Analyse
12:30 Uhr, 22.01.2026

UBISOFT - Die Aktie crasht ins Bodenlose

Ubisoft kappt die Erwartungen radikal: Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 rechnet der französische Spielepublisher nur noch mit Nettobuchungen von rund 1,5 Mrd. EUR, einem Non IFRS EBIT von etwa minus 1,0 Mrd. EUR und einem freien Cashflow von minus 400 bis minus 500 Mio. EUR.

Erwähnte Instrumente

  • Ubisoft Entertainment S.A. - WKN: 901581 - ISIN: FR0000054470 - Kurs: 4,391 € (XETRA)

Zum Geschäftsjahresende stellt Ubisoft zudem eine Non IFRS Nettoverschuldung von 150 bis 250 Mio. EUR in Aussicht, bei liquiden Mitteln von 1,25 bis 1,35 Mrd. EUR. Die Börse quittierte den Strategiewechsel mit einem Schock: Die Ubisoft Aktie brach am Donnerstag um nahezu 30% ein.

Fünf "Creative Houses“ statt Matrixorganisation

Mit einem kurzfristig einberufenen "Strategic Update Call“ kündigte CEO Yves Guillemot am 21. Januar einen "Portfolio reset“ an, der Ubisoft wieder zu "kreativer Führungsstärke“ führen soll. Kern ist ein neues Betriebsmodell mit fünf spezialisierten "Creative Houses“, die Entwicklung und Publishing bündeln und damit die Verantwortung für Marke, Vermarktung, Ergebnis und Cashflow näher an die Teams rücken. Die neue Struktur soll Anfang April anlaufen.

Die erste Einheit, Vantage Studios, soll die Zugpferde Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six zu "jährlichen Milliardenmarken“ skalieren und wird durch Tencents Minderheitsbeteiligung gestützt. Neben Vantage sind Einheiten für Shooter, "Live Experiences“, erzählerische Fantasy Welten sowie Casual und Family Games vorgesehen. Auch neue IPs sind in Arbeit, allerdings ohne bislang öffentlich zugeordnete Heimat.

Portfolio wird gestutzt, Projekte wandern nach hinten

Der Preis der Neuausrichtung ist hoch. Ubisoft streicht sechs Spieleprojekte, darunter den seit Jahren erwarteten Prince of Persia: The Sands of Time Remake, und verschiebt weitere sieben Titel, um die Qualitätsstandards anzuheben. Das Unternehmen spricht von einem "sehr selektiven" AAA Markt, in dem nur exzellente Inhalte durchdringen, zugleich aber im Erfolgsfall mehr Ertragspotenzial als je zuvor winke.

Finanziell schlägt sich die Bereinigung unmittelbar nieder. Das Management beziffert transformationbedingte Effekte unter anderem über eine einmalige beschleunigte Abschreibung von rund 650 Mio. EUR, die im Non IFRS EBIT sichtbar werden. Zudem zieht Ubisoft die bisherige Zielsetzung für 2026/27 zurück und will erst im Mai 2026, zur Veröffentlichung der Jahreszahlen, eine neue Mittelfristperspektive liefern.

Parallel dreht Ubisoft am Kostenhebel. Ein Programm über mindestens 100 Mio. EUR Fixkosteneinsparungen soll bereits bis März 2026 voll erreicht sein, ein Jahr früher als geplant. Zusätzlich peilt der Konzern weitere 200 Mio. EUR Einsparungen über die folgenden zwei Jahre an. Auf dieser Basis will Ubisoft die Fixkosten bis März 2028 auf etwa 1,25 Mrd. EUR drücken, nach 1,75 Mrd. EUR im Geschäftsjahr 2022/23.

Der Umbau umfasst auch Einschnitte in der Studio Landschaft, darunter bereits kommunizierte Schließungen und Restrukturierungen. Zudem will Ubisoft zur Präsenzarbeit zurückkehren: Künftig sollen Teams grundsätzlich wieder fünf Tage pro Woche vor Ort arbeiten, ergänzt um ein jährliches Kontingent an Homeoffice Tagen. Das Unternehmen begründet den Schritt mit besserer Zusammenarbeit und schnellerem Wissensaustausch in einem zunehmend kompetitiven AAA Umfeld.

Fazit: Ubisoft liefert die notwendige, aber schmerzhafte Bereinigung in einem Markt, der Blockbuster belohnt und Mittelmaß bestraft. Kurzfristig sind die Zahlen jedoch ein Warnsignal: Ein erwartetes EBIT von minus 1,0 Mrd. EUR und hoher Cash Abfluss zwingen den Konzern, Vertrauen erst zurückzugewinnen, bevor Wachstum wieder eine Rolle spielen kann. Die Aktie preist dieses Risiko bereits brutal ein. Ich rate hier weiter zum Abwarten.

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