Rüstungsboom führt zu Rekordauftragsbestand der Industrie
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- Rheinmetall AG - WKN: 703000 - ISIN: DE0007030009 - Kurs: 1.018,000 € (XETRA)
Der reale Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe stieg im Juli gegenüber dem Vormonat saison- und kalenderbereinigt um 1,5 %, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vergleich zum Juli 2025 lag der Bestand kalenderbereinigt 10,9 % höher.
Damit erreichte der Auftragsbestand erneut den höchsten Stand seit Beginn der entsprechenden Zeitreihe. Ausschlaggebend war vor allem der sonstige Fahrzeugbau. In diesem Bereich, der unter anderem Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge umfasst, erhöhte sich der Auftragsbestand gegenüber Juni um 3,9 %. Nach Angaben der Statistiker sind dort zuletzt zahlreiche neue Aufträge eingegangen. Zugleich sind die Fertigungszeiten vergleichsweise lang.
Der Rekordwert ist damit stark auf diese Branche konzentriert. Ohne den sonstigen Fahrzeugbau liegt der Auftragsbestand laut Destatis deutlich unter seinem bisherigen Höchststand.
Auch der Maschinenbau verzeichnete mit einem Plus von 0,8 % einen höheren Auftragsbestand. In der Automobilindustrie sank er dagegen um 1,7 %.
Reichweite erreicht erstmals 9,0 Monate
Die offenen Inlandsaufträge nahmen im Juli um 3,0 % zu, die Aufträge aus dem Ausland um 0,6 %. Bei den Herstellern von Investitionsgütern erhöhte sich der Bestand um 1,8 %, bei Vorleistungsgütern um 0,6 % und bei Konsumgütern um 1,7 %.
Die rechnerische Reichweite des gesamten Auftragsbestands stieg von 8,9 auf 9,0 Monate und erreichte damit den höchsten Wert seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2015. Bei Investitionsgütern erhöhte sie sich auf 12,6 Monate, nach 12,4 Monaten im Juni.
Die Zahlen zeigen deutlich, dass der industrielle Auftragsboom nicht breit über alle Branchen verteilt ist. Einen wesentlichen Anteil am Rekordniveau hat der sonstige Fahrzeugbau. Wie groß darin der konkrete Beitrag von Rüstungsaufträgen ist, weist die Statistik nicht separat aus. Anekdotische Hinweise deuten aber darauf hin, dass Rüstungsaufträge der Haupttreiber der Entwicklung sein dürften.
Rüstungsanteil ist gesperrt, aber lässt sich nachweisen
Welcher Anteil des Rekords auf Rüstungsaufträge entfällt, gibt die amtliche Statistik nicht preis: Die Untergruppe "Herstellung von militärischen Kampffahrzeugen" in der Statistik ist aus Geheimhaltungsgründen gesperrt. Ein Rückschluss ist dennoch möglich. Der Auftragsbestandsindex für den gesamten sonstigen Fahrzeugbau lag im Juli bei 154,7 Punkten (2021 = 100) und damit höher als bei jeder veröffentlichten Teilbranche aus dem zivilen Bereich. Der deutliche Überhang kann nur aus der gesperrten Rüstungsposition stammen. Ein zweiter Beleg findet sich außerhalb des Fahrzeugbaus: Bei der Herstellung von Waffen und Munition liegt der Auftragsbestand beim 5,8-Fachen des Wertes von 2021, die rechnerische Reichweite bei 66,7 Monaten nach 26,3 Monaten im Jahr 2021.
Wie stark die Nachfrage aus dem Verteidigungssektor inzwischen ist, zeigen auch die Auftragszahlen einzelner Unternehmen. Bei Rheinmetall lag der Auftragsbestand Ende Juni 2026 bei 80,5 Mrd. EUR, nach 56,0 Mrd. EUR ein Jahr zuvor. Der klassische Auftragseingang erhöhte sich im ersten Halbjahr auf 14,95 Mrd. EUR, von 5,16 Mrd. EUR im Vorjahreszeitraum. Auch im Marineschiffbau wurden zuletzt neue Projekte in Milliardenhöhe gemeldet. Für vier weitere MEKO-A-200-Fregatten für die Bundeswehr wurde im Juli ein Volumen von knapp 6,3 Mrd. EUR gebilligt. TKMS bezeichnete das Vorhaben als größten Überwasserauftrag seiner Geschichte. Die Beispiele zeigen, welche Größenordnung die zusätzlichen Verteidigungsausgaben inzwischen erreicht haben.
Fazit: Der Rekordauftragsbestand ist kein Beleg für einen breit angelegten Aufschwung der deutschen Industrie. Er wird maßgeblich vom sonstigen Fahrzeugbau getragen, während etwa die Automobilindustrie weiter schwächelt. Gerade darin zeigt sich jedoch die wachsende wirtschaftliche Bedeutung der europäischen Aufrüstung: Verteidigungsaufträge stützen inzwischen spürbar Teile der deutschen Industrie und werden damit zunehmend zu einem Konjunkturfaktor.
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Eine teuer erkaufte Sonderkonjunktur. Die Neuverschuldung des Bundes liegt dafür bei über 100 Milliarden EUR mit steigender Tendenz. Diese Ausgaben schaffen keinen Wert für das Land, z. T. werden die Güter im Ukraine-Krieg sofort wieder vernichtet. Defict spending mit all seinen negativen Folgen (Kredit-/Geldemengenausweitung -> (asset price) inflation) in seiner schlechtesten Form.