Kommentar
15:28 Uhr, 03.02.2026

Befeuern KI und E-Autos ein Atomenergie-Comeback?

Erwähnte Instrumente

Werbung

Logo

Vontobel Kolumne

Angesichts des steigenden Energiebedarfs durch KI-Anwendungen und Elektromobilität sowie der anzustrebenden Klimaziele gewinnt die Kernkraft zunehmend wieder an politischer und gesellschaftlicher Akzeptanz. Lange Zeit galt sie als politisch brisantes und gesellschaftlich skeptisch betrachtetes Thema. Doch weltweit mehren sich die Anzeichen eines Umdenkens: Immer mehr Staaten setzen wieder auf neue Atomkraftprojekte. Die Frage lautet, ob das nukleare Comeback auf einem tragfähigen Fundament steht. Wie weit ist der technologische Fortschritt und wie haben sich politische Rahmenbedingungen rund um die Kernenergie verändert?

Datencenter befeuern Stromnachfrage

Das Jahr 2025 war maßgeblich von einer fortschreitenden Implementierung der Künstlichen Intelligenz in unserem privaten und beruflichen Leben geprägt. Führungskräfte und Politiker erhoffen sich dadurch Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen, die das globale Wirtschaftswachstum wieder ankurbeln könnten. Doch der massive Ausbau und die intensive Nutzung von Rechenzentren kostet Energie. Laut der IEA (International Energy Agency) kostet eine Anfrage auf der beliebten Plattform ChatGPT des Anbieters OpenAI durchschnittlich 0,36 US-Cent. In diesem Zusammenhang werden in großem Stil Datencenter gebaut, die die Grundlage für aufwendige KI-Rechenvorgänge bieten. Der Betrieb dieser Datencenter ist bekanntlich äußerst energieintensiv. Laut dem EESI (Environmental and Energy Study Institute) verbrauchen die rund 5.400 Datencenter in den USA gemeinsam rund 17 Gigawatt Strom. Zum Vergleich: Ein modernes Atomkraftwerk erzeugt rund 1 Gigawatt. Das EESI prognostiziert, dass die Stromnachfrage von Datencentern in den USA bis zum Jahr 2030 auf bis zu 130 Gigawatt ansteigen könnte.

Doch nicht nur die KI treibt die Stromnachfrage voran. Auch der fortschreitende Trend zur Elektromobilität trägt seinen Teil dazu bei, insbesondere in Europa. Die IEA lässt verlauten, dass E-Autos bis 2030 mehr als 4 Prozent der europäischen Energienachfrage ausmachen könnten, während sie im Jahr 2024 noch einen Anteil von rund 0,7 Prozent belegten.

Renaissance der Nuklearenergie?

Aufgrund des erhöhten Energiebedarfs durch KI und Elektromobilität muss das Energieangebot nachziehen, um eine drohende Lücke bestmöglich vermeiden zu können. Laut der IEA könnte der weltweite Primärenergieverbrauch bis 2040 voraussichtlich um mehr als 25 Prozent ansteigen.

Einerseits steigt der Energiebedarf durch innovative Technologien wie E-Autos und KI, andererseits muss im Zusammenhang mit Klimazielen und einer Wende zu nachhaltigeren Energiequellen ein substanzieller Anteil des Stromangebots aus nicht nachhaltigen Quellen ersetzt werden. Auch demografische und makroökonomische Faktoren wie das Bevölkerungswachstum und ein zunehmender Wohlstand in Schwellenländern tragen zum erhöhten Energiebedarf bei. Mit Blick auf diese Entwicklungen rückt eine Energiequelle erneut ins Rampenlicht, die jahrelang als unerwünscht galt und der viele Staaten vermeintlich den Rücken gekehrt haben.

Nach den „goldenen Jahren“ in den 1950er-, 1960er- und 1970er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts sorgten die Atomkatastrophen in Tschernobyl (1986) und Fukushima (2011) dafür, dass die Risiken der Kernenergie wie ein Damoklesschwert über der Nutzung dieser Technologie schwebten und weltweit zu einem Umdenken in der Energiepolitik führten. Deutschland und Italien entschlossen sich zum Atomausstieg, und auch die Schweiz verkündete einen Stopp des Baus neuer Atomkraftwerke.

Nun könnte es allerdings zu einer Trendwende kommen. Insbesondere in vielen europäischen Ländern, in denen Atomenergie in vergangenen Jahrzehnten skeptisch betrachtet wurde, findet allmählich ein Umdenken statt. Im Zuge des russischen Überfalls auf die Ukraine im Jahr 2022 wurde klar, dass die jahrelang günstig zur Verfügung gestandenen fossilen Energiequellen aus Russland zur „Hypothek“ werden und über mittlere oder lange Sicht ersetzt werden müssen.

