Analyse
07:45 Uhr, 06.05.2026

TEAMVIEWER - KGV-5-Aktie mit holprigem Neustart

TeamViewer will 2026 zeigen, dass der Umbau mehr ist als ein Versprechen. Nach der Übernahme von 1E, der Neuordnung im Mittelstandsgeschäft und dem Ausbau seiner KI-Plattform steht der Softwareanbieter aus Göppingen unter Druck, wieder sichtbares Wachstum zu liefern.

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Das erste Quartal zeigt nun ein Unternehmen, das operativ zwar stabil bleibt, aber noch nicht aus eigener Kraft beschleunigt. Die Dynamik soll erst in der zweiten Jahreshälfte kommen.

Der Umsatz lag im ersten Quartal bei 183,2 Mio. EUR und damit währungsbereinigt 0,4 % unter dem Vorjahreswert. Der annualisierte wiederkehrende Umsatz, die zentrale Kennziffer für das Abo-Geschäft, erreichte 737,3 Mio. EUR und legte währungsbereinigt leicht um 0,2 % zu. Das bereinigte EBITDA stieg dagegen um 2 % auf 83,0 Mio. EUR. Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich auf 45,3 % und lag damit klar über dem für das Gesamtjahr angepeilten Niveau von rund 43 %. Unter dem Strich verdiente TeamViewer 34,2 Mio. EUR, ein Plus von 15 %. Der bereinigte Gewinn je Aktie blieb mit 0,29 EUR stabil.

Enterprise-Geschäft wächst trotz 1E-Dämpfer

Der Blick auf die Segmente zeigt die eigentliche Spannung des Quartals. Im Enterprise-Geschäft stieg der ARR währungsbereinigt um 8 % auf 230,5 Mio. EUR. Ohne die angekündigte einmalige Abwanderung von 1E-Kunden hätte das Wachstum nach Unternehmensangaben bei 11 % gelegen. Besonders stark entwickelte sich das Enterprise-Geschäft außerhalb des DEX-Bereichs, das währungsbereinigt um 18 % zulegte. Damit bleibt das Kerngeschäft intakt, auch wenn die Integration von 1E kurzfristig sichtbar belastet.

Schwächer fällt das Bild im SMB-Geschäft aus. Dort sank der ARR währungsbereinigt um 2,8 % auf 506,7 Mio. EUR. TeamViewer führt dies auf eine bewusste Kurskorrektur zurück, vor allem bei kleineren Kunden mit einem ARR von weniger als 1.500 EUR. Die Abwanderung in diesem Bereich dürfte auch im zweiten Quartal erhöht bleiben und sich erst in der zweiten Jahreshälfte stabilisieren. Die Zahl der Kunden sank konzernweit um 6 % auf 621.900.

Regional blieb Europa der Stabilitätsanker. In EMEA stieg der Umsatz währungsbereinigt um 3,6 % auf 100,6 Mio. EUR. APAC legte währungsbereinigt um 2,1 % auf 17,7 Mio. EUR zu. Schwach entwickelte sich hingegen Amerika, wo der Umsatz währungsbereinigt um 6,3 % auf 64,8 Mio. EUR zurückging. Neben einem gedämpften US-Markt belastete dort erneut die schwächere Performance von 1E.

KI und Plattformstrategie sollen den zweiten Schub bringen

Strategisch setzt TeamViewer auf TeamViewer ONE, eine integrierte Plattform für IT-Management, Fernwartung und Automatisierung. Die durchschnittlichen täglichen Billings für das Produkt haben sich seit Dezember 2025 verdoppelt. Auch die Enterprise-Version, die im Februar gestartet wurde, habe bereits erste Abschlüsse erzielt. Für TeamViewer ist das wichtig, weil das Unternehmen seine Kunden stärker von einzelnen Produkten auf eine Plattformlogik führen will.

Hinzu kommt der Ausbau von KI-Funktionen. Kunden haben bislang mehr als 1,4 Millionen automatisierte KI-Zusammenfassungen von TeamViewer-Sitzungen erstellt, allein im März kamen mehr als 300.000 hinzu. Die Kennzahl ist ein Hinweis darauf, dass KI-Funktionen nicht nur als Zusatz verkauft werden, sondern in alltägliche Arbeitsprozesse einziehen. TeamViewer will darauf im Sommer mit Innovationen im Bereich Autonomous Endpoint Management aufbauen, also mit Systemen, die IT-Probleme früh erkennen und teilweise autonom beheben sollen.

CEO Oliver Steil wertet das Quartal entsprechend als Bestätigung des Plans. "2026 ist das Jahr, in dem wir abliefern", sagte er. Die ersten Belege seien sichtbar, insbesondere im Enterprise-ARR, bei TeamViewer ONE und in der KI-Nutzung. CFO Michael Wilkens betonte die finanzielle Seite: Die Netto-Verschuldungsquote habe sich auf 2,5x verbessert, bis Jahresende peilt TeamViewer rund 2,3x an.

Profitabilität überzeugt, Cashflow bleibt schwächer

Die starke Marge ist allerdings auch eine Frage des Timings. Die Marketingkosten sanken im Quartal um 28 % auf 18,3 Mio. EUR, weil TeamViewer Ausgaben vor der geplanten Vermarktungsoffensive im zweiten Quartal bewusst verschoben hat. Gleichzeitig stiegen die Vertriebskosten um 6 % auf 33,0 Mio. EUR und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 7 % auf 23,6 Mio. EUR. Das zeigt: TeamViewer spart nicht flächendeckend, sondern verschiebt Mittel in Vertrieb, Produktentwicklung und KI.

Der operative Cashflow stieg um 9 % auf 41,7 Mio. EUR. Der Levered Free Cash Flow sank dagegen um 47 % auf 23,8 Mio. EUR. Das Unternehmen verweist auf erwartete Timing-Effekte bei Steuern, Zinsen, Leasingzahlungen und Working Capital. Die Nettoverschuldung ging gegenüber Ende 2025 um 31,4 Mio. EUR auf 870,0 Mio. EUR zurück.

Für das Gesamtjahr bestätigt TeamViewer die Prognose. Der Umsatz soll währungsbereinigt um 0 % bis 3 % gegenüber einem Pro-forma-Umsatz von 767,5 Mio. EUR im Jahr 2025 wachsen. Die bereinigte EBITDA-Marge soll bei rund 43 % liegen. Wechselkurse dürften den berichteten Umsatz allerdings belasten; zum Stichtag 31. März rechnet das Unternehmen mit einem negativen Effekt von 2,5 Prozentpunkten.

Fazit: Die Zahlen sind heute kein Gamechanger. Das Unternehmen ist im Umbau. Mit einem 5er-KGV wird TeamViewer wie ein sterbender Automobilkonzern bewertet, obwohl Cashflows und Gewinne sprudeln. Die TeamViewer-Aktie ist auf dem niedrigen Niveau für mich eine klare Halteposition. Es fehlt aber wohl noch immer der entscheidende Funke.

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Jahr 2025 2026e* 2027e*
Umsatz in Mio. EUR 747,00 766,00 807,00
Ergebnis je Aktie in EUR 1,17 1,05 1,16
KGV 4 5 4
Dividende je Aktie in EUR 0,00 0,00 0,00
Dividendenrendite 0,00% 0,00% 0,00%

*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten

TEAMVIEWER AG INH O.N.-Aktie
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