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08:28 Uhr, 06.01.2026

Ausblick: Wer könnte Jerome Powell an der Spitze der Fed nachfolgen?

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass er seinen bevorzugten Nachfolger für den Vorsitz der US-Notenbank (Fed), Jerome Powell, früh im neuen Jahr bekannt geben will. ...und es scheint nur noch eine Handvoll Namen als realistische Option zu geben.

Erwähnte Instrumente

  • WTI Öl
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US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass er seinen bevorzugten Nachfolger für den Vorsitz der US-Notenbank (Fed), Jerome Powell, früh im neuen Jahr bekannt geben will. Was zunächst wie ein breites Feld möglicher Kandidaten aussah, hat sich inzwischen deutlich verengt – nur noch eine Handvoll Namen gilt als realistische Option.

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Lange Zeit galt der Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats, Kevin Hassett, als klarer Favorit. In jüngerer Zeit deuten Berichte jedoch darauf hin, dass Berater aus dem Umfeld der Regierung zur Vorsicht raten, was seine Chancen spürbar geschmälert hat. Trump hatte zuvor angedeutet, dass die finale Entscheidung zwischen zwei Kandidaten fallen würde, inzwischen ist die Lage jedoch weniger eindeutig.

In jüngsten Äußerungen lobte Trump Fed-Gouverneur Christopher Waller nach einem Interview und bezeichnete ihn als „großartig“. Gleichzeitig äußerte er sich auch positiv über Gouverneurin Michelle Bowman. Laut Medienberichten besteht die engere Auswahlliste nun aus vier Kandidaten: Hassett, der frühere Fed-Gouverneur Kevin Warsh, der amtierende Fed-Gouverneur Waller sowie Rick Rieder, Global CIO Fixed Income bei BlackRock. Von diesen vier ist Waller der einzige, der derzeit Teil des Federal-Reserve-Systems ist.

Unterdessen läuft die Amtszeit von Gouverneurin Adriana Kugler im Januar 2026 aus, ihre weitere Zukunft ist offen. Finanzminister Scott Bessent deutete an, dass sie im kommenden Jahr möglicherweise in eine beratende Rolle außerhalb der Fed wechseln könnte. Gleichzeitig kommt es 2026 zu einer Neubesetzung stimmberechtigter regionaler Fed-Präsidenten. Die neuen Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) gelten überwiegend als zurückhaltender in Bezug auf Zinssenkungen und stärker auf Inflationsrisiken fokussiert.


Mögliche Ernennungsszenarien

Mehrere Szenarien sind denkbar – abhängig davon, wen Trump als Fed-Vorsitzenden auswählt und ob Powell nach dem Ende seiner Amtszeit als Chair im Mai 2026 im Board of Governors verbleibt.

Ein Szenario sieht vor, dass Trump einen externen Kandidaten wie Hassett, Warsh oder Rieder ernennt und Powell die Fed vollständig verlässt. In diesem Fall würde die Regierung erheblichen Einfluss gewinnen, da mehrere Positionen im Führungsgremium neu besetzt werden könnten.

Alternativ könnte Trump einen internen Kandidaten wie Waller befördern. Sollte Powell anschließend aus dem Board ausscheiden, wäre nur eine weitere Ernennung notwendig. Eine dritte Möglichkeit wäre, dass Powell auch unter einem externen Chair im Board bleibt – was die Märkte als teilweisen Schutz der institutionellen Unabhängigkeit werten könnten.

Ein viertes Szenario kombiniert Wallers Beförderung mit Powells Verbleib im Board. In diesem Fall wäre Trumps Einfluss auf nur eine neue Ernennung begrenzt. Einige Investoren glauben, dass es Powell leichter fallen würde, den Vorsitz abzugeben, wenn die Führung an einen bekannten internen Kandidaten übergeht.


Die wichtigsten Kandidaten

Kevin Hassett ist ein enger Verbündeter Trumps und ein deutlicher Kritiker der bisherigen Geldpolitik der Fed. Er argumentiert, dass Zinssenkungen überfällig seien und Zölle nur vorübergehenden Preisdruck erzeugten. Trotz seines eher taubenhaften (dovishen) Rufs stößt seine Kandidatur zuletzt auf internen Widerstand.

Kevin Warsh, ehemaliger Fed-Gouverneur, fordert eine grundlegende Neuausrichtung der Zentralbankpolitik, einschließlich einer Reduzierung der Bilanzsumme und einer klareren Trennung zwischen Geldpolitik und politischen Einflüssen. Obwohl Trump Berichten zufolge zunächst Vorbehalte hatte, gilt Warsh nach einem überzeugenden Interview wieder als ernstzunehmender Kandidat.

Christopher Waller wird als marktfreundliche Wahl gesehen und hat sich Glaubwürdigkeit erarbeitet, indem er frühere Zinssenkungen unterstützte, dabei aber stets datengetrieben argumentierte. Zuletzt verwies er auf eine Abkühlung am Arbeitsmarkt und erwartet eine nachlassende Inflation. Seiner Ansicht nach ist die Geldpolitik weiterhin restriktiv und sollte schrittweise gelockert werden.

Rick Rieder bringt eine Außenseiterperspektive mit, da er aus der Vermögensverwaltung und nicht aus dem Zentralbankwesen kommt. Er betont, dass langfristige Zinsen wichtiger seien als kurzfristige Leitzinsen, und glaubt, dass Produktivitätsgewinne den Inflationsdruck im Zeitverlauf mindern können. Seine Prognosen gehen von niedrigeren Renditen und Hypothekenzinsen bis 2026 aus, was den Immobilienmarkt und kleinere Unternehmen stützen könnte.


Marktauswirkungen

Die Finanzmärkte reagieren sensibel auf wahrgenommene Risiken für die Unabhängigkeit der Fed. Berichte, die Waller begünstigen, haben tendenziell zu flacheren Zinskurven geführt, während Spekulationen über stärker politisch geprägte Ernennungen die langfristigen Renditen nach oben trieben.

Wettmärkte sehen derzeit die höchste Wahrscheinlichkeit bei Hassett, gefolgt von Warsh und Waller. Eine Ernennung Hassetts könnte den US-Dollar belasten, da Händler mit einem aggressiveren Zinssenkungszyklus rechnen würden. Ein weniger „dovisher“ Fed-Vorsitzender hingegen könnte den Dollar stabilisieren und die Erwartungen an ein moderateres Tempo der Zinssenkungen festigen – selbst wenn der übergeordnete geldpolitische Kurs weiterhin in Richtung niedrigerer Zinsen geht.


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