Analyse
06:43 Uhr, 13.01.2026

SYMRISE - Sind alle schlechten Nachrichten jetzt endlich durch?

Im vierten Quartal wird der Duft- und Aromakonzern nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen von insgesamt rund 295 Mio. EUR verbuchen.

Erwähnte Instrumente

  • Symrise AG
    ISIN: DE000SYM9999Kopiert
    Kursstand: 70,840 € (XETRA) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
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  • Symrise AG - WKN: SYM999 - ISIN: DE000SYM9999 - Kurs: 70,840 € (XETRA)

Wenn man so will, ist es bereits die dritte Warnung des Unternehmens für das Geschäftsjahr 2025 und bildet damit den Abschluss eines Horrorjahres für die Aktionäre. Parallel dazu kündigt der Vorstand erstmals ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 400 Mio. EUR an. Die Maßnahmen markieren eine Zäsur in der Portfoliostrategie und senden zugleich ein deutliches Signal an den Kapitalmarkt.

Symrise ist ein internationaler Hersteller von Duft- und Geschmacksstoffen sowie von funktionalen Inhaltsstoffen. Das Unternehmen beliefert vor allem die Lebensmittel-, Getränke-, Kosmetik-, Parfüm-, Haushalts- und Pharmaindustrie.

Hohe Abschreibungen belasten Ergebnis, nicht den Cashflow

Den größten Ergebniseffekt verursacht der geplante Verkauf des Terpengeschäfts. Symrise befindet sich nach eigenen Angaben in fortgeschrittenen Gesprächen mit mehreren Interessenten in einem strukturierten Bieterprozess. Auf Basis der bislang vorliegenden Angebote wird das Geschäft nach IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten bilanziert. In der Folge nimmt der Konzern im vierten Quartal 2025 eine nicht zahlungswirksame Wertberichtigung von rund 145 Mio. EUR vor. Diese mindert das EBIT entsprechend, ohne Auswirkungen auf Liquidität oder operatives Geschäft.

Hinzu kommt eine weitere, noch deutlichere Belastung aus dem Beteiligungsportfolio. Wertverluste an der börsennotierten schwedischen Gesellschaft Swedencare AB führen nach vorläufigen Berechnungen zu einer Abweichung von den bisherigen Kapitalmarkterwartungen. Symrise wird die Beteiligung im Schlussquartal 2025 um etwa 150 Mio. EUR wertberichtigen. Dieser Effekt schlägt auf das EBITDA durch. Beide Abschreibungen sollen in der externen Berichterstattung bereinigt dargestellt werden.

Damit ordnet der Konzern die Maßnahmen als konsequente Fortsetzung der Fokussierung ein. Das Terpengeschäft gilt seit Längerem als nicht zum Kerngeschäft gehörend. Mit dem geplanten Verkauf will Symrise Kapital freisetzen und die Komplexität im Portfolio reduzieren. Gleichzeitig erhöht die Wertberichtigung auf Swedencare die Transparenz über den tatsächlichen Wert der Finanzbeteiligungen.

Trotz der bilanziellen Belastungen sieht sich das Management finanziell gut gerüstet. Der freie Cashflow ist nach Unternehmensangaben stark, zusätzliche Mittel erwartet Symrise aus weiteren Portfoliomaßnahmen. Die Liquiditätslage bleibt unberührt.

Erster Aktienrückkauf der Unternehmensgeschichte

Vor diesem Hintergrund beschließen Vorstand und Aufsichtsrat ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 400 Mio. EUR. Das Programm läuft vom 1. Februar bis zum 31. Oktober 2026 und dient der Einziehung eigener Aktien mit entsprechender Herabsetzung des Grundkapitals.

Vorstandschef Jean-Yves Parisot spricht von einem "wichtigen Schritt, um Unternehmenswerte freizusetzen“ und verweist auf das Vertrauen in die eigene Zukunft. Die aktuelle Bewertung der Aktie biete eine attraktive und risikoarme Gelegenheit, Kapital effizient einzusetzen. Gleichzeitig betont der Konzern, dass Investitionen in organisches Wachstum, strategische Übernahmen und eine starke Bilanz weiterhin Priorität haben.

Fazit: Im Schnitt der vergangenen zehn Jahre wurde die Symrise-Aktie mit einem KGV von 31 bewertet. Aktuell müssen Anleger aber "nur" ein KGV von 18 bezahlen. Das ist genau der richtige Zeitpunkt für einen Aktienrückkauf! Das Gröbste dürfte endlich durch sein. Das Management muss aber jetzt endlich anfangen, wieder verlässlich zu liefern. Antizyklisch orientierte Anleger können eine Wette mit Stoppkurs 65 EUR eingehen. Früher als Qualitätsunternehmen gefeiert, hat Symrise vom Image her schwer gelitten. Das freut den Antizykliker.

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Jahr 2025e* 2026e* 2027e*
Umsatz in Mrd. EUR 4,93 5,07 5,35
Ergebnis je Aktie in EUR 3,69 4,00 4,40
KGV 20 18 16
Dividende je Aktie in EUR 1,28 1,37 1,49
Dividendenrendite 1,78% 1,90% 2,07%

*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten

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