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Kommentar
09:20 Uhr, 31.08.2026

Wochenausblick: "Hoher Ölpreis belastet wieder"

Der Rekordlauf der Vorwoche ist erst einmal vorbei. Denn ein neuer US-Militärschlag in der Straße von Hormus lässt den Ölpreis wieder deutlich steigen. Dabei sieht es wirtschaftlich in Deutschland gar nicht mehr so schlecht aus.

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31. August 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Nach dem neuen DAX-Rekord am Freitag ist die Stimmung abgekühlt. Denn der Ölpreis ist aufgrund wieder aufflammender Kämpfe im Iran über 90 US-Dollar das Barrel Brent gestiegen. Am Donnerstag hatten starke Nvidia-Quartalszahlen und ein optimistischer Ausblick des Unternehmens KI-Werte und die Märkte insgesamt beflügelt. Zudem kam die mit Spannung erwartete Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh am Freitag auf der Notenbankerkonferenz in Jackson Hole überwiegend gut an: Warsh unterstrich die Risiken der Inflation. Damit gilt eine Zinserhöhung im September zwar als wahrscheinlicher. Andererseits gewann Warsh – zeitweise als Marionette von US-Präsident Trump gesehen – als Hüter der Preisstabilität an Glaubwürdigkeit.

Der DAX (<DE0008469008>) steht am Montagmorgen bei 26.468 Punkten nach 26.659 im Allzeithoch am Freitag und 26.559 zu Handelsschluss. Auch der Stoxx Europe 600 (<EU0009658202>) liegt etwas unter dem Rekordhoch. Nicht fortgesetzt hat sich der starke Preisanstieg von Gold und Bitcoin. Nach über 4.660 US-Dollar kostet die Feinunze Gold jetzt wieder 4.434 US-Dollar. Der Bitcoin wird nach kurzzeitig über 80.000 US-Dollar aktuell unter 78.000 US-Dollar gehandelt.

„Schatten auf KI-Boom“

Nach Einschätzung des LBBW-Analysten Andreas da Graca trägt die KI-Story zwar die US-Technologiebörsen. In Europa könne sie aber die Belastungen durch geopolitische Risiken, Handelskonflikte sowie Konjunktur- und Inflationssorgen nicht überdecken. Außerdem werfe der KI-Boom erste Schatten. „Beispielsweise soll Nvidia Teile eines Finanzierungsmodells für kleinere KI-Cloudanbieter pausiert haben“, erklärt da Graca. Befürchtet werde, dass Kreditunterstützung und Rückmietungen von Rechenkapazität die Nachfrage künstlich stützten.

„Miese Woche für Untergangspropheten der deutschen Industrie“

Erste zuversichtlich Signale kommen unterdessen von der Wirtschaft hierzulande. „Für Untergangspropheten der deutschen Industrie war es eine miese Woche“, meint Ulf Kraus von der Helaba. Nach dem Anstieg der Einkaufsmanagerindizes sei mit dem ifo-Geschäftsklima der nächste Stimmungsindikator gestiegen. Der Indikator für das Verarbeitende Gewerbe verzeichne sogar den höchsten Wert seit über drei Jahren. Außerdem sei das BIP-Wachstum im zweiten Quartal von 0,2 auf 0,3 Prozent hochrevidiert worden. „Es ist inzwischen erstaunlich, wie robust die Industrie bislang durch den Irankrieg kommt.“

Nur noch wenige Unternehmenszahlen

Höhepunkt der neuen Woche dürften die US-Arbeitsmarktzahlen am Freitag sein, von denen Aufschlüsse über die weitere US-Leitzinsentwicklung erhofft werden. Zum Ende der Berichtssaison legen zudem noch einige Nachzügler ihre Bücher offen. „Ob der Aufstieg auf neue Allzeithochs gelingt, dürfte auch von der Interpretation des Zahlenwerks und des Ausblicks von Dell und Palo Alto (beide Dienstag) sowie HP und Broadcom (beide Mittwoch) abhängen“, meint Alexander Krämer von der Commerzbank.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 31. August

14.00 Uhr. Deutschland: Verbraucherpreise August. Die DekaBank rechnet mit einem Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Das ergibt 3,1 Prozent zum Vorjahr.

Dienstag, 1. September

11.00 Uhr. Eurozone: Verbraucherpreise August. Die Inflation im Euroraum dürfte auf 3,3 Prozent gestiegen sein, meint die DekaBank. Wichtigste Triebfeder hierfür sei wohl erneut die starke Verteuerung von Energiegütern. Die Kerninflationsrate erwartet sie unverändert bei 2,5 Prozent.

Donnerstag, 3. September

Indexanpassungen in der DAX-Familie: Viermal im Jahr, jeweils am dritten Arbeitstag im März, Juni, September und Dezember ist Indextermin, die anstehenden Veränderungen werden nach US-Börsenschluss veröffentlicht. DAX, MDAX und TecDAX werden regulär zweimal im Jahr, jeweils im März und im September, überprüft und angepasst.

Freitag, 4. September

14.30 Uhr. USA: Arbeitslosenzahlen August. Das Capital Markets Team von Metzler geht davon aus, dass der Arbeitsmarkt mit einem Stellenwachstum im unteren zweistelligen Tausenderbereich und einem Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4,2 Prozent weiterhin schwächelt.

Von Anna-Maria Borse, 31. August 2026, © Deutsche Börse AG

Über die Autorin

Anna-Maria Borse ist Finanz- und Wirtschaftsredakteurin mit den Schwerpunkten Finanzmarkt/Börse und volkswirtschaftliche Themen.

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