Analyse
07:03 Uhr, 15.03.2024

VONOVIA - Solide Dividende trotz Rekordverlust

Der Wohnimmobilienkonzern Vonovia hat seinen Geschäftsbericht vorgelegt. Erfreulich: Für die Aktionäre gibt es eine Dividende von 0,90 EUR pro Aktie, trotz Rekordverlust.

Erwähnte Instrumente

  • Vonovia SE
    ISIN: DE000A1ML7J1Kopiert
    Kursstand: 26,820 € (XETRA) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
    VerkaufenKaufen
  • Vonovia SE - WKN: A1ML7J - ISIN: DE000A1ML7J1 - Kurs: 26,820 € (XETRA)

Dieser ist derweil nur den Abwertungen der Immobilien geschuldet; operativ kommt natürlich weiter Cash rein, und die Mieter zahlen fleißig weiter. Zum Jahresende 2023 liegt der Loan to Value (LTV) bei 47,3 %. Das ist deutlich mehr als die 45,1 % des Vorjahres, aber noch nicht kritisch. Dieser gibt an, mit wie viel Kredithebel Vonovia arbeitet. Eine Verbesserung an dieser Stelle ist aber fest eingeplant.

FFO unter Vorjahr

Der FFO (Funds from Operations), die wichtigste Kennzahl bei Immobilienunternehmen, verschlechterte sich auf 1,717 Mrd. EUR – zumindest der Teil, der den Aktionären von Vonovia zusteht. Im Vorjahr waren es an dieser Stelle noch 1,895 Mrd. EUR. Die Kosten für Instandhaltung und Neubau wurden massiv auf 1,484 Mrd. EUR gedrückt (Vorjahr: 2,266 Mrd. EUR). Vonovia hat also mächtig auf die Kostenbremse gedrückt und gibt besonders für Renovierungen und den Neubau deutlich weniger Geld aus.

Der EPRA NTA (mehr oder weniger der innere Wert pro Aktie) liegt bei 46,82 EUR pro Aktie nach 57,48 EUR im Jahr zuvor. Unter dem Strich weist Vonovia einen Verlust von 6,756 Mrd. EUR aus. Damit ergibt sich weiter ein solides Bild. Gefährdet ist der Immobilienkonzern nicht, und dieses Jahr dürfte sich auf der Bewertungsseite auch deutlich weniger tun.

Künftig will Vonovia das bereinigte Vorsteuerergebnis plus den überschüssigen operativen Cashflow als maßgebliche Orientierung für die Höhe der Dividende nutzen. Was das am Ende bedeutet, bleibt abzuwarten. Mit den Zahlen und dem FFO hat Vonovia die meisten Schätzungen erfüllt oder auch übertroffen. Nur der ausgewiesene Verlust war höher als erwartet.

Eine Kapitalerhöhung ist derzeit nicht geplant. Der LTV soll wieder in die Zielspanne von 40 bis 45 % gesenkt werden. Die geplanten 3 Mrd. EUR an Portfolioverkäufen in diesem Jahr sollten dafür ausreichen, sagt CEO Rolf Buch. Der Finanzbedarf ist bis 2025 gedeckt und dieses Jahr stehen keine größeren Fälligkeiten an. In diesem Jahr soll das bereinigte Vorsteuerergebnis in einer Spanne zwischen 1,7 und 1,8 Mrd. EUR liegen. Bewertungsverluste sind da ausgeklammert.

Fazit: Vonovia ist dabei, die Kurve zu bekommen. Der Immobilienkonzern ist wieder eine interessante Depotbeimischung für spekulative Anleger. Das Jahr 2024 dürfte wesentlich erfreulicher ausfallen als noch 2023, und die Bilanz am Ende ebenfalls in neuem Glanz erstrahlen. Unter dem Strich kommt der Immobilienkonzern mit einem blauen Auge durch diese Krise. Die Vonovia-Aktie hat auf die Zahlen zunächst mit Kursverlusten reagiert. Es bleiben Fragezeichen aufgrund der neuen Dividendenpolitik.

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Jahr 2023 2024e* 2025e*
Umsatz in Mrd. EUR 3,28 3,30 3,35
Ergebnis je Aktie in EUR -7,80 -1,39 1,55
KGV - - 17
Dividende je Aktie in EUR 0,90 1,00 1,17
Dividendenrendite 3,33% 3,70% 4,33%

*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten

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Über den Experten

Sascha Gebhard
Sascha Gebhard
Redakteur

Sascha Gebhard hat nach einer klassischen Ausbildung zum Bankkaufmann im Laufe der Jahre bei verschiedenen Banken gearbeitet. Er absolvierte neben dem Beruf die Studiengänge zum Diplom-Betriebswirt (VWA) sowie den Finanz- und Investment Ökonom (VWA). Von 2008 bis 2016 war er als Eigenhändler auf eigene Rechnung an den Finanzmärkten aktiv. Weiterhin publizierte er für verschiedene Finanzverlage und schrieb zahlreiche Fachartikel rund um das Thema Börse. Die in den jeweiligen Diensten geführten Realgeld- sowie Musterdepots konnte stets überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften. Sein Steckenpferd ist seit jeher der deutsche Aktienmarkt, wo er bestens vernetzt ist, und eine Vielzahl an Unternehmen bereits seit mehr als 15 Jahren aktiv verfolgt. Seit 2022 ist Sascha Gebhard fester Bestandteil des Redaktionsteams von stock3. Im Premium-Service Trademate betreut er das Depot "Deutsche Aktien".

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