Verdammt! Michael Burry shortet – und ich bin long!?!
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- Micron Technology Inc. - WKN: 869020 - ISIN: US5951121038 - Kurs: 975,560 $ (Nasdaq)
Michael Burry hat die Micron-Aktie bei 1.051,87 USD leerverkauft, wie er in seinem kostenpflichtigen Substack-Newsletter schrieb. Ausgerechnet Micron – die Aktie, die ich sowohl im Score-Depot als auch privat halte und die sich seit meinem Einstieg zeitweise verfünffacht hat. Wer legt sich schon gern mit Michael Burry an?
Was Burry gegen Micron vorbringt
Die jüngste Rally sei nicht von Fundamentaldaten getrieben, sondern von reiner Marktpsychologie, meint Burry. Der Finanzblogger und ehemalige Hedgefonds-Manager nennt drei Mechanismen:
- „Fear of Missing Out": Die Angst, als Einziger nicht dabei zu sein und etwas zu verpassen, die Anleger auch zu absurden Kursen noch kaufen lässt.
- „Greater Fool Theory": Man kauft eine überteuerte Aktie nur in der Hoffnung, später einen noch größeren Narren zu finden, der sie einem zu einem noch höheren Kurs abkauft.
- „Public Commitment Bias": Wer sich öffentlich zu einer Aktie bekannt hat, etwa in sozialen Medien oder im Freundeskreis, hält an ihr fest, selbst wenn die Fakten längst dagegen sprechen, weil ein Ausstieg einem Eingeständnis des Irrtums gleichkäme.
Burrys Kernargument ist aber die Zyklik des Speicherchipgeschäfts: Kaum eine Aktie sei so zyklisch wie Micron mit mehr als 34 Drawdowns von mehr als 30 % in 42 Jahren. Und aktuell notiert die Aktie weiter über ihrer 200-Tage-Linie als jemals zuvor seit 1984 – nicht einmal auf dem Dotcom-Gipfel war die Spanne größer. Dabei habe Micron eine "ehrlich gesagt schreckliche" Eigenkapitalrendite von nur 7 %, sei "in einem von drei Quartalen ein Kapitalvernichter" und weise in fast der Hälfte der Zeit einen negativen Free Cashflow auf, erläutert Burry.
Man muss das ernst nehmen. Burrys Argumente sind keine Polemik, sondern Statistik: Speicherchips sind ein brutal zyklisches Geschäft, und Bäume wachsen auch im KI-Zeitalter nicht in den Himmel. Ein Plus von über 240 % allein seit Jahresbeginn 2026 ist eine Ansage – und der Rücksetzer von rund 10 % im letzten Monat zeigt, dass die Nervosität zunimmt.
Warum ich trotzdem long bin
Micron wanderte im November 2025 ins Score-Depot, weil die Aktie im stock3 Score überdurchschnittlich abschnitt und ein hohes Kursmomentum zeigte.
Genau diese Kombination hat sich auch bei Micron bisher ausgezahlt: Angetrieben vom KI-Nachfrageboom bei Speicherchips liegt die Position derzeit rund 311 % im Plus. Zeitweise hatte sich die Position sogar verfünffacht.

Die Knappheit im Markt für Speicherchips hält an und die „Memflation" (stark gestiegene Speicherpreise) hat aus Micron eine Gelddruckmaschine gemacht. Der bereinigte Gewinn je Aktie hat sich im Geschäftsjahr 2025 mehr als versechsfacht, für 2026 erwarten Analysten eine weitere Verachtfachung, für 2027 immerhin noch eine Verdopplung und für 2028 noch einen leichten Anstieg.
Natürlich ist es möglich, dass die Analystenschätzungen für 2026, 2027 und die Folgejahre überzogen hoch sind. Bei einem Zykliker wie Micron wäre das auch alles andere als verwunderlich. Andererseits hat Micron Technology zuletzt eher noch auf der positiven Seite: Sowohl die Zahlen zum dritten Geschäftsquartal als auch der Ausblick auf das vierte Quartal 2026 fielen deutlich besser als erwartet aus.
