Expertenkommentar

War das Kursfeuerwerk an den Aktienmärkten ein Fehlalarm?

Wer sich aufgrund der starken Performance zu Wochenbeginn zu Käufen hinreißen lassen will, sollte abwarten.

Vor einer Woche berichtete ich darüber, wie stark der Markt überverkauft ist. Einen Rebound hielt ich daher für möglich. Bis Mittwochabend vergangener Woche versuchte sich der Markt an einem Rebound, scheiterte aber. Statt Rebound kam es fast zur Panik. Nur noch 2,8 % aller S&P 500 Aktien notierten oberhalb ihrer 50-Tagelinie. Der Anteil an Aktien oberhalb der 200-Tage-Linie war höher, fiel aber von 13,5 % auf 11 %. Das sind Werte, die man beinahe als Kapitulation bezeichnen kann. Nun fragt sich jeder, ob der Markt wieder nachhaltig steigen kann. Impulsive Rebounds, wie er eine Woche zu spät am Montag und Dienstag stattgefunden hat, stellen Anleger vor schwierige Entscheidungen. Im Vorfeld weiß man nie, ob aus einem Rebound ein neuer Trend wird. Persönlich interpretiere ich den Rebound als genau das, einen Rebound. Der Markt war stark überverkauft und kam neben der tiefen Marktbreite auch aus einer ungewöhnlichen Verlustserie. In den vergangenen 40 Jahren gab es nur neun Verlustserien, die gleichlang oder länger andauerten.

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Über den Experten

Clemens Schmale
Clemens Schmale
Finanzmarktanalyst

Clemens Schmale hat seinen persönlichen Handelsstil seit den 1990er Jahren an der Börse entwickelt.

Dieser gründet auf zwei Säulen: ein anderer Analyseansatz und andere Basiswerte. Mit anders ist vor allem die Kombination aus Global Makro, fundamentaler Analyse und Chartanalyse sowie Zukunftstrends gemeint. Während Fundamentaldaten und Makrotrends bestimmen, was konkret gehandelt wird, verlässt sich Schmale beim Timing auf die Chartanalyse. Er handelt alle Anlageklassen, wobei er sich größtenteils auf Werte konzentriert, die nicht „Mainstream“ sind. Diese Märkte sind weniger effizient als andere und ermöglichen so hohes Renditepotenzial. Sie sind damit allerdings auch spekulativer als hochliquide Märkte. Die Haltedauer einzelner Positionen variiert nach Anlageklasse, beträgt jedoch meist mehrere Tage, oft auch Wochen oder Monate.

Rohstoffe, Währungen und Volatilität handelt er aktiv, in Aktien und Anleihen investiert er eher langfristig. Die Basiswerte werden direkt – auch über Futures – oder über CFDs gehandelt, in Ausnahmefällen über Optionen und Zertifikate.

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