Weekend-Flash: Inflation trifft Erwartungen – Ölpreis heizt Sorgen neu an
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Die US-Inflation für Juli fiel mit 3,4 % exakt wie prognostiziert aus, und schwache Konjunkturdaten dämpften die Erwartung einer weiteren Fed-Zinserhöhung. Der kräftig anziehende Ölpreis hielt die Inflationssorgen jedoch am Leben. Der DAX markierte am Dienstag ein Rekordhoch und ging mit einem Miniplus ins Wochenende, während die Wall Street auseinanderlief: Technologiewerte vorn, der Dow Jones hinten.
Wochenrückblick
Die Woche wurde von zwei gegenläufigen Kräften bestimmt. Auf der einen Seite standen die Preisdaten: Die US-Verbraucherpreise stiegen im Juli um 3,4 % nach 3,5 % im Vormonat, die Kernrate ging auf 2,5 % zurück, beides exakt im Rahmen der Erwartungen. Die Erzeugerpreise stagnierten am Donnerstag mit 0,0 % gegenüber erwarteten 0,2 %, und am Freitag enttäuschten die Einzelhandelsumsätze mit minus 0,6 % ebenso wie das Michigan-Konsumklima, das auf 51,0 Punkte fiel statt der erwarteten 54,5. Damit schwand die zuletzt am Markt eingepreiste Erwartung einer weiteren Fed-Zinserhöhung.
Auf der anderen Seite stand die Energieseite. Die Unsicherheit über den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus und zuletzt US-Blockadepläne gegen den Iran trieben Brent um 5,95 % auf 88,52 USD nach oben, den mit Abstand größten Ausschlag der Woche. Der höhere Energiepreis hielt die Inflationserwartungen hoch und belastete den Anleihemarkt: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag am Freitag bei 4,68 %, die dreißigjährige bei 5,216 % und damit auf dem höchsten Stand seit 25 Jahren.
An den Aktienmärkten ergab das ein zähes, aber freundliches Bild. Der DAX markierte am Dienstag bei 26.454 Punkten eine Bestmarke, gab die Gewinne in der Wochenmitte weitgehend wieder ab und rettete am Ende bei 26.455,9 Zählern ein Plus von 0,34 % ins Wochenende. In den USA trennte der KI-Komplex die Spreu vom Weizen: Während der Nasdaq 100 mit 1,09 % auf 30.046,14 Punkte klar vorn lag, kam der S&P 500 (+0,36 % auf 7.785,76 Punkte) nur langsam voran, und der Dow Jones schloss mit 53.732,41 Punkten sogar 0,56 % schwächer.
Bei den übrigen Basiswerten blieb die Bewegung überschaubar: Gold legte auf Wochensicht 0,74 % auf 4.432,10 USD zu, gestützt von den zwischenzeitlich fallenden US-Renditen, während Bitcoin mit 62.975,19 USD 2,95 % einbüßte. EUR/USD beendete die Woche bei 1,16 und damit 0,11 % fester, wobei der Euro nach den schwachen US-Daten am Freitag den größten Teil des Zugewinns holte. Aus Europa kamen zudem ordentliche Wachstumszahlen: Die Eurozone wuchs im zweiten Quartal um 0,4 % zum Vorquartal und 1,0 % zum Vorjahr, die Schweiz überraschte mit 1,5 % nach 0,4 %.
Europa
Tops & Flops Europa — Wochensicht (L&S)
| Wert | Woche |
|---|---|
| TKMS AG & Co. | +17,81 % |
| Siltronic | +11,83 % |
| thyssenkrupp | +10,12 % |
| CANCOM | -10,12 % |
| LANXESS | -9,02 % |
| E.ON | -7,97 % |
Die Berichtssaison lieferte in Deutschland zwei klare Gewinner. thyssenkrupp legte auf Wochensicht 10,12 % zu, nachdem das Q3-Ergebnis mit 18 % EBIT-Wachstum überzeugt hatte, der Konzern die Jahresprognose anhob und LBBW, BofA sowie JPMorgan die Kursziele nachzogen. Noch stärker fiel die Bilanz bei TKMS mit einem Plus von 17,81 % aus: Der Marineschiffbauer hob die Jahresprognose kräftig auf ein Umsatzwachstum von 10 bis 12 % an, worauf Bernstein auf Kaufen mit Kursziel 125 EUR hochstufte und MWB Research sogar 140 EUR nannte.
Rückenwind kam auch aus dem Technologie- und Energiekomplex. Vestas hob nach einem deutlich besser als erwarteten operativen Quartal die Jahresziele an und sah das 10-%-Margenziel in Reichweite, wovon auch Siemens Energy profitierte. Jenoptik meldete Auftragseingänge 15 % über den Erwartungen, während Siltronic und SUSS MicroTec im Sog der starken Ausblicke aus dem KI-Infrastrukturbereich anzogen. Qiagen (Aktuelle Analyse) erreichte nach den Quartalszahlen den höchsten Stand seit fünf Monaten, Deutsche Bank Research erhöhte das Kursziel auf 47 USD.
