Zentralbanken zeigen die Zähne
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Fed: Iran-Krieg macht Leitzinsanhebung unausweichlich
Nach vielem Hin und Her ging sie dann doch den Schritt: Gestern am Abend europäischer Zeit beschloss die US-Notenbank, ihr Tagesgeldzielband um 25 Basispunkte anzuheben, auf nunmehr 3,75 % bis 4,00 %. Es war die erste Leitzinsänderung seit Dezember 2025 und die erste Straffung der Geldpolitik seit Juli 2023. Der Beschluss fiel einstimmig. Laut aktualisierter Projektion neigt die überwiegende Mehrheit im Notenbankrat zu einem weiteren Leitzinsanhebungsschritt noch im laufenden Jahr. Für die Zeit danach wird mit einer länger währenden Plateauphase ohne Zinsänderung gerechnet. Die Fed geht auf offenen Konfrontationskurs zum Oval Office. Die US-Inflationsdaten für August, veröffentlicht am vergangenen Freitag, ließen den Währungshütern keine andere Wahl, als die Leitzinsschrauben anzuziehen. Andernfalls hätte dem noch neuen Notenbankpräsidenten Warsh ein Schaden an seiner Glaubwürdigkeit als Bekämpfer der Inflation gedroht. Die Fed sendet ein eindeutiges Signal an die Oberste Heeresleitung des Landes: Ohne eine zeitnahe Wiederöffnung der Straße von Hormus deutet alles auf eine weitere geldpolitische Straffung hin, und zwar schon per viertes Quartal dieses Jahres. Das Weiße Haus hat die Wahl.
EZB hat erhöht, weitere Notenbanken stehen "Gewehr bei Fuß"
Die Finanzmärkte quittierten den Fed-Entscheid gestern mehrheitlich mit Abschlägen: bei Aktien, bei Renten, beim Euro-Außenwert, beim Brent-Rohöl, beim Goldpreis. Das Problem: Der Gegenwind ist für Wertpapiere mit dem gestrigen Abend beileibe nicht abgeflaut. Am heutigen Donnerstag meldet sich die Bank von England zu Wort. Auch dort geht es um Leitzinsen. Unmittelbar erwarten wir zwar keine weitere Verschärfung der geldpolitischen Gangart. Bedenklich stimmt jedoch eine Inflationsrate für August von Jahr über Jahr 3,1 %. Die Notenbank könnte heute verbal "aggro" auftreten - keine anheimelnde Perspektive für die Finanzmärkte. Für Freitag, zum Ausklang der Woche, steht ein weiterer Leitzinsentscheid an: in Japan. Hierfür erwarten wir eine Anhebung, und zwar um 25 Basispunkte. Mehr noch: Für die Bank von Japan würde ein solcher Entscheid auf eine Beschleunigung ihres geldpolitischen Straffungskurses hinauslaufen. Sie würde ihren Leitzins dann zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten erhöhen - eine ungewohnt rabiate Gangart. Zudem: 1,25 % klingen zwar nach einem überschaubaren Niveau. Für Japan wäre dies indes der höchste Satz für mehr als drei Jahrzehnte.
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