Analyse
12:02 Uhr, 21.01.2026

TRATON - Cashflow 2025 deutlich über Markterwartung

Trotz rückläufiger Stückzahlen im zyklischen Truck-Geschäft sorgt bei der TRATON-Aktie ein deutlich besserer Cashflow für Kauflaune bei Tradern.

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  • TRATON SE
    ISIN: DE000TRAT0N7Kopiert
    Kursstand: 31,020 € (XETRA) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
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  • TRATON SE - WKN: TRAT0N - ISIN: DE000TRAT0N7 - Kurs: 31,020 € (XETRA)

Der Nutzfahrzeughersteller TRATON hat heute vorläufige Zahlen zum Geschäftsjahr 2025 präsentiert. Diese lieferten Licht und Schatten gleichermaßen.

So musste TRATON 2025 in einem schwachen, unsicheren Marktumfeld einen deutlichen Dämpfer bei den Stückzahlen hinnehmen. Konzernweit gingen die Auslieferungen um 9 % auf rund 305.500 Fahrzeuge zurück, nach 334.200 Einheiten im Vorjahr. Auch im vierten Quartal setzte sich der Trend fort, mit 81.000 Fahrzeugen lagen die Verkäufe 9 % unter dem starken Q4 2024.

Im Hintergrund wirkt ein bekanntes Muster: Nach einem sehr guten Vorjahr trifft eine Kombination aus schwächerer Konjunktur, hoher Zinsen und Unsicherheit in wichtigen Regionen die Investitionsbereitschaft der Transportbranche. Das zeigt sich besonders deutlich im Amerika-Geschäft und in Brasilien.

Gleichzeitig gibt es einen strukturellen Lichtblick. Der Absatz batterieelektrischer Fahrzeuge legte 2025 um satte 86 % zu, von 1.740 auf 3.230 Einheiten. Im vierten Quartal verdoppelte sich der E-Absatz nahezu, von 610 auf 1.160 Fahrzeuge. In absoluten Zahlen ist das im Vergleich zum Gesamtvolumen noch klein, für die strategische Ausrichtung des Konzerns aber ein wichtiger Indikator.

Durchwachsene Absatzzahlen

Scania Vehicles & Services erwischte es vor allem in Brasilien. Insgesamt gingen die Auslieferungen 2025 um 8 % auf 94.100 Fahrzeuge zurück. Während das Truck-Geschäft in Europa im schwachen Markt nur leicht nachgab, belasteten der Lkw-Absatz und das makroökonomische Umfeld in Brasilien deutlich. Hohe Zinsen und Inflation drücken dort auf die Nachfrage nach schweren Nutzfahrzeugen, was Scania aufgrund des Fokus auf Heavy-Duty-Trucks besonders trifft. Positiv stechen die Busse heraus, die sowohl in Europa als auch in Südamerika zulegten.

MAN Truck & Bus gehört dagegen zu den Gewinnern im Konzern. Die Marke steigerte die Stückzahlen um 6 % auf 101.600 Fahrzeuge, getrieben von einem starken Geschäft mit Bussen und Vans. Im Kernmarkt Europa profitierte MAN von der Positionierung als Full-Liner, die Lkw-Stückzahlen konnten trotz schwachem Markt zumindest leicht verbessert werden. Insgesamt blieben die Truck-Verkäufe in etwa auf Vorjahresniveau, was in diesem Umfeld bereits als Stabilisierung zu werten ist.

International Motors bekam die Probleme im US-Markt voll zu spüren. Die Einheit verzeichnete ein Minus von 30 % auf 63.700 Fahrzeuge. Zölle, eine anhaltende Frachtrezession und damit verbundene Zurückhaltung der Truck-Kunden sorgten für einen spürbaren Bremseffekt. Interessant: Das Busgeschäft lief auch hier deutlich besser, konnte die Rückgänge bei Lkw jedoch nicht annähernd kompensieren.

Volkswagen Truck & Bus (VWTB) kam mit einem Plus von 1 % auf 46.200 Fahrzeuge robust durch das Jahr. Die Abkühlung im brasilianischen Truck-Markt machte sich im Jahresverlauf allerdings zunehmend bemerkbar, sodass die Lkw-Verkäufe auf Jahressicht letztlich nur stabil blieben. Busse legten dafür klar zu.