Auf der Verliererseite verlor E.ON 7,97 %, nachdem die Bundesnetzagentur für die Gas-Regulierungsperiode 2028 bis 2032 eine Kapitalverzinsung von nur 3,76 % vorgeschlagen hatte, weit unter den erwarteten 4,5 bis 5,5 %. CANCOM gab nach enttäuschenden Halbjahreszahlen und gesenkten Kurszielen von DZ Bank und Deutsche Bank 10,12 % ab, LANXESS verlor 9,02 %, nachdem Berenberg mit Verweis auf hohe Verschuldung und zu optimistische Gewinnerwartungen auf Verkaufen abgestuft hatte. Zum Wochenschluss sorgte Nagarro für Übernahmefantasie: Der indische IT-Konzern Persistent bietet 81 EUR je Aktie und bewertet das Unternehmen damit mit rund 1 Mrd. EUR.
USA
Tops & Flops USA — Wochensicht (L&S)
| Wert | Woche |
|---|---|
| Nebius Group | +47,73 % |
| SanDisk | +35,38 % |
| Super Micro Computer | +27,98 % |
| Tapestry | -20,56 % |
| Coherent | -14,06 % |
| First Solar | -9,79 % |
Die US-Woche gehörte dem Speicher- und KI-Infrastrukturkomplex. SanDisk war mit 35,38 % der stärkste Wert: Auf dem Investor Day präsentierte der Hersteller Geschäftsmodell-Vereinbarungen mit acht Kunden über ein Gesamtvolumen von 93,9 Mrd. USD sowie Wachstumsziele im mittleren bis hohen zweistelligen Bereich bis 2030 bei rund 80 % Bruttomarge; JPMorgan nahm die Coverage mit Overweight und Kursziel 2.250 USD wieder auf. Super Micro Computer folgte mit 27,98 %, gestützt von einer Umsatzguidance von rund 15 Mrd. USD gegenüber einem Konsens von 12 Mrd. USD. Nebius steigerte den Quartalsumsatz um 454 % auf 582,3 Mio. USD, Riot Platforms schloss mit Anthropic einen Stromliefervertrag über rund 9,1 Mrd. USD.
Nicht jede gute Zahl wurde belohnt. Coherent verlor trotz übertroffener Quartalszahlen 14,06 % auf Wochensicht, Cisco gab nach der Zahlenvorlage deutlich ab, weil die KI-Ziele als enttäuschend galten und Morgan Stanley wie Barclays auf Margendruck durch den höheren Hardware-Anteil verwiesen. Applied Materials setzte am Freitag nach der vorangegangenen Rally trotz übertroffener Erwartungen zurück und erklärte damit einen Gutteil der Schwäche im Nasdaq 100. Am schwächsten schnitt Tapestry mit minus 20,56 % ab: Der erste Ausblick auf das Geschäftsjahr 2027 mit nur mittlerem einstelligem Umsatzwachstum verfehlte die Erwartungen.
Daneben stand Vertex Pharmaceuticals im Fokus, nachdem der Konkurrenzwirkstoff SION-719 von Sionna Therapeutics den primären Endpunkt verfehlt hatte und Trikafta damit ohne ernsthafte Konkurrenz blieb. Reddit profitierte von der bevorstehenden Aufnahme in den S&P 500, während Phillips 66 und Marathon Petroleum ihre Fusionsgespräche abbrachen.
Ausblick auf die neue Woche
Der Makro-Kalender beginnt am Montag mit den kanadischen Verbraucherpreisen, für die Inflation Rate YoY bei 2,9 % und die Kernrate bei 2,2 % erwartet werden. Am Mittwoch folgen die Verbraucherpreise der Eurozone sowie zwei Auftritte von EZB-Präsidentin Lagarde, ehe am Donnerstag das Protokoll der EZB-Sitzung Hinweise auf den geldpolitischen Kurs liefern soll. Ebenfalls am Donnerstag stehen die japanischen Preisdaten an, mit einer erwarteten Inflationsrate von 1,7 % und einer Kernrate von 1,8 %.
Auf Unternehmensseite rückt der US-Konsum in den Mittelpunkt. Home Depot eröffnet am Dienstag den Reigen, am Mittwoch berichten Target, Lowe's, TJX Companies und Estée Lauder, dazu mit Analog Devices ein wichtiger Halbleitername. Der Höhepunkt kommt am Donnerstag mit Walmart, flankiert von Deere & Company und Ross Stores. Nach den schwachen Einzelhandelsumsätzen und dem eingebrochenen Konsumklima dürften die Aussagen der Einzelhändler zur Verfassung des US-Verbrauchers besonders aufmerksam gelesen werden.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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