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12:23 Uhr, 30.01.2026

MARKT USA/Wall Street von Geld- und Geopolitik belastet

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Geld- und Geopolitik dürften die Wall Street am Freitag deutlich drücken. Der Aktienterminmarkt lässt auf einen schwachen Handelsbeginn am Kassamarkt schließen. US-Präsident Donald Trump beabsichtigt, noch im Tagesverlauf den Nachfolger von US-Notenbankgouverneur Jerome Powell zu benennen. Dabei gilt Kevin Warsh als wahrscheinlicher Kandidat. Trump hatte Warsh bereits in seiner ersten Amtszeit für den Vorsitz in Betracht gezogen, sich letztlich aber für Powell entschieden. An den Wettmärkten stieg die Wahrscheinlichkeit, dass Warsh der Nominierte sein wird, von 30 Prozent auf rund 85 Prozent.

Anleger rechnen damit, dass der künftige Fed-Chef Trumps Forderungen nach niedrigeren Zinsen schnell umsetzen werde. Es bestehen daher weiterhin Befürchtungen hinsichtlich der Unabhängigkeit der Fed nach den wiederholten Angriffen des Präsidenten auf Powell. "In jüngerer Zeit hat Warsh für die Notwendigkeit niedrigerer Zinssätze plädiert, aber früher in seiner Karriere hat er sich als Inflationsfalke einen Namen gemacht", sagt SEB-Volkswirt Johan Javeus.

Für Kaufzurückhaltung sorgen auch die steigenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Es gebe Erwartungen eines US-Angriffs auf den Iran am Wochenende, mutmaßt IG-Analyst Chris Beauchamp. "Die Anzeichen deuteten darauf hin, dass die USA eine größere und längere Kampagne starten könnten, was unweigerlich die Befürchtung aufkommen lasse, dass Teheran Vergeltung üben werde", fügt der Chefmarktanalyst hinzu. Händler sprechen daher von einem hohen Schlagzeilenrisiko am Wochenende. Daher mieden Anleger risikoreiche Vermögenswerte wie Aktien.

In diesem Gemengelage gerät der Geschäftsausweis von Apple ein wenig in den Hintergrund. Der Technologiegigant legte besser als gedacht ausgefallene Geschäftszahlen vor, schafft es aber nicht, die aktuell etwas gedrückte Stimmung für den Technologiesektor aufzuhellen nach dem Einbruch von Microsoft am Vortag. Apple hat im ersten Geschäftsquartal dank boomender iPhone-Verkäufe einen Rekordgewinn verbucht. Investoren interessieren sich aber besonders für die Kostenprognosen des Unternehmens. Die neue Nachfrage nach KI-Servern und -Geräten hat jüngst zu einem starken Preisanstieg bei Vorprodukten geführt, die in Apple-Geräten verbaut werden. Besonders stark waren die Preisanstiege bei Speicherkomponenten und -medien. Es wird erwartet, dass sich die höheren Kosten später im Jahr auf Apple auswirken werden, wenn Zulieferer die Preiserhöhungen durchsetzen. Die Aktie verliert vorbörslich 0,5 Prozent.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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