Asien setzt auf Atomenergie

Im asiatischen Raum verzeichnen nukleare Energiequellen bereits ein bemerkenswertes Wachstum. Laut der World Nuclear Association sind in Asien per Januar 2026 145 betriebsfähige Nuklearreaktoren ans Netz angeschlossen, während sich 45 weitere im Bau befinden und weitere 60 in Planung sind. Somit entfallen weltweit rund drei Viertel der sich im Bau befindenden Reaktoren auf den asiatischen Raum. Dahinter stehen Bestrebungen, Abhängigkeiten von fossilen Energiequellen zu reduzieren, Emissionsziele zu erreichen und einer höheren Nachfrage entgegenzukommen. Insbesondere China, wo die Elektrifizierung des individuellen Personenverkehrs unnachgiebig fortschreitet, setzt in vollem Umfang auf die Nuklearenergie. Gemäß der World Nuclear Association befindet sich rund die Hälfte der weltweit im Bau befindenden Reaktoren im Reich der Mitte.

Auch Japan setzt wieder auf Atomenergie. Im Dezember 2025 entschloss sich die Lokalregierung in Niigata, einen der sieben Reaktoren im weltweit größten Atomkraftwerk „Kashiwazaki-Kariwa“ wieder in Betrieb zu nehmen – unter Protesten. Japan entschied sich zu diesem Schritt, obwohl das Land im Jahr 2011 eine schwere Nuklearkatastrophe erlitt. Nach Fukushima wurden im Land der aufgehenden Sonne unter öffentlichem Druck 54 Reaktoren vom Netz genommen (VZ Vermögenszentrum, 21.11.2025).

Neue Lösungen in den Startlöchern

Der steigende Energiebedarf und die Rückkehr der Atomenergie begünstigen auch technologische Fortschritte und innovative Lösungen. Allen voran sogenannte «Mini-Atomkraftwerke», auf Englisch «Small Modular Reactors», kurz SMR, standen jüngst im Rampenlicht. Dabei handelt es sich um Reaktoren, die über eine geringere Leistungsfähigkeit als konventionelle Reaktoren verfügen, dafür aber Vorteile wie Transportierbarkeit, modulare Skalierbarkeit und Kostenoptimierungen mit sich bringen. Die IAEA (International Atomic Energy Agency) definiert SMR als fortschrittliche Reaktoren, die eine Leistungskapazität von unter 300 Megawatt pro Einheit mit sich bringen.

Weltweit befinden sich mehrere Projekte in fortgeschrittenen Genehmigungs- oder Bauphasen, insbesondere in Nordamerika und Asien. Getrieben wird die Entwicklung weniger von Klimazielen als von der Suche nach verlässlicher, grundlastfähiger Energie, etwa für Industriecluster, abgelegene Regionen oder energieintensive Rechenzentren. Politisch erhalten SMR Rückenwind durch beschleunigte Zulassungsverfahren und staatliche Förderprogramme, gleichzeitig bleiben Zeitpläne ambitioniert. Technologisch setzt der Trend auf standardisierte Designs, serielle Fertigung und vereinfachte Sicherheitskonzepte, um Kosten und Bauzeiten zu senken. Ob diese Versprechen eingelöst werden können, ist offen.

SMR und damit verbundene Unternehmen haben sich als ernstzunehmender Faktor in der energiepolitischen Debatte etabliert und könnten das Thema Nuklearenergie strukturell verändern. Gleichwohl bleibt der Sektor stark von regulatorischen Entscheidungen, Projektumsetzungen und Kostenentwicklungen abhängig, wodurch Volatilität und Risiken nicht ignoriert werden dürfen.

Wie sich Anleger positionieren könnten

Der steigende Energiebedarf und die Rückkehr der Atomenergie begünstigen auch technologische Fortschritte und innovative Lösungen. Allen voran sogenannte „Mini-Atomkraftwerke“, auf Englisch „Small Modular Reactors“, kurz SMR, standen jüngst im Rampenlicht. Dabei handelt es sich um Reaktoren, die über eine geringere Leistungsfähigkeit als konventionelle Reaktoren verfügen, dafür aber Vorteile wie Transportierbarkeit, modulare Skalierbarkeit und Kostenoptimierungen mit sich bringen. Die IAEA (International Atomic Energy Agency) definiert SMR als fortschrittliche Reaktoren mit einer Leistungskapazität von unter 300 Megawatt pro Einheit.

