VALERO ENERGY: Raffineriemargen auf dem höchsten Stand seit Jahren
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Valero Energy kehrt im ersten Quartal 2026 eindrucksvoll in die Gewinnzone zurück, nachdem das Vorjahresquartal von einer 1,1-Mrd.-USD-Wertberichtigung auf kalifornische Raffinerien belastet worden war. Der Vergleich fällt deshalb schmeichelhaft aus, doch auch bereinigt zeigt das Kerngeschäft echte Stärke.
Valero meldet für das erste Quartal 2026 einen Konzernumsatz von 32,38 Mrd. USD, nach 30,26 Mrd. USD im Vorjahresquartal. Die durchschnittliche Analystenschätzung von 39,47 Mrd. USD verfehlt Valero damit deutlich, was allerdings weniger über die operative Entwicklung aussagt als über die Schwierigkeit, Raffinerie-Umsätze in einem volatilen Rohstoffumfeld präzise zu prognostizieren. Das GAAP-Nettoergebnis dreht von einem Verlust von 595 Mio. USD auf einen Gewinn von 1,26 Mrd. USD; das verwässerte GAAP-EPS steigt von minus 1,90 USD auf 4,22 USD. Das GAAP-EPS liegt damit weit unter dem üblicherweise auf Non-GAAP-Basis gefassten Analystenkonsens von 10,13 USD, wobei die unterschiedlichen Berechnungsbasen einen direkten Vergleich einschränken.
Entscheidend für die Einordnung: Im Vorjahresquartal hatte Valero einen Wertberichtigungsverlust von 1,13 Mrd. USD auf die Raffinerien Benicia und Wilmington verbucht. Bereinigt um diesen Effekt lag das EPS im ersten Quartal 2025 bei 0,89 USD. Der Anstieg auf 4,22 USD in diesem Quartal ist also auch ohne den Basiseffekt substanziell und spiegelt eine echte Verbesserung der Raffineriemargen wider.
Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von Valero Energy. (Quelle: Unternehmensangaben)
Raffinerie-Segment trägt die Last allein
Das Refining-Segment bleibt das Herzstück: Das bereinigte Refining-Betriebsergebnis (Adjusted Refining Operating Income) klettert von 605 Mio. USD auf 1,83 Mrd. USD. Die Raffineriemarge je Barrel Durchsatz steigt von 9,78 USD auf 14,90 USD, getrieben vor allem vom US-Golf-Küsten-Bereich, wo die Marge je Barrel von 9,56 USD auf 16,06 USD anzieht. Der Durchsatz erhöht sich konzernweit von 2,83 Mio. auf 2,91 Mio. Barrel pro Tag. Das zeigt: Valero hat nicht nur von besseren Marktpreisen profitiert, sondern auch das Volumen gesteigert.
Ein Wermutstropfen bleibt die US-Westküste. Die Region schreibt weiterhin rote Zahlen, das bereinigte Betriebsergebnis liegt bei minus 118 Mio. USD. Hinzu kommt eine erhöhte Abschreibungsbelastung von rund 100 Mio. USD durch die beschleunigte Abschreibung der Benicia-Raffinerie, die im Quartal schrittweise stillgelegt wurde. Dieser Effekt drückt die ausgewiesenen Gewinne, ohne die operative Cashgenerierung zu beeinträchtigen.
Renewable Diesel dreht in die Gewinnzone
Das Renewable-Diesel-Segment, das über das Diamond Green Diesel Joint Venture (DGD) operiert, meldet ein Betriebsergebnis von 139 Mio. USD nach einem Verlust von 141 Mio. USD im Vorjahresquartal. Die Marge je Gallone springt von 0,02 USD auf 1,11 USD. Das Ethanol-Segment trägt mit 90 Mio. USD Betriebsergebnis ebenfalls deutlich mehr bei als zuvor (20 Mio. USD). Beide Segmente sind zwar klein im Verhältnis zum Raffinerie-Kerngeschäft, liefern aber in diesem Quartal einen spürbaren positiven Beitrag statt Belastungen.
Der operative Cashflow beläuft sich auf 1,39 Mrd. USD, bereinigt um Betriebskapitalveränderungen und den DGD-Anteil des Joint-Venture-Partners auf 1,59 Mrd. USD. Valero schüttet davon 938 Mio. USD an die Aktionäre zurück, was einer Ausschüttungsquote von 59 % entspricht. Die Dividende wurde im Januar auf 1,20 USD je Aktie angehoben, ein Plus von 6 %. Die Nettoverschuldungsquote liegt bei komfortablen 18 %.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
CEO Lane Riggs klingt trotz des volatilen Rohstoffumfelds zuversichtlich: Valero sei gut positioniert, um vom aktuellen Margenumfeld zu profitieren, und werde sich weiterhin auf operative Exzellenz und systemweite Optimierung konzentrieren. Als konkreter Wachstumstreiber für das zweite Halbjahr steht das FCC-Unit-Optimierungsprojekt an der St.-Charles-Raffinerie bereit, das im dritten Quartal 2026 in Betrieb gehen soll. Das 230-Mio.-USD-Projekt soll die Produktion höherwertiger Produkte steigern. Ob das ausreicht, um die anhaltenden Verluste an der Westküste zu kompensieren, bleibt von der Marktentwicklung abhängig.
Tagesschlusskurse der Valero Energy-Aktie über ein Jahr. (Quelle: stock3)
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 122,69 Mrd. USD | 145,16 Mrd. USD | 126,83 Mrd. USD |
| EPS | 7,57 USD | 34,24 USD | 24,56 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)
Fazit: Die Raffineriemarge von 14,90 USD je Barrel ist der prägende Fakt dieses Quartals: Sie liegt deutlich über dem Vorjahreswert und zeigt, dass Valero das volatile Rohstoffumfeld operativ gut navigiert hat. Auf der Gegenseite drückt die Benicia-Abwicklung die Westküsten-Zahlen weiterhin, und der Umsatz bleibt klar hinter den Analystenschätzungen zurück. Für die Anlagethese spricht die solide Bilanz mit 18 % Nettoverschuldungsquote und die wachsende Dividende; das Unternehmen bleibt aber stark vom Rohstoffzyklus abhängig, was die Verlässlichkeit der aktuellen Ertragskraft begrenzt.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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