Analyse
12:25 Uhr, 03.07.2026

VOLKSWAGEN - Oliver Blume plant radikale Schrumpfkur

Unter Berufung auf einen Bericht des Handelsblatts steht Volkswagen vor einer der tiefgreifendsten Umbauphasen seiner jüngeren Geschichte.

Demnach will Konzernchef Oliver Blume den Autoriesen radikal verschlanken, Kosten senken und die Struktur des Konzerns neu ordnen. Das Ziel klingt paradox: Volkswagen soll kleiner, einfacher und effizienter werden, um danach wieder wachsen zu können.

Am 9. Juli steht in Wolfsburg eine entscheidende Aufsichtsratssitzung an. Blume will dem Gremium sein "Group Target Picture 2030“ vorlegen, einen mehr als 100 Seiten starken Maßnahmenkatalog für die Zukunft des Konzerns. Ziel ist eine operative Marge von neun Prozent bei rund neun Millionen verkauften Autos bis Ende des Jahrzehnts. Intern wird offenbar sogar eher mit zehn Millionen Fahrzeugen geliebäugelt. Doch bevor Volkswagen wieder wachsen kann, muss der Konzern zunächst massiv Kosten senken.

Im Zentrum steht eine Zahl, die in Wolfsburg seit Tagen für Unruhe sorgt: Bis zu 100.000 Arbeitsplätze könnten weltweit bis 2030 wegfallen. In den Unterlagen soll diese Zahl zwar nicht ausdrücklich stehen, sie ergibt sich jedoch aus rechnerischen Ableitungen. Der Overhead, also Verwaltung, Entwicklung, Management und andere indirekte Bereiche – soll um rund 20 Prozent schrumpfen. Insgesamt sollen die Kosten bis Ende des Jahrzehnts um rund elf Milliarden Euro sinken, etwa die Hälfte davon beim Personal außerhalb der Fertigung. Allein im Management plant Blume demnach den Abbau von rund 5.500 Stellen, teils auch über Beteiligungsverkäufe.

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