US-Rohölmarkt: ein Hauch von Belebung
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1. Endlich bringen die Lagerdaten aus den USA zumindest ein paar positive Überraschungen mit sich. Die US-Rohöllagerbestände wurden in der vergangenen Woche um 2,4 Mio. Barrels aufgebaut, was einer saisonüblichen Entwicklung entspricht (Bloomberg-Median: 1,5 Mio. Barrels). Die Benzinvorräte setzten den steilen Abwärtstrend fort, diesmal mit -3,2 Mio. Barrels (Bloomberg-Median: -2,0 Mio. Barrels). Die Heizöl- und Dieselvorräte schrumpften um 1,4 Mio. Barrels (Bloomberg-Median: -0,05 Mio. Barrels). Die Nachfrage sowohl nach Benzin als auch nach Heizöl und Diesel zeigt erste Tendenzen einer Kräftigung im Vergleich zu der Schwäche in den ersten Monaten des Jahres. Die Importtätigkeit zog zuletzt ebenfalls an. Eine kräftige Aufwärtskorrektur stellte sich in der vergangenen Woche entsprechend bei der Auslastung der Ölraffinieren ein. Sie stieg um 4,2 Prozentpunkte massiv an und erreichte 85,6 %, was aber im historischen Vergleich noch immer ein niedriges Niveau für diese Jahreszeit ist. Alles in allem deutet sich in den USA anhand dieser Zahlen ein Hauch von Belebung an den Öl- und Produktmärkten an.
2. Das Erreichen des jüngsten Rekordniveaus beim Ölpreis von 119,90 US-Dollar pro Barrel für WTI am gestrigen Dienstag wurde gestützt durch einen rekordschwachen US-Dollar, der gegenüber dem Euro kurzzeitig bei 1,60 notierte. Am Rande der Tagung des 11. Internationalen Energieforums in Rom ließen OPEC-Vertreter erneut verlauten, dass trotz der hohen Ölpreise keine Notwendigkeit für eine Anhebung der OPEC-Förderquoten bestehe, denn es herrsche keine Überschussnachfrage. Schuld an den hohen Ölpreisen sei der besagte schwache US-Dollar. Wenngleich ein Korrelationskoeffizient zwischen dem WTI-Preis und dem US-Dollar von 92 % seit September 2007 diese „Schuldzuweisung“ nicht zu widerlegen vermag, stützt der erneut kräftige Zuwachs der chinesischen Nettoölimporte im März eher die These der „Überschussnachfrage“ am Rohölmarkt. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Jedenfalls prognostizieren wir auch für die kommenden Monate Ölpreise im Bereich von dreistelligen Niveaus.
3. Es ist beinahe redundant zu sagen, dass der Ölpreis in der Woche bis einschließlich 15. April mit 111 US-Dollar im Wochendurchschnitt ein erneutes Allzeithoch erreicht hatte. Dabei weiteten die Rohölspekulanten ihre Netto-Long-Positionen nur geringfügig aus. In der darauf folgenden Woche bis einschließlich 22. April schoss der Ölpreis auf einen neuen Wochenrekord von über 116 US-Dollar, sodass davon auszugehen ist, dass die Spekulanten auch in dieser Zeit stärker Long- als Short-Positionen aufbauten. Alles in allem ist es aber schwierig, mit diesen Spekulationsdaten den massiven Ölpreisanstieg seit Januar 2007 zu erklären. Offensichtlich gibt es derzeit viel bedeutendere Einflussgrößen auf den Ölpreis.
Quelle: DekaBank
Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.
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