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Kommentar
08:30 Uhr, 14.09.2026

Stockers Börsencheck: KI boomt! Aber wer verdient wirklich daran?

Künstliche Intelligenz zählt zu den großen Anlagethemen unserer Zeit. Milliarden fließen in Rechenzentren, Chips und neue Anwendungen. Doch die entscheidende Frage bleibt: Wer wird mit KI tatsächlich Geld verdienen? In der aktuellen Ausgabe von Stockers Börsencheck analysiert Christian Stocker die Entwicklung der Unternehmensgewinne, die Kosten der technologischen Aufrüstung und mögliche Gewinner jenseits der bekannten KI-Stars. Dabei geraten zunehmend auch Energie- und Industrieunternehmen in den Blick.

Die Gewinnlage bleibt robust

An den Börsen ist die Stimmung zuletzt etwas vorsichtiger geworden. Höhere Zinserwartungen und ein erneuter Anstieg des Ölpreises sorgten für Gegenwind. Gleichzeitig rückt die nächste Berichtssaison näher und damit die Frage, ob die Unternehmen die hohen Erwartungen weiterhin erfüllen können.

Derzeit spricht laut Christian Stocker vieles für eine weiterhin solide Gewinnentwicklung. Weltweit wurden die Ergebnisschätzungen vieler Unternehmen zuletzt nach oben angepasst. Auffällig ist dabei, dass die Gewinne in zahlreichen Fällen besser laufen als die Aktienkurse selbst. Das ist aus historischer Sicht nicht untypisch. Steigende Gewinnerwartungen waren häufig ein wichtiger Treiber für positive Börsenphasen. Hinzu kommt ein saisonaler Effekt. Das Schlussquartal zählt traditionell oft zu den stärkeren Börsenabschnitten eines Jahres. Die Entwicklung der Unternehmensgewinne liefert den Märkten damit weiterhin Unterstützung.

Der KI-Boom läuft. Die Renditefrage bleibt offen.

Kaum ein Thema beschäftigt den Markt derzeit stärker als Künstliche Intelligenz. Die Technologie entwickelt sich mit hoher Geschwindigkeit und findet in immer mehr Geschäftsmodellen Anwendung. Entsprechend groß sind die Investitionen in Rechenleistung, Infrastruktur und neue Produkte. Genau hier setzt allerdings eine zunehmend kontroverse Diskussion an. Denn die technologische Dynamik ist offensichtlich. Weniger klar ist, ob die wirtschaftlichen Erträge im gleichen Tempo wachsen.

Viele der führenden KI-Unternehmen steigern ihre Umsätze und Gewinne. Gleichzeitig nehmen die Ausgaben für Rechenzentren, Chips und Infrastruktur noch stärker zu. Deshalb achten Investorinnen und Investoren inzwischen verstärkt auf den Free Cashflow. Er zeigt, wie viel Geld nach den notwendigen Investitionen tatsächlich übrig bleibt. Solange die Wachstumsgeschichte überzeugt, werden hohe Ausgaben an den Märkten häufig akzeptiert. Mit jeder neuen Investitionsrunde steigt jedoch auch der Druck, die wirtschaftlichen Ergebnisse nachzuweisen. Die Frage lautet nicht mehr, ob KI die Wirtschaft verändert. Sondern wer den größten Anteil der daraus entstehenden Wertschöpfung erhält.

Die aktuelle Videoausgabe von Stockers Börsencheck beleuchtet diese Zusammenhänge ausführlich und ordnet sie auch im historischen Kontext ein.

Ergänzend verweist Christian Stocker auf eine aktuelle Publikation des The Investment Institute by UniCredit die die Beziehung zwischen KI, Infrastrukturinvestitionen und Kapitalrenditen näher untersucht.

Die eigentlichen Gewinner stehen möglicherweise noch nicht fest

Ein Blick auf frühere Technologiewellen zeigt ein wiederkehrendes Muster. Ob Eisenbahn, Elektrifizierung oder Internet: Die größten Gewinner waren nicht immer jene Unternehmen, die die jeweilige Innovation zuerst auf den Markt brachten.

Auch bei KI könnte sich dieses Bild wiederholen. Mit zunehmender Verbreitung der Technologie könnten sich die Unterschiede zwischen einzelnen Anbietern verringern. Mehr Wettbewerb bedeutet häufig sinkende Margen und geringere Preissetzungsmacht. In solchen Phasen verlagert sich ein Teil der Wertschöpfung oft zu den Unternehmen, die die Technologie produktiv einsetzen.

Ein weiterer Bereich verdient besondere Aufmerksamkeit: die Infrastruktur. Moderne KI-Anwendungen benötigen enorme Rechenkapazitäten. Entsprechend steigt auch der Bedarf an Strom, Netzkapazitäten und technischer Ausrüstung. Davon könnten verschiedene Branchen profitieren. Energieversorger, Netzbetreiber, Maschinenbauer und Industrieunternehmen spielen eine zentrale Rolle beim Ausbau der notwendigen Infrastruktur. Gleichzeitig bleibt die Versorgung mit Energie ein möglicher Engpass. Verzögerungen bei Stromerzeugung, Netzausbau oder Genehmigungsverfahren könnten das Wachstum der KI-Infrastruktur bremsen.

Fazit

Es besteht wenig Zweifel daran, dass Künstliche Intelligenz die Wirtschaft über Jahre hinweg prägen wird. Offen ist hingegen, wie die wirtschaftlichen Erträge entlang der Wertschöpfungskette verteilt werden. Die aktuellen Marktführer verfügen zweifellos über starke Positionen. Ob sie dauerhaft die größten Profiteure bleiben, ist jedoch keineswegs ausgemacht. Neben den Technologieunternehmen könnten auch Energie-, Industrie- und Infrastrukturanbieter zu den Gewinnern des KI-Zeitalters zählen.

Die kommenden Quartalszahlen dürften dabei wichtige Hinweise liefern. Sie werden zeigen, ob die steigenden Investitionen bereits zu einer nachhaltig höheren Ertragskraft führen oder ob die Rechnung für den KI-Boom erst noch geschrieben wird.

Die vollständige Ausgabe sehen Sie hier auf YouTube:

Stockers Börsencheck: KI boomt! Aber wer verdient wirklich daran?

Zusätzliche Publikation zum Thema:

The Long View „KI: Wertschöpfung ja, aber wer profitiert davon?“