Xetra handelt ab 1. Dezember von 8 bis 22 Uhr für Privatanleger
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Für Privatanleger ergibt sich ein durchgehender Zugang von 14 Stunden zu einem der liquidesten Handelsplätze Europas, so die Deutsche Börse. Der Börsenbetreiber begründet den Schritt mit wachsendem Bedarf nach mehr Flexibilität. "Damit erhöhen wir die Flexibilität für Berufstätige, die nun auch nach dem Arbeitstag in aller Ruhe über Xetra handeln können“, teilte das Unternehmen mit.
Strategische Öffnung für das Privatkundengeschäft
Kern der Reform ist ein Handelsablauf, der früher beginnt und erheblich länger offen bleibt. Das Pre-Trading startet künftig bereits um 7:00 Uhr. Ab 8:00 Uhr beginnt der Retail Early, der bis 8:55 Uhr läuft. Die Eröffnungsauktion setzt dann einheitlich um 8:55 Uhr ein, bevor zwischen 9:00 und 9:04 Uhr je nach Marktsegment in den fortlaufenden Handel übergeleitet wird. Die Harmonisierung der Startzeiten ersetzt das bisher fragmentierte System und soll zu mehr Transparenz führen.
Auch der Handelsabschluss wird neu geordnet. Die Phase Trade-at-Close steht künftig nur noch für DAX, MDAX und SDAX zur Verfügung und findet zwischen 17:35 und 17:40 Uhr statt. Darauf baut der Retail Late auf, dessen Beginn abhängig vom jeweiligen Instrument variiert. Für Wertpapiere mit Trade-at-Close startet der Späthandel um 17:40 Uhr, für alle anderen direkt nach der Schlussauktion um 17:35 Uhr. Beide Varianten laufen einheitlich bis 22:00 Uhr. Anschließend beginnen Post-Trading und End-of-Day-Prozesse, die zukünftig in eng getakteten Schritten ab 22:00 Uhr ablaufen. Die Umstellung erinnert daran, dass viele Phasen nicht auf die Sekunde festgelegt sind, sondern je nach Produktgruppe um 15, 30 oder 45 Sekunden variieren können.
Gekennzeichnete Preise und neue Transparenzregeln
Für den erweiterten Retail-Service gelten eigene Preisindikatoren. Die dort ermittelten Kurse beeinflussen weder die offiziellen Xetra-Eröffnungs- und Schlusskurse noch die Tageshöchst- und Tiefststände. Sie fließen auch nicht in die Referenzpreisbildung für den Haupthandel ein. Zugelassen sind ausschließlich Retail-Orders registrierter Market Operatoren sowie Kurse und Orders der entsprechenden Liquidity Provider. Damit soll klar getrennt werden, welche Preisformationen aus dem Retail-Segment stammen und welche für den regulären Börsenbetrieb maßgeblich sind.
Bereits vor dem Stichtag platzierte Retail-Orders bleiben bestehen und sind ab dem 1. Dezember automatisch für alle Handelsphasen von 8:00 bis 22:00 Uhr gültig. Wer dies nicht wünscht, muss Orders explizit mit der Einschränkung "gültig ausschließlich für den Haupthandel“ kennzeichnen. Die Deutsche Börse weist zudem darauf hin, dass die Ausweitung für alle Handelsteilnehmer operative Bedeutung hat. Institute müssen Kunden über die neuen Abläufe informieren und sicherstellen, dass ihre Systeme die erweiterten Handelsfenster korrekt abbilden.
Mit dem Extended Xetra Retail Service verankert die Deutsche Börse den Privatkundenhandel fester im regulierten Markt und grenzt ihn zugleich präziser vom professionellen Handel ab. Die klare Kennzeichnung der Retail-Preise und die Ausweitung der Handelszeiten stärken Flexibilität und Transparenz. Zugleich bleibt abzuwarten, ob die Liquidität im Früh- und Späthandel durchgängig stabil ausfällt.
Klar ist aber auch, die Deutsche Börse macht damit Lang & Schwarz, Tradegate und der Baader Bank erhebliche neue Konkurrenz. Besonders wichtig: Wie entwickeln sich die Spreads im frühbörslichen und im nachbörslichen Handel? Eine Ausweitung der Spreads erscheint durchaus möglich, weil kaum alle Marktteilnehmer zwischen 8 und 22 Uhr am Computer sitzen werden.
Link zur Themenseite der Deutschen Börse AG
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