Nachricht
08:25 Uhr, 27.03.2026

Stellantis verklagt ZF-Joint-Venture wegen Lieferstopp in Mexiko

Erwähnte Instrumente

  • ISIN: NL00150001Q9Kopiert
    Aktueller Kursstand:   (XETRA)
    VerkaufenKaufen

    Schnell. Sicher. Direkt.Trading über stock3 war noch nie so einfach. 

    Mehr erfahren Nein, danke

Von Ryan Felton

DOW JONES--Ein andauernder Streit zwischen dem Jeep-Mutterkonzern Stellantis und einem Autoteilezulieferer hat nun offenbar direkte Auswirkungen auf die Fertigung des neuen Jeep Cherokee. Wie aus einer von Stellantis in Michigan eingereichten Klage hervorgeht, steht ein Werk im mexikanischen Toluca seit dem 14. März aufgrund eines Zahlungsstreits mit dem Zulieferer ZF Chassis Modules still. In dem Werk werden die SUV-Modelle Jeep Compass und Jeep Cherokee gefertigt. Der Zulieferer, der Fahrwerksmodule herstellt, stellte die Teilelieferungen an das mexikanische Stellantis-Werk Anfang des Monats ein, nachdem er Preiserhöhungen für bestehende Verträge gefordert hatte. Ein Gerichtsbeschluss in Mexiko soll nun dazu führen, dass der Betrieb in Toluca innerhalb der nächsten ein bis zwei Tage wieder aufgenommen wird.

Dies ist jedoch nicht der einzige Konflikt zwischen den beiden Unternehmen. ZF Chassis Modules drohte laut Klage auch damit, die Lieferung entscheidender Komponenten an ein Stellantis-Werk in Kanada einzustellen, sofern der Autobauer nicht Preiserhöhungen in zweistelliger Millionenhöhe zustimmt. Dem Werk im kanadischen Windsor, in dem die Modelle Chrysler Pacifica Minivan und Dodge Charger gefertigt werden, drohte infolgedessen ein unmittelbarer Stillstand. Eine einstweilige Verfügung eines Richters in Michigan ordnete jedoch am Mittwoch an, dass der Zulieferer die Lieferungen wieder aufnehmen muss. Laut Stellantis kam es in diesem Werk bisher zu keinen Ausfallzeiten.

Lieferstopps sind selten

Streitigkeiten um die Zahlungen zwischen Autoherstellern und Zulieferern sind in der Branche nicht ungewöhnlich, allerdings führen diese selten zu gerichtlichen Auseinandersetzungen oder Lieferstopps. Die Produktionsunterbrechung bei Jeep und Chrysler ist für Stellantis eine Belastung, denn der Konzern versucht derzeit, nach einem schwierigen Jahr 2025, die Wende zu schaffen. "Obwohl der Gang vor Gericht niemals unser bevorzugter Weg zur Lösung von Zuliefererangelegenheiten ist, wird Stellantis die notwendigen Schritte unternehmen, um die Integrität unserer Fertigungsprozesse zu schützen und faire Geschäftspraktiken zu gewährleisten", erklärte das Unternehmen.

Der Autobauer setzt große Hoffnungen in den Cherokee und den Pacifica. Die Rückkehr des Cherokee soll die Verkaufszahlen der Offroad-Marke ankurbeln und zudem soll eine aktualisierte Version des Chrysler-Minivans nächste Woche auf der New York International Auto Show Premiere feiern. ZF Chassis Modules reagierte nicht sofort auf Anfragen nach einer Stellungnahme. Das Unternehmen ist ein Joint Venture zwischen dem deutschen Zulieferer ZF und dem taiwanischen Technologie-Riesen Foxconn. Ein ZF-Sprecher gab keinen Kommentar zur Klage ab und verwies auf das Joint Venture. Auch Foxconn reagierte zunächst nicht.

Der Streit verdeutlicht, wie anfällig die automobile Lieferkette auf Störungen bei einer einzigen Komponente reagieren kann. Stellantis hält laut Klage einen Lagerbestand an Fahrwerksmodulen von "weniger als ein paar Stunden" vor, was in der Branche üblich ist. Ein Stopp im Werk Windsor könnte Entlassungen nach sich ziehen, die über das Werk hinaus auch andere Zulieferer des Chrysler Pacifica und Dodge Charger treffen würden. Das Werk beschäftigt 5.500 Mitarbeiter. Die Differenzen zwischen Stellantis und dem Joint Venture reichen bis in den Dezember zurück. Damals zahlte die US-Tochter von Stellantis mehr als 26 Millionen US-Dollar und gewährte erhebliche Preiserhöhungen, um einen Lieferstopp zu verhindern. Stellantis erklärte, dies habe den Zulieferer "ermutigt", diesen Monat erneut mit einem Lieferstopp zu drohen, falls der Autobauer nicht weiteren Barzahlungen und Preiserhöhungen von 70 Millionen Dollar zustimme.

Die einstweilige Verfügung vom Mittwoch verpflichtet den Zulieferer nun, das Werk in Windsor bis zur Anhörung im nächsten Monat weiter zu beliefern. Der Gerichtstermin ist für den 6. April angesetzt.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/DJN/cbr/cln

Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.

Passende Produkte

WKN Long/Short KO Hebel Laufzeit Bid Ask
Keine Ergebnisse gefunden
Zur Produktsuche

Das könnte Dich auch interessieren