Kommentar
16:00 Uhr, 07.06.2026

Sollte ich jetzt in Panik geraten?

Der kräftige Kursrutsch am Freitag hat meine Depots besonders hart getroffen. Warum ich trotzdem versuche, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Erwähnte Instrumente

  • ISIN: US5951121038Kopiert
    Kursstand: 864,457 $ (Nasdaq) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
    VerkaufenKaufen

    Schnell. Sicher. Direkt.Trading über stock3 war noch nie so einfach. 

    Mehr erfahren Nein, danke

Sowohl im Score-Depot als auch im Momentum- und Trendfolge-Depot bin ich tendenziell in den Werten investiert, die ein überdurchschnittliches Kursmomentum aufweisen. Gerade diese Aktien korrigierten aber am Freitag besonders stark (was in Schwächephasen alles andere als ungewöhnlich ist). Die heftige Korrektur am Freitag hat deshalb meine Depots ganz besonders hart getroffen.

Ein eindrucksvolles Beispiel ist die Aktie des Speicherchipherstellers Micron. Das Papier befindet sich in einem starken Aufwärtstrend, mit einer Verzehnfachung des Kurses in den letzten zwölf Monaten. Im November 2025 stieg ich bei Micron im Score-Depot ein, weil die Aktie im stock3 Score überdurchschnittlich stark abschnitt und zudem ein hohes Kursmomentum zeigte.

Score der Micron-Aktie (Stand: 07.06.2026)
Micron-Technology-Aktie
Statischer Chart
Live-Chart
  • ()
    Nasdaq
    VerkaufenKaufen

Seit dem Einstieg konnte sich der Kurs der Micron-Aktie mehr als verdreifachen, korrigierte am Freitag aber auch überdurchschnittlich stark mit einem Minus von 13,3 %.

Im Trendfolge- und Momentum-Depot, wo ich (neben Indexpositionen) mit Hebelzertifikaten auf technisch starke Einzelwerte setze, fielen die Verluste zum Teil noch größer aus: Drei Long-Derivate auf die Aktien von Siltronic, On Semiconductor und AMD verloren mehr als 20 %. Gleichzeitig befinden sich alle drei Positionen noch prozentual zweistellig oder sogar dreistellig im Plus.

Stark abwärts ging es am Freitag auch in den Indexpositionen, die ich auf DAX, S&P 500 und Nasdaq-100 im Trendfolge- und Momentum-Depot halte. Ein zweifach gehebelter Faktor-Optionsschein auf den Nasdaq-100 nach der 130-Tage-Strategie verlor rund 9 %, wohlgemerkt an einem einzelnen Tag. Tiefrot beendeten natürlich auch die anderen gehebelten Indexpositionen den Freitag.

Was tue ich nun?

Börse ist gleichermaßen Technik und Emotion, Mathematik und Psychologie. Persönlich verfolge ich einen systematischen und regelbasierten Ansatz, bei dem ich mich darauf verlassen kann, dass das, was ich tue, langfristig einen statistischen Vorteil verspricht.

So hat etwa die 9-Billionen-Dollar-Strategie in Backtests gezeigt, dass sie seit fast 100 Jahren zu einer deutlichen Überrendite gegenüber einem Buy-and-hold-Ansatz führt. Möglich macht es die Kombination aus einem trendfolgenden Ansatz, der möglichst nur in übergeordnet guten Börsenphasen im Markt investiert ist, und dem gezielten Einsatz von Hebeleffekten in eben diesen vorteilhaften Börsenphasen.

Auch zuletzt hat die Strategie gut funktioniert: Seit dem Einstieg Anfang April, also vor rund zwei Monaten, befindet sich die gehebelte Position auf den S&P 500 gut 18 % im Plus, auch wenn es am Freitag natürlich um mehrere Prozent abwärts ging.

Der folgende Chart zeigt den S&P 500 zusammen mit der einfachen gleitenden 200-Tage-Linie (SMA 200), auf der die 9-Billionen-Dollar-Strategie basiert, und dem 130-Tage-Momentum, das ich in anderen Strategien sehr erfolgreich einsetze. Der Einstieg mit einem zweifach gehebelten ETF auf den S&P 500 erfolgte am 9. April, nachdem der Index am vorherigen Handelstag den SMA 200 überschritten hat. Der Tag des Einstiegs ist im Chart grün markiert.

