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KI-Euphorie erhält einen Dämpfer
Die Börsen in Asien starteten heute Morgen mit Verlusten in die neue Woche. Auslöser sind Warnungen führender KI-Vertreter, die eine Verlangsamung bei der Entwicklung besonders leistungsfähiger Modelle fordern. Der MSCI-Index für den asiatischen Raum verlor 0,5 %. Der koreanische Kospi gab um 2,1 % nach; besonders schwer wogen die Verluste bei den Halbleiterwerten Hynix und Samsung. In Tokio geriet Softbank zeitweise um bis zu 13 % unter Druck, nachdem OpenAI-Chef Sam Altman erklärt hatte, sein Unternehmen werde in diesem Jahr nicht an die Börse gehen. Es stellt sich nun die Frage, ob ein vorsichtigeres Entwicklungstempo bei KI die Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bremsen und damit die hohen Gewinnerwartungen der Branche gefährden könnte. Anthropic-Chef Amodei hatte am Wochenende zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen gefordert. Zugleich plädierte er dafür, die Entwicklung der fortschrittlichsten Modelle zu verlangsamen. Präsident Donald Trump dagegen spielte die wachsenden Risiken herunter. Viele Marktteilnehmer rechnen nicht mit einem Einbruch der KI-Investitionen. Die Nachfrage nach Rechenleistung und Infrastruktur bleibe hoch. Gleichwohl sind gerade hoch bewertete Technologiewerte anfällig für Zweifel an der Rentabilität der gewaltigen Investitionssummen.
Angriff auf Pipeline treibt Ölpreis
Die Stilllegung einer wichtigen saudischen Rohölpipeline hat die Ölpreise deutlich steigen lassen. Brent verteuerte sich zeitweise um 3,7 % auf über 108 USD je Barrel. Die Ost-West-Pipeline transportiert Öl zum Hafen Yanbu am Roten Meer und umgeht damit die Straße von Hormus. Wann der Betrieb wieder aufgenommen wird, ist offen. Nach Einschätzung von Analysten reichen die Lagerbestände in Yanbu noch für fünf bis sieben Tage. Ein längerer Ausfall könnte Förderkürzungen und erhebliche Verwerfungen am Ölmarkt nach sich ziehen. Zusätzliche Risiken ergeben sich aus verschobenen Gesprächen über einen Schifffahrtskorridor durch die Straße von Hormus sowie aus dem wachsenden Einfluss der Huthi an Jemens Küste. Damit könnte auch die Passage durch die Meerenge Bab al-Mandab stärker gefährdet werden.
US-Inflation erhöht Druck auf die Fed
Die am Freitag veröffentlichten Inflationsdaten aus den USA haben die Erwartungen an eine bevorstehende Zinserhöhung der US-Notenbank Fed deutlich verstärkt. Im August 2026 stiegen die Verbraucherpreise saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 0,4 %. Der Kernindex, der die besonders schwankungsanfälligen Komponenten Nahrungsmittel und Energie ausklammert, erhöhte sich um 0,3 %. Damit hat sich der Preisauftrieb gegenüber Juli beschleunigt: Mit einem Anstieg von exakt 0,29 % fiel die Kerninflation nun etwas höher aus, als es für ein erneutes Stillhalten der Fed komfortabel gewesen wäre. Besonders die Entwicklung der Energiepreise trug zur höheren Gesamtinflation bei. Die Benzinpreise legten im Zuge der jüngsten Eskalation im Nahen Osten zu und sorgten damit für zusätzlichen Aufwärtsdruck auf den Verbraucherpreisindex. Zwar fiel der Anstieg ohne Energie und Nahrungsmittel geringer aus als bei der Gesamtteuerung, doch auch die Kernrate signalisiert weiterhin robusten Preisdruck. Vor diesem Hintergrund steigt der Handlungsdruck auf die Fed vor ihrer Sitzung am kommenden Mittwoch. Die Wahrscheinlichkeit einer ersten Leitzinserhöhung seit dem Sommer 2023 hat sich nach den Inflationsdaten merklich erhöht. Während ein Zinsschritt vor Veröffentlichung der CPI-Zahlen am Markt noch mit rund 70 % eingepreist worden war, liegt die Markterwartung nun eher bei 90 %. Wir haben daher unsere Einschätzung angepasst: Wir rechnen nun beim Zinsentscheid der US-Notenbank am Mittwochabend mit einer Anhebung des Fed-Leitzinses um 25 Bp von 3,75 % auf 4 %. Entsprechend haben wir unsere Leitzinsprognosen über sämtliche Prognosehorizonte um 25 Bp nach oben verschoben.
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