In den letzten Tagen hat vor allem die Meldung belastet, dass Meta jetzt überschüssige KI-Rechenkapazitäten extern vermarkten will, was Anleger als Hinweis auf Überkapazitäten interpretierten. Zusätzlich drückten Berichte auf die Stimmung, wonach Apple Speicherchips künftig auch von chinesischen Anbietern beziehen könnte, was zusätzliche Konkurrenz und Druck auf die Preise bedeuten könnte.
Wer hat nun recht?
Obwohl wir beide an der Börse aktiv sind, spielen Michael Burry und ich tatsächlich unterschiedliche Spiele. Burry wettet darauf, dass der Zyklus irgendwann dreht und Micron als krass überbewertete Aktie ins Bodenlose stürzen wird. Gut möglich, dass Burry irgendwann mit genau dieser Sichtweise Recht behält. Allerdings ist Burrys Stärke, seine antizyklische Herangehensweise, auch seine größte Schwäche: Michael Burry lag schon oft langfristig richtig, ohne dass ihm das kurz- bis mittelfristig viel genutzt hätte, weil der Markt weiter gegen ihn lief.
Ich fahre in meinen Select-Depots eine Momentum- und Trendfolgestrategie. Die verlangt nicht, dass ich das Top erwische – das gelingt ohnehin niemandem zuverlässig, auch Burry nicht. Sie verlangt nur, dass ich investiert bleibe, solange der Trend intakt ist, und konsequent aussteige, wenn er bricht. Ob Micron das Top schon gesehen hat? Das ist gut möglich und ich weiß es schlicht nicht. Allerdings muss ich das auch gar nicht wissen.
Ich verkaufe jedenfalls nicht, weil ein prominenter Investor auf der anderen Seite steht. Ich verkaufe, wenn meine Systematik ein klares Verkaufssignal liefert: Es braucht für mich entweder einen deutlichen Rückgang des Kursmomentums oder eine starke Verschlechterung im stock3 Score. Beides ist aktuell nicht der Fall.
Mit einem Gesamtscore von 93 % zählt Micron weiterhin zu den klaren Favoriten am Markt. Das Kursmomentum hat sich zwar eingetrübt, für meinen Geschmack aber noch nicht klar genug, um einen Verkauf zu rechtfertigen. An einem spezifischen Signal, das ich beobachte, möchte ich das verdeutlichen: Als optionales Verkaufssignal für momentumstarke Einzelaktien hat es sich in Backtests und in realen Situationen am Markt bewährt, zu verkaufen, wenn die Rate of Change (ROC) auf Sicht von 65 Tagen in den negativen Bereich fällt. Davon ist Micron Technology aktuell aber noch sehr weit entfernt.
Aktuell besteht für mich kein Anlass, Gewinne mitzunehmen oder die Position zu verkaufen. Aber das ist natürlich nur eine Momentaufnahme und kann sich zumindest theoretisch jederzeit ändern.
Fazit: Der Unterschied zwischen Michael Burry und mir lässt sich am Ende vielleicht so auf den Punkt bringen: Burry handelt auf Basis seiner Überzeugung, ich auf Basis meiner Signale. Sowohl im Score-Depot als auch privat bleibe ich vorerst investiert. Übrigens: Mein Score-Depot gibt es nicht nur in stock3 Select, sondern auch in stock3 Ultimate. Für Ultimate gibt es aktuell ein besonderes Angebot, das ich Dir nicht vorenthalten will:
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naja der wunderbare (das meine ich in echt!) head weygand lobt ja auch nachhaltig die vistra übern grünen klee...also alles was ihr von euch gebt...kann ne ansage sein....oder halt auch nicht. so geht das spiel! wer verdient da eigentlich dran? die werbung?? ich seh grad rechts sowas wie minus 15%......
und burry heißt michale??? wasn publikum....oh mann.....
So ein Scoring-Modell ist sicher ein gutes Instrument. Man Muss sich nur fragen wenn Micron Technology (und Consorten) die Preise ständig erhöhen ob sie damit auch Nachfrage reduzieren werden. Irgendwo ist eine Grenze für das was Kunden für Memory in Chips, Servern, PC's etc. bezahlen wollen.