Video

Stanzls BörsenZapping: Marktstruktur erlebt interne Schwächung

In der vergangenen Woche kam wieder Bewegung in den Markt. Wir sprechen nicht mehr von Kursen über 10.000...

Erwähnte Instrumente

Die Aktivität im Fusions- und Akquisitionssegment springt kräftig an, genauso wie 2007. Wenn man böse wäre könnte man dem Medienmogul Rupert Murdoch ein Händchen dabei nachsagen, ziemlich exakt die Hochpunkte am amerikanischen Aktienmarkt zu finden – und zwar immer dann, wenn er große Akquisitionen tätigt. So geschehen im Jahr 2000, als er 11,4 Milliarden Mark für Chris-Craft bot, eine amerikanische TV-Gesellschaft. So geschehen im Jahr 2007, als er das Verlagshaus Dow Jones für 3,6 Milliarden EUR übernahm. Und jetzt bietet er 80 Milliarden USD für Time Warner. Gut, das Geld ist in der Zwischenzeit weniger wert geworden. Und Time Warner ist natürlich weitaus größer als Chris-Craft oder Dow Jones es je war. Sie wissen was nach den ersten beiden Geboten geschah: Bis März 2003 bracht der DAX um 72 % ein, nach 2007 um 56 %. Nähme man nun den Mittelwert dieser beiden Crashs und nähme man an, dass die Akquisition durchginge und auch die Prognosekraft besäße, wie bisher, dann müsste der DAX bald wieder bei 3500 Punkten stehen. Zur Prognosefähigkeit der Aktivität von Fusionen & Akquisitionen hat mein Kollege Clemens Schmale Ausführliches geschrieben.

Stanzls-BörsenZapping-Marktstruktur-erlebt-interne-Schwächung-Jochen-Stanzl-GodmodeTrader.de-1

Wie 2007 zählen heute spätzyklische Sektoren wie Energie zu den Outperformern, während frühzyklische Sektoren wie der Bausektor nach unten abdrehen. Das war 2007 schon einmal der Fall. Der Bausektor stieg in der ersten Jahreshälfte stärker als der DAX, rutschte dann aber unter die Benchmark. Der defensive Versorgersektor baute eine Outperformance zum DAX in der zweiten Jahreshälfte auf (BITTE AUF STATISCHER CHART UMSTELLEN!)

DAX Bau- und Energiesektor 2007
Statischer Chart
Live-Chart
Chart in stock3 Terminal öffnen

Das gleiche scheint sich in diesem Jahr zu wiederholen. Versorger bauen eine kräftige Outperformance zum DAX auf, während der Bausektor abrutscht. (BITTE AUF STATISCHER CHART UMSTELLEN!)

DAX Bau- und Energiesektor 2014
Statischer Chart
Live-Chart
Chart in stock3 Terminal öffnen

Etwas ähnliches geschieht beim amerikanischen S&P 500 Index. Heute, wie 2007, steigen defensive Sektoren wie Energie und Grundstoffe an, während der Bausektor, Finanzwerte und Konsumgüter zurückbleiben. Investoren verhalten sich also trotz immer weiter steigender Kurse defensiv. Und das, obwohl der Anteil der semiprofessionellen Investoren, die bullisch sind, in den USA mit 56,6 % hoch ist.

Das letzte Mal, dass der S&P 500 Index seine einfach gewichtete 200-Tagelinie berührte war vor 417 Handelstagen. Das ist die längste Zeitspanne jemals. Bis zur 200-Tage-Linie bei 1840 Punkten besteht 7 % Abwärtspotenzial:

Stanzls-BörsenZapping-Marktstruktur-erlebt-interne-Schwächung-Jochen-Stanzl-GodmodeTrader.de-4

Fazit: Das bedeutet nicht, dass der Markt jetzt unmittelbar in einen Crash wie im Jahr 2007 einschwenken wird. Es riecht aber verdächtig nach Korrektur. Passen Sie auf dass Sie nicht überhebelt in den Markt gehen.

4 / 4 Kommentare

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Um PLUS-Artikel kommentieren zu können, benötigen Sie ein stock3 PLUS-Abo. Alle anderen Artikel lassen sich kommentieren, sobald Sie einen beliebigen Premium-Service abonniert haben.

  • House of Doom
    House of Doom

    Hmmm...

    wenn ich es nicht schwarz auf weiß lesen würde, dann würde ich glauben, der Artikel stammt von Herrn Hoose.

    Ich habe eben noch mal geklickt - tatsächlich! Jochen Stanzl!

    Das klang vor ein paar Wochen aber noch ein bisschen anders.

    Was kommt dann morgen von Ihnen?

    Ein Bericht über Gold, Kursziel 2700 USD?

    :))))

    20:01 Uhr, 21.07.2014
  • nuetzi
    nuetzi

    So wie es im Moment aussieht hat S&P500 große Mühe $ 1990 zu erreichen.

    15:20 Uhr, 21.07.2014
  • Cristian Struy
    Cristian Struy

    ja Herr Stanzl, man kann es förmlich riechen. Es liegt etwas in der Art in der Luft. Ich könnte mir noch einen Ausbruch im dow aus dem bärischen seit Wochen existierenden Keil nach oben und eine Trendbeschleunigung long vorstellen, wo alle auf die falsche Fährte geführt werden, bevor es eine deutliche Korrektur gibt. Das wäre der Klassiker.

    11:17 Uhr, 21.07.2014
    1 Antwort anzeigen

Das könnte Sie auch interessieren

Über den Experten

Jochen Stanzl
Jochen Stanzl
Chefmarktanalyst CMC Markets

Jochen Stanzl ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets in Frankfurt. Davor war er über 15 Jahre bei der BörseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

Mehr Experten
Jetzt ein kostenloses Depot bei finanzen.net ZERO eröffnen und profitieren!Erhalten Sie 3 Monate PRO kostenlos sowie eine Gratis-Aktie on top! Hier geht's zur Aktion und den Teilnahmebedingungen.Schließen