erlöse gingen von 183 auf 144 Mio. USD zurück. Der einstiege Hoffnungsträger Aduhelm, dessen Vermarktung inzwischen eingestellt wurde, kam auf einen Umsatz von, halten Sie sich fest, 100.000 USD. Überhaupt wiesen nur zwei Produkte des gesamten Medikamentensortiments im zweiten Quartal einen Umsatzzuwachs auf: Vumerity (von 90,9 auf 136,8 Mio. USD) und der Royalystream von Ocrevus (292 Mio. USD nach 257 Mio. USD im Q2 2021). Damit sind die Probleme auch schon aufgezählt. Der Gesamtumsatz mit Produkten sank um 6,7 % auf 2,59 Mrd. USD.

Kosten und Abschreibungen runter

Allerdings trat Biogen exzessiv auf die Kostenbremse, wodurch der Gewinn in die Höhe schnellte. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, also Investitionen, die auf Dauer überlebenswichtig sind für einen Biotech-Konzern, wurden um knapp 60 Mio. USD auf 528,6 Mio. USD zusammengestrichen. Auch die Vermarktungs- und Verwaltungskosten gingen um über 60 Mio. USD auf 573 Mio. USD zurück. Der Hauptgrund, warum das Ergebnis von 2,99 auf 7,24 USD je Aktie in die Höhe schnellte, war aber der Wegfall von Abschreibungen und Wertberichtigungen. Diese hatten das Ergebnis im Vorjahresquartal um gut 600 Mio. USD belastet. Analysten hatten beim Umsatz und Gewinn mit einem schlechteren Abschneiden gerechnet.

Das Management von Biogen sieht sich sogar in der Lage, die Jahresprognose anzuheben. So wird nun ein Umsatz zwischen 9,9 und 10,1 Mrd. USD und ein Gewinn zwischen 15,25 und 16,75 USD erwartet. Biogens Cashbestand belief sich Ende Juni auf 5,9 Mrd. USD, netto weist der Konzern aber Schulden von 1,38 Mrd. USD auf. Die Aktie reagiert vorbörslich volatil. Nach einer ersten positiven Reaktion drehte sie zuletzt ins Minus.

Fazit: Die Entwicklung von Biogen ist besorgniserregend. Die Produktumsätze gehen weiter zurück und das Management tritt auf die Kostenbremse, wobei Investitionen dringend notwendig wären, um das Ruder herumzureißen. Kurzfristig ist das Papier schwer einzuschätzen, weil der positive Effekt der Prognoseanhebung einige Trader anlocken könnte. Mittel- bis langfristig fehlt es weiter an Fantasie.

Jahr 2021 2022* 2023e*
Umsatz in Mrd. USD 10,98 9,84 9,36
Ergebnis je Aktie in USD 19,22 15,52 15,89
Gewinnwachstum -19,25 % 2,38 %
KGV 11 14 14
KUV 2,9 3,3 3,4
PEG neg. 5,8
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten

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Über den Experten

Bastian Galuschka
Bastian Galuschka
Stv. Chefredakteur

Bastian Galuschka ist seit über 20 Jahren an der Börse aktiv. Er entdeckte bereits zu Schulzeiten seine Leidenschaft für die Börse. Über fünf Jahre lang war der Diplom-Volkswirt als Redakteur bei einem bekannten Anlegermagazin tätig und verantwortete dort den Bereich Charttechnik. Seit März 2013 verstärkt er die Redaktion der stock3 AG. Bastian Galuschka kombiniert bei seinen Analysen gerne Fundamentaldaten mit charttechnischen Aspekten. Gerade im Smallcapbereich hat sich der Analyst über viele Jahre ein fundiertes Wissen aufgebaut. Seit Juni 2016 ist Galuschka Stellvertretender Chefredakteur von stock3.

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