VERISK: Wachstum zieht an – Guidance bleibt unverändert
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Verisk Analytics liefert im zweiten Quartal 2026 genau das, was das Management für die zweite Jahreshälfte angekündigt hatte: eine spürbare Wachstumsbeschleunigung. Dass die Jahresziele trotzdem nicht angehoben werden, verdient einen zweiten Blick.
Verisk Analytics meldet für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 806 Mio. USD, ein Plus von 4,3 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Organisch und währungsbereinigt (OCC) liegt das Wachstum bei 5,8 % und damit über der durchschnittlichen Analystenschätzung von rund 800 Mio. USD. Das bereinigte verwässerte EPS (Diluted Adjusted EPS) steigt von 1,88 USD auf 1,98 USD, ein Zuwachs von 5,3 %, und übertrifft den Konsens von 1,93 USD. Das GAAP-verwässerte EPS fällt dagegen von 1,81 USD auf 1,75 USD, belastet durch höheren Nettozinsaufwand, einen gestiegenen Steuersatz sowie Rechtskosten im Zusammenhang mit laufenden Rechtsstreitigkeiten.
Das bereinigte EBITDA wächst auf OCC-Basis um 7,4 % auf 464 Mio. USD, bei einer Marge von 57,5 %, nahezu identisch mit den 57,6 % des Vorjahresquartals. Die operative Profitabilität hält sich also stabil, auch wenn die GAAP-Nettogewinnmarge von 32,8 % auf 28,4 % zurückgeht. Dieser Rückgang geht wesentlich auf Einmaleffekte zurück: Akquisitionsbezogene Gebühren von 18,7 Mio. USD sowie Verluste aus Beteiligungen nach der Equity-Methode von 6,5 Mio. USD drücken das berichtete Ergebnis, ohne die operative Kernentwicklung zu belasten.
Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von Verisk Analytics. (Quelle: Unternehmensangaben)
Subscription-Wachstum als Qualitätsmerkmal
Das Wachstum speist sich aus beiden Segmenten. Underwriting, das größere der beiden, legt auf OCC-Basis um 5,6 % auf 569 Mio. USD zu, getragen von Preiserhöhungen in den Formulare-, Regelwerk- und Schadenkosten-Diensten sowie dem Ausbau von Katastrophen- und Risikolösungen. Claims wächst auf OCC-Basis um 6,1 % auf 237 Mio. USD, angetrieben von Betrugserkennung und Schadenabwicklungslösungen.
Besonders aussagekräftig ist eine Kennzahl, die die CFO selbst hervorhebt: Das zugrunde liegende Subscription-Wachstum liegt bei 8,0 % auf OCC-Basis. Für ein Unternehmen, dessen Geschäftsmodell auf langfristigen Datenlieferverträgen mit der Versicherungsindustrie beruht, ist das ein Qualitätssignal: Es zeigt, dass die Nachfrage nach Verisk-Daten strukturell verankert ist und nicht von Einmalaufträgen abhängt.
Cashflow und Kapitalrückführung
Der Free Cashflow springt im Quartal um 57,9 % auf 298 Mio. USD. Das klingt eindrucksvoll, ist aber zu einem erheblichen Teil auf das günstige Timing von Lieferanten- und Steuerzahlungen zurückzuführen. Ein realistischeres Bild der operativen Cashgenerierung liefert der Halbjahreswert von 624 Mio. USD, ein Plus von 7,7 %.
Verisk setzt die aggressive Kapitalrückführung fort: Im ersten Halbjahr 2026 wurden Aktienrückkäufe von insgesamt 1,9 Mrd. USD durchgeführt, darunter ein im Quartal neu aufgelegtes Accelerated-Share-Repurchase-Programm über 200 Mio. USD. Die sinkende Aktienanzahl trägt maßgeblich zum Wachstum des bereinigten EPS bei, ohne diesen Effekt wäre der Gewinnanstieg je Aktie deutlich moderater ausgefallen.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
Verisk bestätigt die Jahresprognose für 2026 unverändert: Umsatz zwischen 3,19 Mrd. und 3,24 Mrd. USD, bereinigtes EBITDA zwischen 1,79 Mrd. und 1,83 Mrd. USD sowie ein bereinigtes verwässertes EPS zwischen 7,45 und 7,75 USD. Die Mitte dieser EPS-Spanne liegt bei 7,60 USD und damit leicht unter dem Analystenkonsens von 7,67 USD für das Gesamtjahr.
Aufschlussreich ist die Wortwahl der CFO: Sie spricht von einer Rückkehr zu Wachstumsraten, die mit den Investor-Day-Zielen "konsistent" seien, eine Formulierung, die eher Stabilisierung als Beschleunigung signalisiert. Dass die Guidance nach einem Quartal, das die eigene Wachstumsbeschleunigung demonstriert, nicht angehoben wird, deutet darauf hin, dass das Management die zweite Jahreshälfte mit Vorsicht einschätzt oder den Spielraum für positive Überraschungen bewusst offenhält.
Tagesschlusskurse der Verisk Analytics-Aktie über ein Jahr. (Quelle: stock3)
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 3,07 Mrd. USD | 3,22 Mrd. USD | 3,44 Mrd. USD |
| EPS | 6,49 USD | 7,67 USD | 8,67 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)
Fazit: Das Subscription-Wachstum von 8,0 % auf OCC-Basis ist der prägende Fakt dieses Quartals: Es belegt, dass Verisk seine Kernstärke, unverzichtbare Daten für die Versicherungsindustrie, weiter ausspielt. Umsatz und bereinigtes EPS übertreffen die Erwartungen, die Margen bleiben stabil, und der Cashflow ist solide. Dem stehen ein spürbar belastetes GAAP-Ergebnis durch Zinsaufwand, höheren Steuersatz und Rechtskosten sowie eine unveränderte Jahresprognose ohne neuen Kursimpuls gegenüber. Die Aktie wird mit einem KGV von rund 29 auf Basis des Trailing-Gewinns gehandelt, ein Niveau, das die defensive Qualität des Geschäftsmodells einpreist, aber wenig Raum für Enttäuschungen lässt.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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