Wissensartikel
10:38 Uhr, 21.01.2014

Tradingwerkzeug: Ausbruchstrading (Teil 1)

Beim Ausbruchstrading geht es um den kurzfristigen Handel von dynamischen Bewegungen nach Ausbrüchen. Es bedeutet, Einstiege zu finden, wenn Schwung und Umsätze beginnen zuzunehmen und dann Ausstiege zu finden, bevor der Schwung nachlässt und der Basiswert „zurückschwappt“.

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

in den kommenden Wochen werde ich an dieser Stelle drei verschiedene Handelsansätze vorstellen, wie sie in meinem kommenden Tradingpaket umgesetzt werden. Den Anfang mache ich heute mit einem schon bekannten Ansatz, den ich relativ häufig anwende: Das Ausbruchstrading.

Dabei geht es um den kurzfristigen Handel von dynamischen Bewegungen nach Ausbrüchen. Es bedeutet, Einstiege zu finden, wenn Schwung und Umsätze beginnen zuzunehmen und dann Ausstiege zu finden, bevor der Schwung nachlässt und der Basiswert „zurückschwappt“.

Was genau versteht man unter einem Ausbruch? Es ist der Übergang von einer trendlosen Marktphase in eine Trendbewegung. Dies kann durch einen Anstieg über oder durch einen Rückfall unter ein markantes Preisniveau (Horizontalunterstützung / Horizontalwiderstand) oder eine Trendlinie geschehen. Der Ausbruch kann dabei sowohl in Richtung des übergeordneten Trends erfolgen, als auch in die Gegenrichtung. Bevorzugt werden aber Ausbrüche in Trendrichtung, da hier erhöhte Wahrscheinlichkeitswerte für die erwarteten Bewegungen erreicht werden.

Hier ein Beispielchart, um den Wechsel von trendlosen Marktphase (in diesem Fall bullische Konsolidierungen) zu Trendbewegungen zu zeigen:


Der Ausbruch kann dabei aus einer Vielzahl von Formationsmustern erfolgen. Die meisten lassen sich klassifizieren, wobei auch oft irreguläre, "unsaubere" Muster zu erkennen sind. Bei diesen irregulären Formationen kann der Charakter zwar erahnt werden, saubere Triggermarken fehlen jedoch. Die beliebtesten Kursmuster habe ich hier zusammengefasst, sortiert nach Relevanz (unten die stärksten, zuverlässigsten Formationen):


Wie erkenne ich nun Handelssignale? Es muss die Ausbildung klarer Triggerniveaus abgewartet werden. Dies können horizontale oder leicht fallende / steigende Flaggen-, Keil- oder Dreiecksoberkante / -unterkanten sein. Wird das Triggerniveau über- und unterschritten, wird das Signal aktiv. Dabei ist es umso aussagekräftiger, umso öfter die Triggermarke von den Marktteilnehmern als Widerstand bzw. Unterstützung bestätigt wurde. Im Idealfall geht ein solcher Ausbruch mit erhöhter Volatilität und erhöhten Umsätzen einher. Dies ist kein zwingendes Kriterium, erhöht aber die Wahrscheinlichkeiten für die erwartete Bewegung. Anbei ein Beispielchart eines erfolgten Ausbruchs, hier aus einer Seitwärtsrange (bullisches Rechteck). Chart aus der Analyse "Gilead Sciences - Direkte Longchance ?!" vom 07.09.2012:


Viel Erfolg,

André Rain - Technischer Analyst bei GodmodeTrader.de

Die Fortsetzung finden Sie im Teil 2.

2 Kommentare

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  • André Rain
    André Rain Technischer Analyst und Trader

    @robirei1 In diesem Fall startete direkt mit dem Ausbruch bei Gilead Science eine sehr steile Rally, der Einstieg in diesem Chart wäre perfekt gewesen. Die Meinung, dass in einem hohen Prozentsatz neue Hochs erstmal abverkauft werden, teile ich nicht. Meiner Erfahrung nach ist es ein geringer Prozentsatz. Überschießende Pullbacks am Ausbruchslevel müssten immer eingeplant werden, das wird in Teil 2 beschrieben.

    11:15 Uhr, 21.12.2022
  • robirei1
    robirei1

    Mit grösster Sicherheit wäre ein Einstieg im Obigen Chart ein Verlusttrade geworden,denn die Tageskerze zeigt am Hoch ein Dark Cloude Cover.Weiterhin ist es in einem hohen Prozentsatz der Fall dass neue Hochs erstmal abverkauft werden .Den Trade wäre ich nie eingegangen

    12:50 Uhr, 02.04.2019

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Über den Experten

André Rain
André Rain
Technischer Analyst und Trader

André Rain ist seit dem Jahr 2000 im Aktienhandel aktiv. Hier startete er bereits mit seiner autodidaktischen Ausbildung in Chartanalyse. Die Faszination für die Charttechnik führte ihn im Mai 2005 zu GodmodeTrader, dem Vorgänger-Portal von stock3.com, wo er als Technischer Analyst mit Schwerpunkten auf Aktien- und Indexanalysen tätig ist. Seit 2004 handelt er privat intensiv Aktien und Hebelzertifikate im kurzfristigen Zeitfenster von wenigen Minuten bis mehreren Stunden. Dabei hat er sich auf den Handelsstil des Ausbruchstradings spezialisiert, mit dem er an kurzen, dynamischen Marktbewegungen partizipiert. Seiner Meinung nach ist der Chart das beste Instrument zur Auswertung und Prognose von Bewegungen an den Finanzmärkten.

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