Nachricht
21:45 Uhr, 02.11.2026

Darüber spricht der Markt: Der Marvell und Lumentum Deal

Marvell und Lumentum verlieren am Montag zweistellig: Warum Befürworter des Zusammenschlusses trotz Kurssturz an die langfristigen Chancen glauben.

Erwähnte Instrumente

  • ISIN: US5738741041Kopiert
    Aktueller Kursstand:   (Nasdaq)
    VerkaufenKaufen

    Schnell. Sicher. Direkt.Trading über stock3 war noch nie so einfach. 

    Mehr erfahren Nein, danke
  • ISIN: US55024U1097Kopiert
    Aktueller Kursstand:   (Nasdaq)
    VerkaufenKaufen

Überwiegen beim Marvell-Lumentum-Deal die langfristigen Chancen?

Die Befürworter setzen auf die Kombination von Marvells Halbleitern und Lumentums Optiktechnologie. Ein Kanal sieht die Marvell-Aktie als kurzfristige Rebound-Chance mit einem Kursziel von 215 bis 218 USD. Gemeinsam soll ein Marktführer für KI-Konnektivität entstehen, der Scale-up-Systeme aus einer Hand beliefern kann. Hinzu kommen die erwarteten Umsatzsynergien und Kosteneinsparungen. Marvell selbst rechnet damit, dass der KI-Investitionsboom anhält und die Nachfrage nach optischen Komponenten für schnelle Datenübertragung hoch bleibt. Auch die Zahlen stützen diese Erwartung. Lumentum meldet für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 1,26 Mrd. USD, ein Plus von 136,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Non-GAAP-Gewinn je Aktie liegt mit 4,57 USD über der eigenen Prognose von 4,05 bis 4,35 USD. Die Non-GAAP-Betriebsmarge steigt auf 42,3 % nach 18,7 %. Für das zweite Quartal stellt das Unternehmen 1,575 bis 1,625 Mrd. USD Umsatz in Aussicht. Marvell hatte Ende August einen Rekordumsatz von 2,74 Mrd. USD gemeldet und den Ausblick angehoben. Marvell Technology und Lumentum haben sich inzwischen offiziell auf die Übernahme verständigt, die komplett über einen Aktientausch abgewickelt werden soll: Lumentum-Aktionäre erhalten je Anteilsschein 4,5 Marvell-Aktien.

Die Skeptiker verweisen auf die heutigen Kursverluste: Marvell gibt 12,9 % nach, Lumentum 16,9 %. Schwerer wiegt für sie, dass der Deal noch behördlich genehmigt werden muss. Bei Lumentum kommt die Konstruktion des geplanten Geschäfts hinzu. Weil der Kaufpreis in Aktien gezahlt werden soll, hängt der tatsächliche Wert für die Aktionäre vom Marvell-Kurs ab. Der Angebotswert je Aktie ist damit keine feste Größe. Eine Stimme sieht die Vorteile des Geschäfts ohnehin eher bei den Marvell- als bei den Lumentum-Aktionären. Sie verweist zudem auf Marvells schwachen Oktober: Im Zuge der breiten Tech-Korrektur habe die Aktie rund ein Viertel verloren. Melius Research hatte sein Kursziel bereits zuvor gesenkt.

Charttechnisch gilt bei Marvell der 200-Tage-Durchschnitt als Unterstützung, die Kurslücke bei 218 USD als Widerstand. Bei Lumentum steht die 50-Tage-Linie im Fokus.

Spricht das Zwischenwahl-Muster jetzt für US-Aktienkäufe?

Wer jetzt kaufen will, beruft sich auf die Statistik. Laut J.P. Morgan waren die Renditen sechs, neun und zwölf Monate nach Zwischenwahlen seit 1990 stets positiv. Vom Oktober eines Zwischenwahljahres bis zum Oktober des Folgejahres haben die US-Märkte seit dem Zweiten Weltkrieg nie im Minus gelegen. Dazu passt der Präsidentschaftszyklus: Das erste Quartal 2027 fällt in das dritte Amtsjahr des Präsidenten – historisch war dies das stärkste Quartal im Zyklus. Die Argumente gehen aber über historische Muster hinaus. Die Gewinnrevisionen haben ihren Tiefpunkt durchlaufen, Hedgefonds ihre Positionen stark zurückgefahren, und die Rotation in Qualitätsaktien mit höherer Kapitalrendite ist im Gange. Eine Stimme verweist auch darauf, dass der S&P 500 Ende vergangener Woche nur 3,3 % unter seinem Allzeithoch gelegen habe. Heftige Ausverkäufe in Richtung der langfristigen Durchschnitte seien historisch meist Kaufgelegenheiten gewesen.