Beim Blick auf die E-Fahrzeuge kristallisiert sich MAN als interner Treiber heraus. 1.970 batterieelektrische Fahrzeuge bedeuten ein Wachstum von 168 % gegenüber dem Vorjahr. Scania verdoppelt sich mit 600 Einheiten ebenfalls deutlich, während International Motors und VWTB in diesem Segment rückläufige Stückzahlen melden.

Marge im Zielkorridor, Cashflow als positive Überraschung

Bei den operativen Kennzahlen lieferte TRATON grundsätzlich im Rahmen der Erwartungen ab. In einem entscheidenden Punkt lag das Managemanet aber erheblich über dem Konsens.

Die bereinigte operative Rendite lag nach vorläufigen Zahlen bei 6,3 %. Damit traf das Management zwar nur das untere Ende der Zielspanne von 6,0 bis 7,0 %, angesichts des rückläufigen Volumens und des schwierigen Marktumfelds ist diese Größenordnung allerdings durchaus respektabel.

Beim Umsatz gab es noch keine Zahlen. Die ausgegebene Bandbreite sollte aber erreicht werden. Angepeilt war in der Guidance ein Erlös zwischen etwa Vorjahresniveau und einem Rückgang von bis zu 10 %. Details werden erst mit dem vollständigen Abschlussbericht kommen.

Deutlich klarer ist das Bild beim Netto-Cashflow, und genau hier liegt der eigentliche positive Überraschungseffekt für den Markt. Mit 1,643 Mrd. EUR liegt der Wert spürbar über der prognostizierten Spanne von 1,0 bis 1,5 Mrd. EUR und ebenso deutlich über den Konsenserwartungen von 1,011 Mrd. EUR.

TRATON verweist vor allem auf zwei Hebel: ein besser als erwartet gemanagtes Working Capital und geringere Sachinvestitionen bei Scania und MAN. In der Praxis bedeutet das, dass der Konzern seine Vorräte und Forderungen effizienter steuert und gleichzeitig Investitionen in Anlagen und Ausrüstung vorsichtiger dosiert als ursprünglich geplant. In einem Umfeld mit nachlassender Nachfrage ist das aus Sicht von Investoren ein klares Pluszeichen, weil es Liquidität schont und die Bilanz stärkt.

Börse fokussiert sich auf den freien Mittelzufluss

Diese Cashflow-Story scheint gut an der Börse anzukommen. Im Laufe des Vormittags drehte die TRATON-Aktie klar nach oben und liegt aktuell rund 5 % im Plus. Zuvor hatten die Papiere kaum Bewegung gezeigt. Der positive Newsflow strahlte zudem auf die Branche aus, die Aktien von Daimler Truck kletterten um rund 1,7 %, Volvo legte mit etwa 0,8 % moderater zu.

Analyst Akshat Kacker von JPMorgan betonte in einer ersten Reaktion, dass vor allem Inventaroptimierungen den besser als erwarteten Mittelzufluss ermöglicht hätten. Für kurzfristig orientierte Trader ist damit auch klar, welcher Teil der Meldung gerade gespielt wird: das deutliche Übertreffen der Cashflow-Prognose. Wie nachhaltig dieser Move sein wird, wird nun vorrangig vom endgültigen Geschäftsbericht 2025 und dem Ausblick des Managements auf das Jahr 2026 abhängen.

Fazit: Die Traton-Aktie läuft seit geraumer Zeit seitwärts. Wer investiert ist, sollte die Unterstützungszone zwischen 26 und 25 EUR beachten. Aktuell habe ich im Sektor einen anderen Favoriten, den ich gestern auch auf meine Top-Pick-Liste in stock3 Select aufgenommen habe.

Jahr 2025e* 2026e* 2027e*
Umsatz in Mrd. EUR 43,64 45,32 48,03
Ergebnis je Aktie in EUR 3,52 4,59 5,42
Gewinnwachstum 30,40% 18,08%
KGV 9 7 6
KUV 0,4 0,3 0,3
PEG 0,2 0,3
Dividende je Aktie in EUR 1,08 1,44 1,75
Dividendenrendite 3,48% 4,65% 5,65%
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten
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  • Howi007
    Howi007

    Ein langfristiger Mercosaur Favorit, gerade in Südamerika , da werden massenweise Aufträge reinkommen, nun ohne Zölle.

    12:52 Uhr, 21.01.