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19:08 Uhr, 18.03.2026

US-Notenbank belässt Leitzins bei 3,50 bis 3,75 Prozent

Von Andreas Plecko und Nick Timiraos

DOW JONES--Die US-Notenbank hat die Zinsen unverändert gelassen und ihren Kurs für Zinssenkungen in diesem Jahr beibehalten, da die durch den Iran-Krieg gestiegenen Energiepreise den seit Jahren andauernden Kampf gegen die Inflation zu verlängern drohen. Die Spanne liegt weiter zwischen 3,50 und 3,75 Prozent, wie die Fed mitteilte. Börsianer und Ökonomen hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Ratsmitglied Stephen Miran votierte für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte.

In den neuen Projektionen gingen zwölf von 19 Sitzungsteilnehmern von mindestens einer Zinssenkung in diesem Jahr aus, genau wie im Dezember. Ein Ratsmitglied rechnete mit einer Zinserhöhung für das nächste Jahr.

Das makroökonomische Umfeld für die Fed - Vollbeschäftigung und Preisstabilität zu gewährleisten - hat sich angesichts des Krieges gegen den Iran zuletzt spürbar eingetrübt. Auf der einen Seite zeigen sich am US-Arbeitsmarkt inzwischen klare Abkühlungstendenzen; auf der anderen Seite erweist sich die Inflation als zu hartnäckig, um der von US-Präsident Donald Trump geforderten Zinssenkung einfach nachzukommen.

Die Ölpreise haben seit Beginn des Iran-Konflikts massiv angezogen - von 70 US-Dollar pro Barrel im Februar auf über 100 Dollar im März. Als Faustregel gilt unter Ökonomen, dass ein Preisanstieg von 10 Dollar pro Barrel die Inflation um etwa 0,2 Prozentpunkte nach oben treibt. Der Chefvolkswirt von Moody's, Mark Zandi, hat davor gewarnt, dass die USA in den nächsten zwölf Monaten in eine Rezession rutschen könnten, sollten die hohen Ölpreise anhalten.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

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