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06:15 Uhr, 13.02.2026

Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen

DJ PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen

Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.

RÜSTUNGSINFLATION - Die hohe staatliche Nachfrage und die Aufhebung der Schuldengrenze für Verteidigungsausgaben könnten die Inflation bei Rüstungsgütern befeuern. Das befürchtet der Ökonom und Rüstungsexperte Guntram Wolff vom Brüsseler Thinktank Bruegel. "Der Druck, die Verteidigungsbudgets zu verausgaben, ist groß", sagte Wolff dem Spiegel. "Wenn man auf die Preise sieht, die dabei bezahlt werden, muss man sich fragen, ob die Beschaffer von allen guten Geistern verlassen sind." Ein Preisindex, der wie bei den Verbraucherpreisen ein Gesamtbild liefert, fehlt für die Waffenbranche. (Spiegel)

DRUCKMITTEL-LISTE - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will sich für künftige Konflikte mit US-Präsident Donald Trump besser wappnen. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung hat sich Merz von seinen Beamten eine Liste anfertigen lassen, die aufzeigt, in welchen Bereichen die USA wirtschaftlich oder politisch besonders von Deutschland abhängig sind. Er reagiert damit auf die wiederholten Versuche Trumps, die wirtschaftliche Stärke seines Landes als Druckmittel einzusetzen, um selbst Verbündeten politische Zugeständnisse abzupressen. Auch die EU-Kommission soll über eine ähnliche Liste verfügen. Die unter Verschluss gehaltene Aufstellung des Kanzleramts enthält unter anderem deutsche Waren, die für die US-Wirtschaft wichtig sind. (Süddeutsche Zeitung)

BUY EUROPEAN - Die EU-Kommission kommt der deutschen Bundesregierung bei einem ihrer wichtigsten industriepolitischen Vorhaben entgegen. Bis 2035 soll der Anteil der verarbeitenden Industrie in der EU 20 Prozent der Wertschöpfung betragen. Nun verschiebt die EU das Ziel um fünf Jahre - wohl aufgrund des Drucks von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Das neue Ziel geht aus dem Entwurf des "Industrial Accelerator Acts" hervor, der dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Außerdem sollen auch Hersteller aus Partnerländern als EU-Hersteller gelten, etwa wenn diese ein Handelsabkommen mit der EU geschlossen haben. Auch das hatte die Bundesregierung gefordert. (Handelsblatt)

Tarifstreit - Inmitten der laufenden Tarifauseinandersetzungen unter anderem bei der Bahn und im öffentlichen Dienst schlägt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung einen anderen Bewertungsmaßstab für Lohnsteigerungen vor. Ihm fehle in der Debatte über höhere Löhne immer "die Betrachtung der Produktivität", sagte DIW-Chef Marcel Fratzscher dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Wenn die Menschen sagen können, ich produziere auch wirklich 4 Prozent mehr in meiner Arbeitszeit pro Jahr, dann finde ich es völlig legitim, dass auch die Löhne um 4 Prozent steigen", so der Ökonom. (RND)

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