ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
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Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Deutsches BIP steigt im ersten Quartal um 0,3 Prozent
Die deutsche Wirtschaft ist im vierten Quartal 2025 erstmals seit Jahresbeginn wieder gewachsen, und zwar etwas stärker als erwartet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in einer ersten Veröffentlichung mitteilte, stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent und lag um 0,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals. Die Quartalsrate war etwas höher als die von Destatis am 15. Januar abgegebene informellen Schätzung von 0,2 Prozent, deren Bestätigung die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte erwartet hatten.
Deutsche Wirtschaft bleibt lethargisch
Die positive Überraschung beim deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das vierte Quartal ändert nach Aussage von Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe, nichts am Befund einer "lethargischen Wirtschaft". "Es spricht Bände, dass die Wirtschaftsleistung kaum höher ist als vor der Pandemie", schreibt er in seinem Kommentar. Wichtig sei jetzt, dass Zuwächse in dieser Größenordnung oder höher zur Normalität würden. "Die Abkommen mit den Mercosur-Staaten und Indien sind diesbezüglich erste Lichtblicke. Da aber kaum reformiert wird, müssen die Mittel aus dem Fiskalpaket jetzt richtig eingesetzt werden", so Krüger weiter.
Deutsche Bank: Deutsches BIP könnte 2026 um 1,5 Prozent steigen
Deutsche-Bank-Volkswirt Marc Schattenberg äußert sich nach überraschend guten Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das vierte Quartal optimistisch zu den Wachstumsaussichten für Deutschland. "Für 2026 halten wir ein Wirtschaftswachstum von bis zu 1,5 Prozent für möglich", schreibt er in einem Kommentar. Dass der staatliche Konsum ein entscheidender Treiber gewesen sei, sei wenig überraschend. Eine gute Nachricht sei, dass auch der private Verbrauch für einen positiven Impuls gesorgt habe. "Das Anziehen der Konjunktur zum Jahresende 2025 bedeutet auch, dass die Wirtschaft mit einem positiven statistischen Überhang ins neue Jahr gestartet ist", merkt Schattenberg an.
Inflation in Bundesländern steigt im Dezember
Die jährliche Inflationsrate ist im Dezember in einer Reihe von Bundesländern zum Teil deutlich gestiegen. In Bayern erhöhte sich die Jahresrate auf 2,1 (Vormonat: 1,7) Prozent, in Baden-Württemberg auf 2,1 (1,9) Prozent und in Nordrhein-Westfalen auf 2,0 (1,8) Prozent, wie die Statistischen Landesämter mitteilten. Binnen Monatfrist blieben die Preise in den meisten Bundesländern im Durchschnitt stabil, nur in Nordrhein-Westfalen erhöhten sie sich um 0,1 Prozent. Für Gesamtdeutschland erwarten Volkswirte, dass die Verbraucherpreise um 0,1 (Vormonat: 0,0) gegenüber dem Vormonat steigen werden. Die jährliche Inflationsrate soll der Prognose zufolge auf 2,1 (1,8) Prozent zulegen. Das Statistische Bundesamt (Destatis) veröffentlicht die Daten um 14.00 Uhr.
Deutsche Arbeitslosenzahl stagniert im Januar
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im Januar unverändert geblieben. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, stagnierte die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl auf dem Niveau des Vormonats, nachdem sie im Dezember um 3.000 zugelegt hatte. Die Arbeitslosenquote blieb bei 6,3 Prozent. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um 10.000 und eine unveränderte Quote von 6,3 Prozent prognostiziert. Ohne Berücksichtigung der saisonalen Faktoren stieg die Zahl der Arbeitslosen um 177.000 auf 3,085 Millionen. Die Arbeitslosenquote erhöhte auf 6,6 (6,2) Prozent.
Euroraum-BIP steigt im vierten Quartal um 0,3 Prozent
Das Wirtschaftswachstum im Euroraum ist im vierten Quartal 2025 etwas stärker als erwartet gewesen. Wie Eurostat mitteilte, stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent und lag um 1,3 Prozent (drittes Quartal: 1,4) über dem Niveau des Vorjahresquartals. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten lediglich 0,2 Prozent Quartalswachstum und eine Jahreswachstumsrate von 1,2 Prozent prognostiziert. Ursache waren unerwartet hohe Wachstumsraten in Deutschland, Italien und Spanien.
