Analyse
13:00 Uhr, 22.10.2026

SPOTIFY beweist seine Preismacht

Der Streamingdienst gewinnt 6 Mio. zahlende Kunden hinzu, obwohl die Abos teurer werden, und erzielt eine Rekordmarge für ein drittes Quartal. Steigende Ausgaben für Marketing, Cloud und KI bremsen jedoch den operativen Hebel.

Es gibt kaum einen härteren Test für ein Abo-Geschäft als die Preiserhöhung. Wer sie verlangt, riskiert Kündigungen. Wer sie durchsetzt, beweist, dass sein Produkt zur Gewohnheit geworden ist. Spotify hat diesen Test im dritten Quartal bestanden: Der durchschnittliche Erlös je Premium-Kunde stieg um 9,3 % auf 4,95 EUR, und trotzdem wuchs die Zahl der zahlenden Nutzer auf 306 Mio. Das sind 9 % mehr als vor einem Jahr und 1 Mio. mehr, als das Unternehmen in Aussicht gestellt hatte.

Insgesamt setzte der Konzern 4,97 Mrd. EUR um, ein Plus von 16 %, währungsbereinigt 14 %. Damit lag Spotify im Rahmen der eigenen Prognose und hauchdünn unter der Analystenschätzung von 4,98 Mrd. EUR. Das Premium-Geschäft steuerte 4,49 Mrd. EUR bei, 17 % mehr als im Vorjahr und minimal weniger als die erwarteten 4,5 Mrd. EUR.

Währungsbereinigt wuchs der Erlös je Premium-Kunde um 7,5 %. Getragen wurde das von Preiserhöhungen, gebremst von mehr günstigen Tarifen und Märkten im Mix. Die Werbesparte legte um 10 % auf 482 Mio. EUR zu. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer kletterte um 11 % auf 788 Mio. und traf die Prognose punktgenau.

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