Thyssenkrupp schreibt unerwartet hohe rote Zahlen - Prognose steht
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Von Olaf Ridder
DOW JONES--Thyssenkrupp hat zum Jahresauftakt den bereinigten operativen Gewinn trotz rückläufiger Umsätze in allen Geschäftsbereichen deutlich verbessert, unter dem Strich wegen hoher Restrukturierungskosten und Abschreibungen aber tiefrote Zahlen geschrieben. Die Prognose wurde bestätigt.
Der Ruhrkonzern verbuchte im ersten Geschäftsquartal 2025/26 (per Ende Dezember) einen Nettoverlust nach Minderheiten von 353 Millionen Euro, der damit deutlich höher ausfiel als im Vorjahr (minus 51 Millionen Euro) und vom Markt erwartet. Analysten hatten im Mittel mit einem Fehlbetrag von 29 Millionen Euro gerechnet.
Ursächlich für das Minus waren Restrukturierungsaufwendungen von 401 Millionen Euro im Stahlgeschäft sowie Wertberichtigungen im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des Kerngeschäfts von Automation Engineering in Höhe von 30 Millionen Euro. Operativ gelang es, den Gewinn um 10 Prozent zu steigern, obwohl die Einnahmen "nachfragebedingt" um 8 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro sanken.
Das bereinigte EBIT belief sich auf 211 (Vorjahr: 191) Millionen Euro, hier hatte der Markt nur mit 198 Millionen Euro gerechnet. Konzernchef Miguel Lopez sieht in der Verbesserung "ein klares Zeichen für die Fortschritte bei Effizienz, Kosten und Struktur".
Den Löwenanteil zum operativen Gewinn trug das Stahlgeschäft bei, das trotz geringerer Mengen von rückläufigen Rohstoffkosten und Effizienzmaßnahmen profitierte. Das Autoteilegeschäft und der Werkstoffhandel verbesserten ihre Ergebnisse ebenfalls deutlich, wenn auch auf niedrigem Niveau. Decarbon Technologies konnte den erheblichen Umsatzrückgang und erhöhte projektbezogene Mehraufwendungen im Zementanlagenbau nicht kompensieren und schrieb rote Zahlen.
Thyssenkrupp bestätigte das Ziel, im Gesamtjahr ein bereinigtes EBIT zwischen 500 und 900 Millionen Euro zu erwirtschaften. Wegen der Restrukturierungskosten im Stahlbereich - unter anderem wird hier ein großer Personal- und Kapazitätsabbau umgesetzt - werden unter dem Strich wie angekündigt Verluste in der Größenordnung von 400 bis 800 Millionen Euro erwartet.
Thyssenkrupp will sich vom Stahlgeschäft trennen und verhandelt darüber mit der indischen Jindal Steel. Zum Stand der Gespräche machte das Essener Unternehmen keine Angaben. Die Inder prüften derzeit umfassend die Bücher von Steel Europe, hieß es. Überdies soll aus dem Ruhrkonzern eine Finanzholding mit eigenständig geführten Tochtergesellschaften werden. Im Oktober wurde der Marineschiffbau an die Börse gebracht.
Kontakt zum Autor: olaf.ridder@wsj.com
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