Steht der Krypto-Markt vor dem Crash?
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Angespannt blicken die Finanzmärkte heute nach Washington. Um 16 Uhr Eastern Time (22 Uhr in Deutschland) wird Donald Trump Details der Handelspolitik im Rosengarten des Weißen Hauses bekannt geben. Das friedlich florale Ambiente dürfte im starken Kontrast zum Inhalt der Rede stehen. Eine weitere Eskalation im schwelenden Handelskrieg scheint gewiss, erwartet wird ein Rundumschlag gegen sämtliche Exportnationen, denen Trump mit reziproken Zöllen droht. Nicht umsonst spricht er vom heutigen Tag breitschultrig als Liberation Day. Und auch der Termin nach Börsenschluss dürfte nicht zufällig gewählt sein. Anleger machen sich auf ein Beben gefasst.
Trumps nächster Stresstest
Donald Trump wird am heutigen Mittwoch die wohl umfassendsten Handelsbeschränkungen der USA seit einem Jahrhundert verkünden. Womit der Handelskrieg eine nächste Eskalationsstufe erreichen dürfte. Welche Produkte und Länder es im Einzelnen wie stark treffen wird, ist noch offen. Die Ankündigung reziproker Zölle deutet aber an, dass die USA zum Rundumschlag ausholen. Mit noch unvorhersehbaren Folgen für die Weltwirtschaft.
Sehr wahrscheinlich sind weitere Zölle gegen die Europäische Union, Mexiko, Kanada, Japan, Südkorea, Vietnam und Indien. Auf chinesische Waren wurde bereits ein kumulativer Aufschlag von 20 Prozent erhoben. Aus der EU rückten zunächst Stahl und Aluminium wie auch jüngst Autos ins Fadenkreuz. Die EU setzt ihrerseits noch auf eine Verhandlungsstrategie. Das könnte sich ab heute ändern. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte bereits Gegenmaßnahmen als mögliche Reaktion an.
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Unsichere Zeiten
Die Makroaussichten trüben sich somit weiter ein. Ökonomen der Goldman Sachs Group schätzen, dass der durchschnittliche US-Zollsatz für alle Länder in diesem Jahr um 15 Prozentpunkte steigen könnte. Die Folgen: eine höhere Kerninflation, schwache Wachstumsaussichten sowie ein erhöhtes Risiko einer Rezession.
Bloomberg Economics geht davon aus, dass ein maximaler Ansatz die durchschnittlichen US-Zollsätze um bis zu 28 Prozentpunkte erhöhen würde, was einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts der Vereinigten Staaten von vier Prozent und einen Preisanstieg um fast 2,5 Prozent über die kommenden zwei bis drei Jahren zur Folge hätte. Wahrscheinlich wird dadurch auch das Szenario einer Stagflation, bei der langsames Wachstum mit anhaltend hohem Preisdruck einhergeht.
Krypto-Markt hält den Atem an
Schon die bisherigen Folgen einer durch Donald Trump immer weiter eskalierenden Zollpolitik sind erheblich. US-Staatsanleihen stiegen um fast 3 Prozent, Gold hat Rekordhöhen erreicht, während der US-Dollar schwächelt. US-Aktien verzeichneten in den ersten drei Monaten dieses Jahres die schlechteste Quartalsperformance seit 2023 – und Bitcoin die schlechteste seit 2018.
Die Sorge, dass der Krypto-Markt besonders unter den unmittelbaren Auswirkungen leiden könnte, scheint daher nicht unberechtigt. Während Anleger in sichere Häfen wie Gold strömen, dürfte ein Abverkauf besonders bei den Risiko-Assets wie Kryptowährungen drohen, von denen sich Anleger in unsicheren Marktphasen als Erstes trennen. Das könnte eine Kettenreaktion in Gang setzen, wie sie am Krypto-Markt schon häufig gesehen wurde. Der Worst Case: Ein Flash Crash, zusätzlich beschleunigt durch die Liquidierung von Terminkontrakten, gefolgt von einer zähen Seitwärtsphase.
Im besten Fall jedoch könnten die Schäden am Krypto-Markt verhältnismäßig glimpflich ausfallen, hat sich der Staub erst einmal gelegt. Die Hoffnung wird auch dadurch getragen, dass Krypto, anders als viele Unternehmen, nicht unmittelbar von Zöllen betroffen ist. Zumal Trump weitere Maßnahmen ankündigte, die der Krypto-Industrie weiter den Rücken stärken dürften. Inwieweit diese den Markt besänftigen, wird sich zeigen. Die Reaktionen auf die Ankündigung einer strategischen Krypto-Reserve fielen eher enttäuschend aus. Die Erwartungen sollten daher wohl nicht zu hoch gesteckt werden.
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