APOLLO-Chef Rowan widerspricht der Nervosität im Kreditmarkt
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- Apollo Global Management Inc. - WKN: A3DB5F - ISIN: US03769M1062 - Kurs: 148,050 $ (NYSE)
Das Problem sei nicht der Markt, sondern die Erzählung über ihn. "Wir leben in einer Welt, in der die Finanzmärkte von den Medien beherrscht werden“, sagt Rowan, und dann folgt ein Satz, der den Ton für das gesamte Gespräch setzt: "Wir haben diesen Begriff Private Credit, und niemand weiß eigentlich, was er bedeutet.“
Rowan stört vor allem die Gleichsetzung von Bankgeschäft und Investorengeschäft. Kredit sei nicht Kredit, jedenfalls nicht in dem Sinne, wie die Schlagzeilen es nahelegen. Die Branche rede über "Private Credit“ wie über eine homogene Anlageklasse, dabei verberge sich dahinter alles Mögliche, von risikoärmeren, investmentgrade-nahen Strukturen bis zu hoch gehebelten Direct-Lending-Transaktionen. Für Apollo ist das nicht nur eine akademische Spitzfindigkeit, sondern eine wichtige Abgrenzung. Das Haus will als Anbieter verstanden werden, der nicht die höchste laufende Ausschüttung verspricht, sondern eine konservativere Kreditkultur pflegt.
Derisking statt Zinsjagd
Der vielleicht wichtigste Punkt des Calls ist Rowans Behauptung, die große Bewegung in private Kreditmärkte sei in Wahrheit keine Suche nach Rendite um jeden Preis, sondern eine Entschärfung von Risiko. Investoren, so Rowan, schichteten nicht aus sicheren Staatsanleihen in Direct Lending um, sondern aus Aktien. Und das aus nachvollziehbaren Gründen: Wer in einem stark konzentrierten, teuren Aktienmarkt sitze und gleichzeitig die Möglichkeit habe, für erstrangig besicherte Kreditrisiken Renditen zu erzielen, die sich langfristig mit Aktien messen können, betreibe aus seiner Sicht eine defensive Strategie. "Das ist ein Derisking-Trade für Investoren“, sagt Rowan.
Es ist eine Pointe, die in einem Markt, der seit Monaten über Ausfallraten, eine schlechter werdende Qualität der Sicherheiten und Liquidität diskutiert, bewusst gegen den Strich gebürstet ist. Rowan räumt mögliches Ausfälle nicht weg, im Gegenteil: Natürlich werde es Ausfälle geben, wie immer bei Krediten an schwächere Schuldner. Nur sei diese Risikoebene aus seiner Sicht geringer, als viele Anleger instinktiv annehmen, weil sie Private Credit reflexhaft mit der Fragilität von Finanzinstitutionen verwechseln. Genau hier setzt Apollo kommunikativ an: Der Konzern positioniert sich als Anbieter, der überwiegend im besser besicherten und qualitativ höheren Teil des Kreditmarktes unterwegs sein will.
Fast nahtlos lenkt Rowan das Gespräch von der Marktstimmung auf die eigentliche Wachstumsfrage. Entscheidend sei nicht, wie viel Kapital ein Haus einsammelt, sondern ob es in der Lage ist, überhaupt investierbare Vermögenswerte hervorzubringen. Wer Geld aufnimmt und es anschließend zu Marktpreisen weiterreicht, agiere wie ein klassischer Asset Manager. In den privaten Märkten, so Rowans Lesart, gilt jedoch eine andere Logik: Wachstum entsteht nur dort, wo neue Finanzierungen strukturiert, verhandelt und geschaffen werden. Die Fähigkeit, Risiken selbst zu konstruieren, sei der wahre Engpass des Geschäfts.
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Apollo, so seine Erzählung, habe hier einen strukturellen Vorsprung, weil die Firma seit Jahren eine Art industrielle Kreditmaschine aufgebaut hat. Rowan beschreibt drei Wege. Erstens Plattformen, die kleinteilige Risiken anbieten und dabei Kontrolle über Struktur und Sicherheiten gewinnen. Zweitens die direkte Arbeit an großvolumigen Unternehmens- und Projektfinanzierungen, die aus dem "globalen industriellen Renaissance“-Narrativ gespeist werden: Energie, Infrastruktur, Fertigung, Verteidigung, Rechenzentren. Drittens Kooperationen mit Banken, die kurzlaufende, hoch geratete Risiken gerne selbst halten, langfristige Finanzierungen aber zunehmend auslagern.
In Rowans Welt ist das kein Nischenthema, sondern die Neuordnung der Arbeitsteilung im Finanzsystem. Die Banken monetarisieren Beziehungen, Beratung und Produktverkauf, Apollo will "nur den Kredit“. Und genau das macht die Zusammenarbeit möglich. Ausgerechnet in einer Zeit, in der viele Investoren Private Credit als Konkurrenten der Banken sehen, skizziert Rowan eine Kooperationslogik, in der beide Seiten ihre Bilanzstärken ausspielen.
