Kommentar
12:58 Uhr, 29.06.2011

Bewegung im Öl-Markt

Kein anderer Markt reagiert auf Nachrichten von Krisen, Unwetter, Förderausfällen und auf politische Einflüsse umgehender mit Preisveränderungen als der Öl-Markt. Öl ist das bedeutendste Wirtschaftsgut im Welthandel und der Motor der Weltwirtschaft.

Dass die Politik einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Öl-Preises hat, war in der vergangenen Woche zu beobachten: Die Industriestaaten erreichten in einer konzertierten Aktion unter der Federführung der Internationalen Energieagentur (IAE) durch die Bekanntgabe, dass die Industriestaaten ihre Ölreserven anzapfen werden und dem Markt insgesamt rund 60 Millionen Barrel zur Verfügung stellen werden, eine deutliche Reduzierung des Ölpreises. In der offiziellen Stellungnahme der IAE wird diese Maßnahme durch die Förderausfälle in Libyen gerechtfertigt, um diese Engpässe auszugleichen und dem aktuell hohen Ölpreis entgegenzuwirken. Diese Maßnahme traf die Märkte überraschend, da die strategischen Öl-Reserven in den vergangenen 30 Jahre überhaupt nur zwei Mal angebrochen wurden: 1990/91 im Golfkrieg und im Jahr 2005 im Zuge des Hurrikans Katrina, der im Golf von Mexiko die dortige Ölproduktion zum Erliegen und die Preise für Öl drastisch ansteigen ließ.

Setzt man die freigegebene Menge von 60 Millionen Barrel in Relation zum täglichen, weltweiten Verbrauch von derzeit rund 85 Millionen Barrel (je ungefähr 159 Liter), so genügt diese Mengenfreigabe nicht einmal zur Deckung eines Tagesbedarfs. Die Marktreaktion indes fiel deutlich aus, was zu großen Teilen dem Überraschungsmoment der Aktion geschuldet sein dürfte, da selbst Experten nicht mit dieser Entscheidung der IAE gerechnet hatten. Der Öl-Preis gab im Zuge der Ankündigung deutlich nach: WTI notierte statt mit rund 99 USD pro Barrel zu Wochenbeginn unter 91 USD. Brent konnte sich dieser Entwicklung ebenfalls nicht entziehen und gab von 112 USD auf knapp 104 USD zu Wochenbeginn nach. Anleger, die auf weitersinkende Kurse bei Rohöl setzen, können durch den Kauf eines Put-Optionsscheines mit Basiswert Brent (WKN: SG095X) oder WTI (WKN: SG00H5) investieren.

Die Industrieländer haben ihr Ziel, den Preis zu senken, zumindest kurzzeitig erreicht. Dieser Schritt ist in der Weltöffentlichkeit nicht unumstritten. So argumentieren Kritiker, dass es sich bei der freigegebenen Öl-Menge um eine Reserve handelt, die dazu dienen sollte, einen potenziellen, kurzfristigen Erdöl-Versorgungsengpass zu überbrücken.Die Notwendigkeit sei jedoch nicht offensichtlich, da zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein Engpass vorliegen würde und die jüngsten Konjukturdaten aus China und den Vereinigten Staaten zusätzlich für eine Abkühlung der Volkswirtschaften sprechen würden, was zu einem Rückgang der Öl-Nachfrage führen werde.

Befürworter sehen in dieser Aktion eine Reaktion auf die Entscheidung der Organisation Erdölexportierender Länder(OPEC), die auf ihrer letzten Sitzung am 8. Juni eine Erhöhung der Förderquoten abgelehnt hatte. Lediglich Saudi-Arabien hat sich entschlossen, seine Fördermenge zu erhöhen. Die Industriestaaten haben die Möglichkeit genutzt, um eigenständig den Ölpreis zu drücken.

Anleger, die auf eine baldige Erholung des Ölpreises setzen, haben die Möglichkeit, neben den klassischen Call-Optionsscheinen mit Hilfe von Open End Turbos in Brent zu investieren. Mit Open End Turbos können Anleger überproportional an Kursveränderungen von verschiedenen Basiswerten wie Aktien und Indizes, aber auch Rohstoffen, Wechselkursen oder Zinsen partizipieren. Beim Open End Turbo Long Brent (WKN: SG07HJ) mit Basiswert bei 62,64 USD und Stopp-Loss Barriere bei 65,73 USD ergibt sich ein Hebel von 2,52. Das bedeutet, dass ein Kursanstieg von einem Prozent zu einem Gewinn von näherungsweise 2,52 USD führt, jedoch unter Berücksichtigung eventueller Wechselkursschwankungen.

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