Analyse
17:35 Uhr, 28.07.2026

SPACEX-Aktie erholt sich nach Rekordtief

Der Ausverkauf bei SpaceX hat sich am Dienstag zunächst mit einem neuen Rekordtief fortgesetzt. Anschließend drehte die Aktie aber deutlich ins Plus.

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  • SpaceX - WKN: A42D4F - ISIN: US84615Q1031 - Kurs: 110,170 $ (Nasdaq)

Vom IPO-Preis bei 135,00 USD hatte sich die SpaceX-Aktie zwischenzeitlich um gut 20 % entfernt. Gegenüber dem Rekordhoch bei 225,64 USD belief sich der Rückgang zeitweise sogar auf mehr als 50 %. Doch nach einem schwachen Handelsstart mit neuen Rekordtief am Dienstag hat sich die SpaceX-Aktie im weiteren Verlauf erholt und notierte zeitweise mehr als 3 % im Plus.

Operative Fortschritte haben kaum Kursrelevanz

Beim jüngsten Starship-Test mit der dritten Version der Riesenrakete konnte SpaceX technische Fortschritte vermelden. Nach Angaben des Unternehmens wurden beim Testflug 20 Starlink-Testsatelliten ausgesetzt. Zudem gelang die erneute Zündung eines Raptor-Triebwerks im All. Die Oberstufe absolvierte anschließend eine kontrollierte Wasserung.

Probleme gab es allerdings beim Super-Heavy-Booster. Mehrere Triebwerke zündeten während des Landeanflugs nicht wie geplant, weshalb der Booster härter als vorgesehen im Meer aufsetzte. Der insgesamt erfolgreiche Test konnte bei der Aktie keinen nachhaltigen Kursimpuls auslösen.

Auch die Prüfung zusätzlicher Starship-Rückflugrouten durch die US-Luftfahrtbehörde FAA, über die aktuell berichtet wird, sorgt bislang nicht für Entlastung. Die Behörde untersucht unter anderem mögliche Flugkorridore über dem Westen der USA sowie zusätzliche Notlandegebiete im Pazifik. Die öffentliche Kommentierungsfrist läuft bis zum 3. August 2026.


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Quartalszahlen als nächster Belastungstest

Der wichtigste kurzfristige Termin ist der 4. August 2026. SpaceX will nach Börsenschluss erstmals seit dem IPO Quartalszahlen veröffentlichen. Im Mittelpunkt dürften die Entwicklung von Starlink, die Investitionen in die Starship-Entwicklung und den KI-Ausbau sowie der Cashflow und der weitere Ausblick stehen. Zwei Tage später läuft die erste Sperrfrist für Insiderverkäufe ab. Damit könnten die jetzt verzeichneten Kursverluste bereits im Zusammenhang stehen, da Shortseller die Insiderverkäufe möglicherweise bereits vorwegnehmen.

Morgan Stanley hielt zuletzt trotz des Kursrutsches an einem Kursziel von 300,00 USD fest. Nach Einschätzung der Analysten würde ein Kurs um 100,00 USD das Raketen- und Konnektivitätsgeschäft abbilden, den geplanten KI-Aktivitäten jedoch kaum Wert beimessen. Das Modell ist allerdings von hohen langfristigen Wachstumsannahmen abhängig.

Der US-Ökonom und NYU-Professor Scott Galloway hält das Kursziel dagegen für realitätsfern. Im Prof G Markets-Podcast verspottete er die optimistischen Annahmen des Analysten: "Diese Person sollte romantische Komödien schreiben, in denen Menschen im Supermarkt zusammenstoßen und in Gang acht beschließen, dass sie verliebt sind."

Für die Aktie bleibt zunächst entscheidend, ob der Bereich um 100,00 USD Käufer anzieht. Solange neue Rekordtiefs entstehen und Erholungsversuche ausbleiben, dominiert das negative Momentum. Die jüngsten operativen Fortschritte reichen derzeit nicht aus, um die Bewertungsbedenken und die Unsicherheit vor den Quartalszahlen zu überlagern.

Fazit: Die SpaceX-Aktie hat ihren Abwärtstrend auch am Dienstag zunächst fortgesetzt und abermals ein neues Allzeittief markiert, bevor das Papier zeitweise deutlich ins Plus drehte. Vor den ersten Quartalszahlen seit dem Börsengang ist mit hoher Volatilität zu rechnen. Solange keine belastbare Stabilisierung gelingt, bleibt das Chartbild klar bärisch. Die Marke von 100,00 USD rückt damit als nächster wichtiger Belastungstest in den Fokus.

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