Eurozone-Arbeitslosenquote sinkt im Dezember auf Rekordtief
Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone ist im Dezember auf ein Rekordtief gesunken. Wie die europäische Statistikbehörde Eurostat mitteilte, fiel die Arbeitslosenquote auf 6,2 Prozent, nachdem sie im November bei 6,3 Prozent gelegen hatte. Zuletzt hatte die Quote im Juli 2025 auf dem Rekordtief von 6,2 Prozent gelegen. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten für Dezember eine Quote von 6,3 Prozent prognostiziert.
Frankreichs Wirtschaft verliert 2025 an Fahrt - Spanien setzt Höhenflug fort
Die französische Wirtschaft ist im vergangenen Jahr so langsam gewachsen wie seit 2020 nicht mehr. Sie wurde durch die Auswirkungen der US-Zölle gebremst, die den europäischen Volkswirtschaften zusetzten. Spaniens Erfolgsserie, Prognosen zu übertreffen, hielt hingegen an. Das französische Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg 2025 um 0,9 Prozent, nach 1,1 Prozent im Jahr 2024 und 1,6 Prozent im Jahr 2023, wie die Statistikbehörde Insee am Freitag mitteilte. Die spanische Wirtschaft wuchs unterdessen um 2,8 Prozent und gehörte damit weltweit zu den am schnellsten wachsenden großen Industrienationen, wenngleich sich das Wachstum gegenüber den 3,5 Prozent des Jahres 2024 verlangsamte.
Spanien bleibt Wachstumsmotor der Eurozone
Spanien bleibt der Wachstumsmotor Europas, schreibt Vincent Stamer von der Commerzbank in einem Kommentar. Die Wirtschaft der Eurozone ist im vierten Quartal 2025 um überraschend starke 0,3 Prozent gewachsen, wobei das spanische BIP um 0,8 Prozent zulegte und damit die Erwartungen von 0,6 Prozent übertraf. Der private Konsum habe die Entwicklung im gesamten Block angekurbelt, fügt Stamer hinzu. "Die Haushalte geben jetzt wieder einen höheren Anteil ihres Einkommens aus."
Trump auf Truth Social: Ich nominiere Kevin Warsh zum Fed-Chef
Kevin Warsh ist Donald Trumps Kandidat für den nächsten Vorsitz der Federal Reserve, teilte Trump in einem Social-Media-Beitrag mit. Warsh, vielleicht der aggressivste der vier Kandidaten, auf die Trump seine Auswahl angeblich eingegrenzt hatte, war von 2006 bis 2011 Mitglied des Gouverneursrats der Fed. Er verließ die Zentralbank sieben Jahre vor Ablauf seiner Amtszeit aufgrund von Bedenken hinsichtlich nicht-traditioneller Maßnahmen wie der quantitativen Lockerung.
Trump verklagt US-Steuerbehörden auf 10 Mrd Dollar wegen Leck
Präsident Donald Trump hat den Internal Revenue Service (IRS) und das Finanzministerium verklagt. Er wirft den Behörden vor, sie hätten nicht genug getan, um zu verhindern, dass ein IRS-Vertragsmitarbeiter die Steuererklärungen im Jahr 2019 an die Presse weitergegeben habe. Trump sowie seine beiden ältesten Söhne und das Unternehmen, das seinen Namen trägt, fordern mindestens 10 Milliarden Dollar von dem Staat, den er selbst führt. Die Klage wurde vor einem Bundesgericht in Miami eingereicht.
Trump öffnet venezolanischen Luftraum und lockert Ölsanktionen
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag Schritte eingeleitet, um den Luftraum über Venezuela wieder zu öffnen und einige Sanktionen gegen die Ölindustrie des Landes zu lockern. Dies signalisiert eine neue Phase in den Bemühungen um eine Normalisierung der Beziehungen zu Caracas nach der Entmachtung des venezolanischen Autokraten Nicolás Maduro.
+++ Konjunkturdaten +++
Niederlande BIP 4Q +0,5% gg Vorquartal - CBS
Niederlande BIP 4Q +1,8% gg Vorjahr - CBS
DJG/DJN/apo
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