UNITED INTERNET - Dommermuth streicht 800 Stellen und setzt auf KI
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- United Internet AG - WKN: 508903 - ISIN: DE0005089031 - Kurs: 27,860 € (XETRA)
- 1&1 AG - WKN: 554550 - ISIN: DE0005545503 - Kurs: 24,000 € (XETRA)
- IONOS Group SE - WKN: A3E00M - ISIN: DE000A3E00M1 - Kurs: 34,100 € (XETRA)
Gleichzeitig werden Prozesse vereinfacht, technische Plattformen zusammengeführt und Künstliche Intelligenz stärker eingesetzt. Kurzfristig kostet die Transformation Geld, mittelfristig soll sie jährlich 55 Mio. EUR für Investitionen in neue Wachstumsfelder freisetzen.
Die beiden Programme treffen die Unternehmen allerdings unterschiedlich stark. Bei 1&1 Versatel sinkt die Zahl der Vollzeitstellen von rund 1.350 auf etwa 1.000. Damit fällt mehr als jeder vierte Arbeitsplatz weg. IONOS reduziert seine Belegschaft von rund 3.800 auf etwa 3.350 Vollzeitkräfte, was einem Abbau von knapp 12 % entspricht. Die Hälfte der betroffenen Stellen liegt im Inland, die andere Hälfte im Ausland.
Zusammengenommen schrumpft die Belegschaft in den betroffenen Bereichen von 5.150 auf rund 4.350 Mitarbeiter. Die Maßnahmen sollen vor allem über Freiwilligenprogramme, Altersteilzeit und in Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretungen umgesetzt werden.
1&1 Versatel wird radikal verschlankt
Der tiefere Einschnitt erfolgt bei 1&1 Versatel. Die Geschäftskundentochter soll organisatorisch neu aufgestellt, von Hierarchieebenen befreit und mit effizienteren IT-Strukturen ausgestattet werden. Ziel ist es, die Produktivität zu erhöhen und die Voraussetzungen für weitere Investitionen zu schaffen.
Das Programm belastet das Ergebnis von 1&1 im laufenden Geschäftsjahr einmalig mit rund 60 Mio. EUR. Deshalb senkt das Unternehmen seine ausgewiesene EBITDA-Prognose für 2026 auf rund 740 Mio. EUR. Bereinigt um die Restrukturierungskosten bleibt die bisherige Prognose von rund 800 Mio. EUR jedoch bestehen. Operativ verschlechtert sich der Ausblick damit zunächst nicht.
Ab 2028 soll der Umbau einen jährlichen Ergebnisbeitrag von rund 25 Mio. EUR liefern. Rechnerisch entsprechen die einmaligen Kosten damit etwa dem 2,4-Fachen der erwarteten jährlichen Entlastung. Allerdings will 1&1 die frei werdenden Mittel nicht einfach als zusätzlichen Gewinn verbuchen, sondern zur Finanzierung der weiteren Unternehmensentwicklung einsetzen.
IONOS setzt KI gegen steigende Komplexität
Bei IONOS steht der Stellenabbau noch deutlicher im Zusammenhang mit der technologischen Transformation. Der Cloud- und Hostinganbieter will technische Plattformen harmonisieren, Prozesse konsolidieren und Künstliche Intelligenz "konsequent" in internen Abläufen einsetzen. Parallel sollen die Investitionen in KI-Produkte und das Cloud-Geschäft steigen.
Für die Neuaufstellung fallen 2026 einmalige Restrukturierungsaufwendungen von rund 35 Mio. EUR an, überwiegend im vierten Quartal. Die Prognose für das bereinigte EBITDA von 530 Mio. EUR bleibt unverändert. Ab 2027 erwartet IONOS jährliche Einsparungen von bis zu 30 Mio. EUR. Die genaue Höhe hängt davon ab, wie viele Beschäftigte die Freiwilligenprogramme annehmen.
Finanziell erscheint das IONOS-Programm besonders schnell wirksam. Die Restrukturierungskosten entsprechen nur etwas mehr als einer Jahresersparnis. Doch auch hier sollten Anleger die 30 Mio. EUR nicht vollständig als künftigen Ergebnisaufschlag einplanen. IONOS will die Mittel gezielt in KI-Entwicklung und den Ausbau seiner Cloud-Infrastruktur reinvestieren.
Genau darin liegt die Logik des Programms: KI soll nicht nur als Produkt verkauft werden, sondern zunächst das eigene Unternehmen produktiver machen. IONOS versucht damit, Ressourcen aus reiferen Strukturen in jene Bereiche zu verschieben, in denen künftig höhere Wachstumsraten zu erwarten sind.
United Internet bestätigt den operativen Ausblick
Auf Konzernebene summieren sich die einmaligen Belastungen auf rund 95 Mio. EUR. United Internet weist sie als Sondereffekt aus, weshalb die operative Prognose für 2026 unangetastet bleibt. Der Konzern erwartet weiterhin einen Umsatz von rund 6,45 Mrd. EUR, ein operatives EBITDA von etwa 1,45 Mrd. EUR sowie Investitionen von 600 bis 650 Mio. EUR.
Nach vollständiger Umsetzung sollen beide Programme jährlich rund 55 Mio. EUR einsparen. Bezogen auf die einmaligen Kosten wäre der gesamte Umbau rechnerisch nach weniger als zwei Jahren verdient.
Fazit: Dommermuth richtet den Konzern konsequent auf das KI-Zeitalter aus. Es werden deutlich weniger Leute für die gleiche Arbeitsmenge benötigt. Diese Effizienz verkauft auch IONOS seinen Kunden und profitiert jetzt selbst davon. United Internet zeigt deutlich, wie sich KI konkret auf Arbeitsplätze und Unternehmen auswirken wird. Eine Meldung, wie wir sie in Zukunft wohl häufiger zu lesen bekommen werden.

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Hi Sascha,
hast du eventuell eine kurze Einschätzung zu Amadeus Fire - 13 rote Kerzen am Stück? Auch mal wieder KI Armageddon on top? Hast du da noch Hoffnung oder ist der Gaul endgültig erledigt?