Weltweit befinden sich mehrere Projekte in fortgeschrittenen Genehmigungs- oder Bauphasen, insbesondere in Nordamerika und Asien. Getrieben wird die Entwicklung weniger von Klimazielen als von der Suche nach verlässlicher, grundlastfähiger Energie, etwa für Industriecluster, abgelegene Regionen oder energieintensive Rechenzentren. Politisch erhalten SMR Rückenwind durch beschleunigte Zulassungsverfahren und staatliche Förderprogramme, gleichzeitig bleiben Zeitpläne ambitioniert. Technologisch setzt der Trend auf standardisierte Designs, serielle Fertigung und vereinfachte Sicherheitskonzepte, um Kosten und Bauzeiten zu senken. Ob diese Versprechen eingelöst werden können, ist offen.

SMR und damit verbundene Unternehmen haben sich als ernstzunehmender Faktor in der energiepolitischen Debatte etabliert und könnten das Thema Nuklearenergie strukturell verändern. Gleichwohl bleibt der Sektor stark von regulatorischen Entscheidungen, Projektumsetzungen und Kostenentwicklungen abhängig, wodurch Volatilität und Risiken nicht ignoriert werden dürfen.

Strategisches Zertifikat

WKN

Basiswert

Laufzeit

VX5TNQ Vontobel Nuclear Energy Index Open-End

Stand: 03.02.2026 15:00 Uhr

Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of)

WKN

Basiswert

Kupon p.a.

Barriere

Laufzeit

VJ39WQ Cameco Corp., Exelon Corp., Oklo Inc Registered 21,00% 65,00% 18.12.2026

Stand: 03.02.2026 15:00 Uhr; Währung: EUR; In Zeichnung bis 09.02.2026

Zur Produktsuche

Schlussglocke: Wissen was die Märkte bewegt
Expertenwebinar mit Stephan Feuerstein und Ingmar Königshofen, jeden Mittwoch ab 17:30 Uhr. Jetzt anmelden

Kennen Sie schon unsere Newsletter?
Eine übersichtliche Zusammenfassung der Vontobel Aktienanleihen-Neuemissionen finden Sie im wöchentlich erscheinenden "Aktienanleihen Investor". Diesen und weitere spannende Newsletter zu verschiedenen Themenfeldern können Sie hier kostenfrei abonnieren.

Bank Vontobel Europe AG

Bockenheimer Landstraße 24, DE-60323 Frankfurt am Main
TEL: 00 800 93 00 93 00 | Email: markets.deutschland@vontobel.com

Folgen Sie uns

Wichtige Risiken:

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Marktrisiko / Preisänderungsrisiko: Der Wert des Zertifikats kann während der Laufzeit durch die marktpreisbestimmenden Faktoren auch deutlich unter den Erwerbspreis fallen, wenn der Wert des Basiswerts fällt.

Korrelationsrisiko: Protect Multi Aktienanleihen beziehen sich auf mehrere Basiswerte, womit der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos ist, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten auch beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags in der Regel der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sogenannte Worst-of-Strukur), das heißt, dass das Risiko eines Verlustes des investierten Kapitals bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher ist als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Währungsrisiko:Da die Währung des als Basiswert zugrundeliegenden Index nicht Euro ist und der Index Aktien und Wertpapiere enthält, die in anderen Währungen notieren (z.B. US-Dollar), hängt der Wert des Zertifikats auch vom Umrechnungskurs zwischen der jeweiligen Fremdwährung (z.B. US-Dollar) und Euro (Währung des Zertifikats) ab. Dadurch kann der Wert des Zertifikats (in Euro) über die Laufzeit erheblich schwanken.

Wichtige rechtliche Hinweise:
Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf eine simulierte frühere Wertentwicklung beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf künftige Wertentwicklung beziehen. Derartige Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die steuerliche Behandlung von Wertpapieren beziehen. Diese hängt von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Kunden ab und kann künftig Änderungen unterworfen sein.

Impressum:
Bank Vontobel Europe AG
DE-Bockenheimer Landstraße 24
60323 Frankfurt am Main
Telefon: 00 800 93 00 93 00
Fax: +49 (0)69 69 59 96-3202
E-mail: markets.deutschland@vontobel.com

Gesellschaftssitz:
Bank Vontobel Europe AG
Alter Hof 5
DE-80331 München

Aufsichtsrat: Brian Fischer (Vorsitz)
Vorstand: Thomas Fischer, Anton Hötzl, René Weinhold
Eingetragen im Handelsregister beim Amtsgericht München unter HRB 133419
USt.-IdNr. DE 264 319 108

Zuständige Aufsichtsbehörde:
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
Sektor Bankenaufsicht
Graurheindorfer Straße 108
DE-53117 Bonn
Sektor Wertpapieraufsicht/Asset-Management
Marie-Curie-Str. 24 – 28
DE-60439 Frankfurt am Main