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Kommentar
09:41 Uhr, 10.08.2026

Wochenausblick: DAX-Rekorde ohne Sektlaune

Nach dem neuen Höchststand am Freitag sieht es für den DAX weiter gut aus. Überzeugende Quartalszahlen und die Hoffnung auf eine baldige Öffnung der Straße von Hormus stützen die Kurse.

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10. August 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Die Stimmung in Deutschland ist schlecht wie selten, doch an den Börsen geht es auch hierzulande immer weiter nach oben. Zuletzt stützte der US-Arbeitsmarktbericht. „Schwacher US-Arbeitsmarkt, starke Börse“, fasst es LBBW-Analyst Frank Klumpp zusammen. Der am Freitagnachmittag veröffentlichte Bericht für Juli sei in nahezu allen Belangen enttäuschend ausgefallen. „An den Finanzmärkten wurden die Zinserwartungen entsprechend angepasst – und Befürchtungen über steigende Leitzinsen durch die US-Notenbank zerstreut.“

Der DAX (<DE0008469008>) steht am Montagmorgen bei 26.337 Punkten nach 26.356 am Freitag zu Handelsschluss und 26.447 im jüngsten Allzeithoch. Auch der Stoxx Europe 600 (<EU0009658202>) liegt auf Rekordniveau. In den USA hat der S&P 500 (<US78378X1072>) am Freitag ebenfalls ein neues Allzeithoch markiert. Der Tech-Index Nasdaq 100 ist nach deutlichen Rückgängen zuletzt wieder gestiegen. Auffällig ist aktuell die Goldpreisentwicklung: Der Preis für eine Feinunze ist im August wieder stark gestiegen und liegt am Montagmorgen bei 4.355 US-Dollar.

Hin und her wegen Iran-Krieg

Claudia Windt von der Helaba blickt auf den Iran-Krieg. „Seit Ende Februar dauert der Konflikt an, und das Erstaunliche ist, mit welchem Gleichmut die Anleger beinahe im Wochentakt zwischen Krieg und Friedenshoffnungen hin- und herspringen“, kommentiert sie. Exemplarisch dafür stehe die zurückliegende Handelswoche: „Ein kräftiger Ölpreisrückgang, verbunden mit der Aussicht auf eine Einigung zwischen den USA und dem Iran, beflügelte Aktien.“

„Unterstützung durch Quartalszahlen und Geldpolitik“

„Der wesentliche Impuls für die jüngste Erholung ging von einer vorübergehenden Entspannung im Nahen Osten aus“, erklärt auch Birgit Henseler von der DZ Bank. Die Entscheidung der USA, einen angekündigten Militärschlag gegen den Iran auszusetzen und diplomatische Gespräche aufzunehmen, habe zu einem spürbaren Rückgang der Energiepreise geführt. Unterstützt werde die positive Entwicklung von einer robusten Quartalsberichtssaison. In den USA und Europa seien die Ergebnisse und Ausblicke der Unternehmen überwiegend besser ausgefallen als im Frühjahr prognostiziert.

Außerdem bleibe die Geldpolitik wesentlicher Unterstützungsfaktor, da keine weiteren massiven Leitzinserhöhungen zu erwarten seien. Der DAX mit seinen Schwerpunktbranchen Industrie, Finanzen und zyklischer Konsum profitiere zudem davon, dass die Bewertungen im globalen Halbleitersektor hinterfragt würden. „Sofern eine erneute geopolitische Eskalation ausbleibt und sich die Gewinnerwartungen bestätigen, bleibt die Aufwärtsbewegung intakt.“

„DAX-Rekord auch fundamental gut untermauert“

Die neue Woche ist eher datenarm. „Taktgeber der Woche sind die US-Verbraucherpreise am Mittwoch“, stellt Christian Henke von IG fest. Dazu kommen noch einige Unternehmenszahlen, hierzulande etwa von Eon, Hannover Rück und RWE. Die US-Gewinnsaison für das zweite Quartal neigt sich mit „sehr beeindruckenden Zahlen“ dem Ende zu, wie Andreas Hürkamp von der Commerzbank feststellt. So seien die Unternehmensgewinne laut Bloomberg-Zahlen um 29 Prozent gestiegen, nach erwarteten 23 Prozent. „Die Umsätze lagen 14,1 Prozent über Vorjahr – prognostiziert wurden 12,1 Prozent.“ Die Unternehmensgewinne der DAX-Unternehmen entwickelten sich zwar bei weitem nicht so dynamisch. Gerechnet werde mit einem Plus von 7 Prozent für das Gesamtjahr 2026. „Aber auch für den DAX geht der Trend der Gewinnerwartungen stetig nach oben, so dass das neue Rekordhoch von über 26.000 Punkten für den DAX auch fundamental gut untermauert ist.“

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Mittwoch, 12. August

14.30 Uhr. USA: Verbraucherpreise Juli. Nach dem Preisrückgang im Juni wird mit einem leichten Anstieg um 0,1 Prozent zum Vormonat gerechnet, erklärt Metzler.

Donnerstag, 13. August

11.00 Uhr. Eurozone: Industrieproduktion Juni. Erwartet wird ein kleines Plus von 0,1 Prozent gegenüber dem Mai.

Freitag, 14. August

11.00 Uhr. Eurozone: BIP zweites Quartal, zweite Schätzung. Laut Metzler wird es spannend zu sehen, ob die positive Überraschung der ersten Schätzung von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal bestätigt wird.

14.30 Uhr. USA: Einzelhandelsumsätze Juli. Für die US-Einzelhandelsumsätze erwartet die Commerzbank nach den starken Vormonaten ein weiteres Wachstum von 0,1 Prozent zum Vormonat.

Von Anna-Maria Borse, 10. August 2026, © Deutsche Börse AG

Über die Autorin

Anna-Maria Borse ist Finanz- und Wirtschaftsredakteurin mit den Schwerpunkten Finanzmarkt/Börse und volkswirtschaftliche Themen.

Feedback und Fragen an live@deutsche-boerse.com