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06:28 Uhr, 19.02.2026

Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen

DJ PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen

Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.

GLYPHOSAT - Die US-Regierung verleiht dem von Bayer vertriebenen Unkrautvernichter Glyphosat einen Sonderstatus. US-Präsident Donald Trump hat die Produktion und den dafür notwendigen Abbau des Minerals Phosphat durch Bayer in den "Defense Production Act" (DPA) aufgenommen, erfuhr das Handelsblatt aus US-Industriekreisen. Das Weiße Haus bestätigte am Mittwochabend, dass Trump eine entsprechende Verordnung unterzeichnet hat. Damit wird die Glyphosat-Verfügbarkeit als unverzichtbar für die Sicherheit und Unabhängigkeit der USA eingestuft - in Fragen der Ernährung, Industrie und Verteidigung. Der DPA ist ein seit 1950 geltendes Gesetz, mit dem die USA in Krisenzeiten ihre Ressourcen schützen wollen. (Handelsblatt)

WELTWIRTSCHAFTSFORM - Der erwartete Wechsel von Christine Lagarde an die Spitze des Weltwirtschaftsforums ist laut Personen, die mit der Nachfolgeplanung in Davos vertraut sind, keine "ausgemachte Sache" mehr. Lagarde, die voraussichtlich vor den Wahlen in Frankreich vorzeitig als Präsidentin der Europäischen Zentralbank zurücktreten wird, wurde weithin als nächste ständige Vorsitzende des Weltwirtschaftsforums gehandelt, dessen Gründer Klaus Schwab im vergangenen Jahr überraschend zurückgetreten war. Derzeit ist sie dort Mitglied des Verwaltungsrats. Innerhalb des Vorstands der Schweizer Organisation werde Lagarde jedoch zunehmend als "Klaus' Kandidatin" betrachtet - eine Verbindung, die sich nun laut vier mit den Diskussionen vertrauten Personen gegen sie wenden könnte. (Financial Times)

AUTOBAHN GMBH - Nach einem vertraulichen Bericht des Bundesrechnungshofs zu IT-Mängeln bei der Autobahn GmbH schlagen Politiker parteiübergreifend Alarm. Die bundeseigene Gesellschaft betreibt mit mehr als 13.000 Kilometern Autobahn eine zentrale kritische Infrastruktur. Marc Henrichmann (CDU), Vorsitzender des Geheimdienste-Kontrollgremiums, sprach von einem "Warnschuss". "Cybersicherheit ist eine Frage unserer nationalen Resilienz", sagte er dem Handelsblatt. Gerade bei kritischer Infrastruktur brauche es "endlich klare Zuständigkeiten, einheitliche Standards und eine strategische Gesamtverantwortung". (Handelsblatt)

STAHLBRANCHE - Die EU-Kommission erwägt nach Spiegel-Informationen, die zum Schutz der europäischen Industrie geplanten "Buy European"-Regeln aufzuweichen, und zieht dafür Kritik aus der Stahlbranche auf sich. Konkret geht es darum, dass beim Stahl künftig stärker auf CO2-arme Herstellung geachtet werden soll statt auf Produktion in Europa. Hintergrund ist ein Gesetzespaket, das die Behörde voraussichtlich in der kommenden Woche vorlegen will. Dort waren bislang Quoten für strategische Sektoren wie Stahl, Zement, Batterien und Solartechnik sowie die Autoindustrie vor: Wenn der Staat in diesen Feldern einkauft oder Fördermittel vergibt, soll etwa bei Beton mindestens 5 Prozent des Materials CO2-arm und in der EU hergestellt werden müssen. Dies betrifft vor allem Bauprojekte. Auch wenn der Staat Autos kauft oder dies fördert, soll ein Mindestanteil an den Fahrzeugen "Made in Europe" sein müssen. (Spiegel)

ERNEUERBARE ENERGIEN - Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) verteidigt ihre Pläne, die Privilegien erneuerbarer Energien einzuschränken. "Die Erneuerbaren sind erwachsen geworden, sie stehen für den größten Teil der Stromerzeugung in Deutschland", sagte sie dem Handelsblatt. "Daraus folgt, dass sie jetzt auch mehr Systemverantwortung übernehmen müssen." Reiche stellt die Entschädigungen zur Disposition, die Betreiber von Erneuerbaren-Anlagen erhalten, wenn Strom aufgrund von Netzengpässen nicht eingespeist werden kann. Außerdem will sie verhindern, dass andere Netznutzer - etwa KI-Rechenzentren - nicht ans Netz angeschlossen werden können, weil Erneuerbaren-Anlagen Vorrang haben. Wegen dieser Pläne steht die Ministerin in der Kritik. (Handelsblatt)

BUNDESPRÄSIDENT - Die schwarz-rote Regierungskoalition hat sich auf ein Datum für die nächste Bundespräsidentenwahl verständigt. Die Bundesversammlung soll am Samstag, 30. Januar 2027 stattfinden, erfuhr der Spiegel aus Kreisen von Union und SPD. Der bisher kursierende Wahltermin am 14. Februar kommt aus Sicht der Koalitionäre nicht infrage, weil an diesem Wochenende die Münchner Sicherheitskonferenz stattfindet. Formal liegt die Entscheidung bei Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU), die die Bundesversammlung einberufen muss und über Ort und Zeit bestimmt. Der Ältestenrat des Parlaments ist in die Terminfindung eingebunden. (Spiegel)

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