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13:30 Uhr, 05.02.2026

ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik

Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires

Euro könnte fallen - Falls sich Lagarde zur Währungsstärke äußert

Der Euro könnte leicht nachgeben, falls die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, die mit der jüngsten Aufwertung der Gemeinschaftswährung verbundenen Risiken einräume, schreibt Chris Turner von ING in einer Research Note. "Äußerungen von Lagarde, wie etwa, dass die EZB die 'Wechselkurse genau beobachtet' oder jegliche Erwähnung, dass die Abwärtsrisiken für die Inflation zugenommen hätten, würden den Euro gegenüber dem US-Dollar belasten, ihn aber nicht zu Fall bringen." Der Euro könnte auf 1,1700 US-Dollar fallen, wenn er unter 1,1770 US-Dollar sinkt, dürfte aber kaum viel tiefer fallen, meint er.

Kiel Institut: EZB sollte Devisenmarktintervention in Betracht ziehen

Die Europäische Zentralbank (EZB) solle nach Aussage von Lena Dräger, Direktorin Monetäre Makroökonomie am Kiels Institut für Weltwirtschaft, eine Devisenmarktintervention zur Schwächung des Euro in Betracht ziehen, "um die Marke von 1,20 US-Dollar pro Euro als Obergrenze zu halten". "Um keinen weiteren Effekt auf die Liquidität in der Eurozone zu entfalten, sollten die Geschäfte mit gegenläufigen Wertpapiertransaktionen ausgeglichen werden. Gegebenenfalls wäre eine Koordination mit der Schweizer Nationalbank sinnvoll, da der Schweizer Franken ebenfalls zum US-Dollar aufgewertet hat. Dies würde verhindern, dass es zu Verwerfungen im Euro-Franken-Wechselkurs kommt", schreibt sie.

Bank of England lässt Leitzins stabil - Signal für künftige Senkung

Die Bank of England (BoE) hat ihren Leitzins unverändert gelassen. Zwar senkte sie ihre Prognosen für Wachstum und Inflation, signalisierte aber eine erneute Senkung, sollten Anzeichen darauf hindeuten, dass sich der Lohnanstieg auf ein Tempo verlangsamt, das helfen würde, die Preise zu dämpfen. Die britische Zentralbank beließ ihren Leitzins bei 3,75 Prozent und entsprach damit der jüngsten Entscheidung der Federal Reserve. Im Dezember hatte sie die Zinsen zum sechsten Mal seit August 2024 gesenkt.

Pfund fällt wegen neuer Sorgen um britische Regierungsführung

Das Pfund Sterling fällt angesichts neuer Sorgen über eine Führungsherausforderung für den britischen Premierminister Keir Starmer. Starmer ist in die Kritik geraten, nachdem er zugegeben hatte, Lord Peter Mandelson zum britischen Botschafter in den USA ernannt zu haben, obwohl er von dessen fortgesetzter Beziehung zu Jeffrey Epstein wusste. Die Aussicht auf einen Wechsel des Premierministers und des Finanzministers "bleibt eine der größten Bedrohungen für das Pfund in diesem Jahr", schreibt Chris Turner von ING in einer Research Note. Eine mögliche Ablösung Starmers durch die ehemalige stellvertretende Premierministerin Angela Rayner würde "eine klare Linksverschiebung bedeuten und weitere Zweifel an der britischen Haushaltslage aufwerfen."

Ölpreise fallen - USA und Iran wollen verhandeln

Die Ölpreise geben nach, nachdem die USA und der Iran vereinbart haben, am Freitag im Oman Gespräche zu führen. Brent-Rohöl verbilligt sich um 1,6 Prozent auf 68,35 US-Dollar pro Barrel, während WTI um 1,7 Prozent auf 62,90 US-Dollar pro Barrel nachgibt. Am Vortag hatten die Preise noch um mehr als 3 Prozent zugelegt, als die Gespräche zu scheitern drohten. Die Unsicherheit im Zusammenhang mit den Verhandlungen dürfte nach Einschätzung von Analysten eine Risikoprämie im Markt eingepreist lassen.

Indiens Zentralbank dürfte Zinsen unverändert lassen - WSJ-Umfrage

Die indische Zentralbank wird ihren Leitzins am Freitag voraussichtlich bei 5,25 Prozent belassen, wie aus einer Umfrage des Wall Street Journal unter allen elf befragten Ökonomen hervorgeht. "Wir erwarten, dass die RBI auf unbestimmte Zeit eine Pause einlegen wird", schreiben die Volkswirte von Pantheon Macroeconomics in einer Research Note. "Die Inflation erreicht schnell einen Wendepunkt und die hohen Raten des Gesamtwachstums nehmen, obwohl es ihnen an Substanz mangelt, jegliche Dringlichkeit für eine Lockerung", meinen sie. Die RBI dürfte Liquiditätsmaßnahmen priorisieren, um die Transmission früherer Zinssenkungen zu verstärken, meint der UOB-Ökonom Jester Koh. Die Ökonomen der Citi erwarten, dass die RBI die Daten zu den Verbraucherpreisen und zum BIP abwarten wird.

+++ Konjunkturdaten +++

Eurozone/Einzelhandelsumsatz Dez -0,5% gg Vm, +1,3% gg Vj

Eurozone/Einzelhandelsumsatz Nov rev +0,1% gg Vm, +2,4% gg Vj

Taiwan Verbraucherpreise Jan +0,69% gg Vorjahr (PROG +1,2%)

DJG/DJN/apo

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