AI-Boom: Kredit ja, Wette nein
Besonders interessant wird Rowan, als es um die Finanzierung des KI-Booms geht. Rowan unterscheidet zwischen dem Risiko, ein Objekt in die Auslastung zu bringen, und dem Risiko, es später zu vergleichbaren Konditionen wieder zu vermieten. "Das Risiko, das ich bereit bin einzugehen, ist die anfängliche Vermietung“, erklärt Rowan. "Das Risiko, das ich nicht tragen will, ist die Frage, ob ein Objekt in einigen Jahren zu ähnlichen Bedingungen neu vermietet werden kann.“
Der Hintergrund: Niemand weiß verlässlich, wie groß der Energiehunger der KI-Welt in einigen Jahren sein wird, wie schnell Chips effizienter werden, wie Regulierung, Netzausbau, Zoning und neue Technologien die Standortlogik verändern. Rowan spricht von Prognosen, die "wie ein Kind, das Darts wirft“ auseinanderlaufen. Für Kreditinvestoren, so seine Schlussfolgerung, ist das eine klare Grenze: Kredit ist darauf ausgelegt, zurückgezahlt zu werden, nicht darauf, an künftigen Mietsprüngen zu verdienen. Wer das Erneuerungsrisiko trägt, betreibt in Wahrheit eine Aktien-Wette, mit entsprechend höherer Volatilität.
Damit entzaubert Rowan den KI-Hype nicht, aber er sortiert ihn. Sein Argument lautet: Es gibt genug Geschäft, wenn man sauber zwischen kreditfähigen Cashflows und spekulativen Zukunftserwartungen trennt. Das ist zugleich eine implizite Warnung an die Teile des Marktes, die sich derzeit von der Story treiben lassen.
Auch beim Thema Wealth wirkt Rowan weniger wie ein Vertriebschef und mehr wie ein Marktdesigner. Heute, sagt er, würden Privatanleger Private-Market-Produkte noch "wie Aktien und Anleihen“ kaufen, also als einzelne Vehikel. Das werde sich verändern. In der öffentlichen Welt kaufen Investoren längst Risikopositionen, also Risikobausteine und Allokationen. Genau so werde es auch in privaten Märkten kommen. Und dann, glaubt Rowan, werde das Wachstum noch einmal deutlich schneller, weil es nicht mehr um einzelne Fondsabschlüsse gehe, sondern um strukturelle Quoten in Portfolios.
Das ist zugleich ein Seitenhieb auf die Branche: Wer sich auf Markenvertrieb und Produktregale verlässt, könnte an Einfluss verlieren, wenn private Märkte in standardisierte Portfolioallokationen übergehen. Dann entscheidet nicht die Story, sondern die Fähigkeit, hochwertige Assets zu liefern.
Mehr Handelbarkeit, mehr Transparenz, mehr Druck
Rowan ergänztf: Private Märkte werden aus seiner Sicht handelbarer. Nicht über Nacht, nicht überall, aber zuerst in investmentgrade-nahen privaten Krediten, wo man öffentliche und private Tranchen ohnehin direkt vergleichen kann. Er beschreibt, wie sich bereits ein Handelsvolumen entwickelt, das künftig von großen Market Makern aufgenommen werde. Hinter der These steckt ein klares Eigeninteresse: Mehr Liquidität und Transparenz vergrößern den Markt und verschieben die Macht zu denen, die Assets auflegen können. "Ich habe noch nie einen Markt gesehen, der liquider und transparenter wird und schrumpft“, sagt Rowan.
Fazit: Der Call war weniger ein klassisches Update als eine strategische Grundsatzrede. Rowan versucht, die Debatte um Private Credit neu zu rahmen: weg von Schlagzeilen, hin zu relativer Attraktivität gegenüber Aktien, und weg von Kapitalzuflüssen, hin zur Frage, wer die realwirtschaftlichen Finanzierungsbedarfe überhaupt bedienen kann. Die spannendste These lautet dabei: Die Branche wird nicht am Geld scheitern, sondern an der Verfügbarkeit guter, sauber strukturierter Assets. Wer das Thema Private Credit für sich privat abdecken will, der kann sich die Apollo-Aktie anschauen. Oftmals war es keine schlechte Idee, besser direkt in das Unternehmen zu investieren, welches vom Boom profitiert, als in dessen Produkte. Die Apollo-Aktie gibt jedenfalls gerade ein frisches Kaufsignal im langfristigen Chart.
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| Jahr | 2025e* | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. USD | 4,416 | 5,26 | 6,22 |
| Ergebnis je Aktie in USD | 7,98 | 9,26 | 10,97 |
| KGV | 19 | 16 | 13 |
| Dividende je Aktie in USD | 2,03 | 2,20 | 2,41 |
| Dividendenrendite | 1,37% | 1,49% | 1,63% |
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*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

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@Sascha vielen Dank für diesen Artikel und die darin enthaltene Einordung !!
👍