Dagegen wenden Skeptiker ein, dass seit Juni rund 60 % der Werte im Nasdaq 3000 mehr als 20 % verloren hätten. KI- und Robotik-Titel seien deutlich stärker gefallen als der Gesamtindex. Der Nasdaq 100 habe im Oktober den schlechtesten Monat seit einem Jahr verzeichnet. Der Nasdaq Composite sei am Freitag im heftigsten Ausverkauf seit Juni zeitweise in den Korrekturbereich gerutscht. Steigende Zinsen und Energiepreise verschärfen die Finanzierungsbedingungen. Hinzu kommt die Konzentration auf wenige Schwergewichte: Zehn Unternehmen hätten 70 % des Anstiegs seit den Tiefs vom 30. März beigesteuert. Als größter Unsicherheitsfaktor gilt der Iran-Konflikt. Beim Haushaltsdefizit lasse keine Partei den Willen erkennen, es nachhaltig zu senken.

Als Unterstützung im S&P 500 gilt die Zone von 7.100 bis 7.200 Punkten. Beim Nasdaq 100 rückt die Zone rund 9,5 % unter dem Allzeithoch in den Fokus, nahe der Korrekturschwelle. Die Signale mahnen zur Vorsicht, ein klares Verkaufssignal liegt aber noch nicht vor. Dafür müsste der Index weiter fallen. Einige Stimmen sehen die Korrektur seit Juni bereits in ihrer Endphase, schließen einen weiteren schmerzhaften Rückgang aber nicht aus. Klarheit erwarten sie in drei Punkten: beim Kreditangebot, bei den anstehenden Zwischenwahlen und bei der Liquidität.

Rechtfertigen Palantirs Wachstumsaussichten die hohe Bewertung?

Palantirs letzter Bericht liefert den Optimisten Argumente für erneut sehr starke Wachstumszahlen: Anfang August meldete das Unternehmen ein Umsatzplus von 93 % und übertraf den Konsens deutlich. Neben dem Regierungsgeschäft wächst inzwischen auch das kommerzielle Geschäft kräftig. Sinkende Tokenkosten und bessere KI-Modelle erleichtern die Implementierung. Der modellunabhängige Ansatz schützt zudem davor, sich bei der KI-Infrastruktur auf die falsche Technologie festzulegen. Anders als bei vielen KI-Werten lässt sich bei Palantir nach dieser Einschätzung bereits eine Kapitalrendite nachweisen. Ein Kanal nennt Kursziele von 500 USD im Bärenfall über 717 USD bis 1.000 USD im Bullenfall.

Das Wachstum stellen Skeptiker nicht infrage, wohl aber die Bewertung. Eine Stimme verweist auf rund das 85-Fache der Gewinne der kommenden zwölf Monate. Darin liegt ein Risiko: Anleger könnten künftig nur noch bereit sein, ein niedrigeres Gewinnvielfaches zu zahlen. Selbst wer für die nächsten Zahlen eine weitere Wachstumsbeschleunigung und eine deutliche Gewinnüberraschung erwartet, warnt: Das garantiert noch keinen Kursanstieg.

Heute gibt die Aktie 1,5 % nach. Charttechnisch richtet sich der Blick auf die Marke bei 182,5 USD. Widerstände liegen bei 187 USD, 205 USD und 210 USD.

Trägt Apples iPhone-Nachfrage trotz steigender Speicherkosten?

Für Apple spricht aus Sicht der Optimisten ein kräftiger Produktzyklus. Erwartet wird ein iPhone-Umsatz, der rund 15 % über dem Vorjahr liegt. Die frühe Nachfrage nach dem iPhone 18 Pro gilt als stark. Ende Juli hatte der Konzern mit einem Umsatzplus von 16 % ein Rekord-Juniquartal gemeldet. Hinzu kommt: Apple vermeidet die hohen Ausgaben für KI-Infrastruktur, die andere Tech-Konzerne stemmen.

Die offene Flanke ist die Marge. Steigende Kosten für Speicherchips drücken auf die Profitabilität. Für Skeptiker bleibt zudem offen, ob die iPhone-Nachfrage tatsächlich so stark ist oder durch Lieferengpässe überzeichnet wird. Hinzu kommen Berichte über Bildschirmprobleme beim neuen faltbaren iPhone Duo. Bei der Bewertung verweisen sie auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis, das sich der historisch hohen Marke von 40 nähert.

Vor den anstehenden Quartalszahlen gibt die Aktie heute 2 % nach. Erwartet werden Details zu den Produktmargen, der Ausblick auf das Weihnachtsquartal und Fortschritte bei Siri sowie der KI-Integration.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

Passende Produkte

WKN Long/Short KO Hebel Laufzeit Bid Ask
Keine Ergebnisse gefunden
Zur Produktsuche