Thukydides-Falle: Warnt China vor dem Dritten Weltkrieg?
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Die Thukydides-Falle beschreibt die Gefahr eines Krieges, wenn eine etablierte Führungsmacht durch eine aufstrebende Großmacht herausgefordert wird. Geprägt wurde der Begriff vom US-Politikwissenschaftler Graham Allison, der solche Konflikte in der Geschichte untersuchte.
Drohender Machtverlust als Konfliktbeschleuniger
Als historisches Vorbild gilt der Peloponnesische Krieg zwischen Athen und Sparta: Der Aufstieg Athens und die Furcht Spartas vor Machtverlust trugen wesentlich zur Eskalation bei, wie bereits der Historiker Thukydides in der Antike feststellte. Allison übertrug dieses Muster auf moderne Großmachtkonflikte. In einer Studie des Belfer Center an der Harvard University wurden 16 historische Fälle untersucht, in denen eine aufstrebende Macht eine etablierte Macht herausforderte. In zwölf Fällen endete diese Rivalität in einem Krieg. Entscheidend ist dabei nicht nur der Machtanspruch der aufstrebenden Seite. Nach dem Konzept der Thukydides-Falle kann der militärische Konflikt auch von der etablierten Macht ausgehen, die ihren Machtverlust fürchtet und versucht, den Herausforderer frühzeitig militärisch einzudämmen.