Bisher gibt es nach der 9-Billionen-Dollar-Strategie kein Verkaufssignal, und deshalb verkaufe ich auch nicht. Für mich ist der Rücksetzer kein Grund, meine Systeme infrage zu stellen. Einzelne schwache Tage gehören gerade bei Momentum- und Trendfolgeansätzen dazu. Wer in starken Aktien investiert ist, muss akzeptieren, dass diese Werte in Korrekturphasen häufig besonders kräftig zurückkommen.

Entscheidend ist nicht, ob es an einem einzelnen Handelstag schmerzhaft wird. Entscheidend ist, ob die übergeordneten Trends intakt bleiben, ob die Regeln weiter greifen und ob das Risiko im Depot tragbar bleibt. In Bezug auf all diese Punkte bin ich zuversichtlich.

Waren die Verluste am Freitag vermeidbar?

Diese Frage höre ich immer wieder, und sie ist auch berechtigt: Hätte man nicht aussteigen können, bevor es so richtig dramatisch wurde? Hätte man nicht am Donnerstag, oder spätestens am Freitag, die Reißlinie ziehen können?

So gerne ich mit "ja" antworten würde, lautet die Antwort nach meinem Ansatz dennoch "nein". Rückblickend findet sich natürlich immer jemand, der genau am Donnerstag vor fallenden Kursen gewarnt hat. Gerade nach starken Kursanstiegen lautet das Argument oft: Was stark gestiegen ist, kann auch wieder stark fallen. Das ist nicht falsch, aber eben auch nicht die Basis einer profitablen Tradingstrategie, wenn man von sehr kurzfristigen Ansätzen absieht.

Warnungen vor einer bevorstehenden Korrektur können im Einzelfall genau richtig liegen. Das Problem ist nur: Sie liegen nicht verlässlich genug richtig, um daraus für mich einen belastbaren Anlageprozess abzuleiten. Würde ich bei jedem kurzfristigen Warnsignal oder jeder skeptischen Chartdeutung aussteigen, hätte ich viele der großen Aufwärtsbewegungen der vergangenen Monate nicht mitgenommen. Wäre ich bei Micron am Ball geblieben, während sich der Kurs verdreifacht hat? Nein, das wäre ich nicht.

Ich versuche deshalb, Prognosen zur künftigen Kursentwicklung so gut es geht auszublenden. Nicht, weil sie nie zutreffen. Sondern weil ich nicht davon überzeugt bin, dass sie im Kontext meiner Strategien dauerhaft einen Mehrwert bieten. Mein Ansatz lebt davon, starke Trends zu begleiten, solange die Signale intakt sind. Dass es auf diesem Weg schmerzhafte Rücksetzer gibt, ist kein Fehler des Systems, sondern Teil des Preises, den man für die Chance auf überdurchschnittliche Renditen zahlt.

Regeln statt Bauchgefühl

Wer aus starken Emotionen heraus handelt, verliert meistens. In meinen Depots überprüfe ich die Positionen regelmäßig, schaue auf die Signale meiner Strategien und entscheide dann regelbasiert. Das gilt ganz besonders für das Trendfolge- und Momentum-Depot, während im Score-Depot diskretionäre Entscheidungen durchaus ihre Berechtigung haben. Was an einem einzelnen Tag passiert, interessiert mich dabei aber nicht übermäßig, in keinem der beiden Depots.

Natürlich kann es weiter abwärts gehen. Niemand weiß, ob der Freitag nur ein scharfer Rücksetzer war oder der Beginn einer größeren Korrektur. Aber genau für solche Phasen braucht es einen Plan. Panik ersetzt keinen Plan, sie zerstört ihn meistens.

Für mich heißt das: Ruhe bewahren, Signale abwarten, Risiken kontrollieren und nicht vergessen, dass starke Strategien ihre Überrendite langfristig erzielen, nicht an einem einzelnen Handelstag.

Wenn Du Einblick in meine Musterdepots willst und sehen möchtest, wie ich in solchen Marktphasen konkret agiere, dann teste jetzt stock3 Select und stock3 Ultimate.


stock3 Select 3 Experten-Depots

Magnificent 7 jetzt spreadlos handeln!

Handle Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Meta, Nvidia und Tesla exklusiv an der Börse Stuttgart ohne Spread von 9 bis 22 Uhr und bis zu 100.000 € Ordervolumen pro Preisfeststellung. Spare echtes Geld durch den identischen Kauf- und Verkaufspreis und verbessere so direkt die Performance deines Investments. Einfach „Stuttgart“ als Handelsplatz in der Ordermaske wählen und profitieren!

Jetzt informieren!

Passende Produkte

WKN Long/Short KO Hebel Laufzeit Bid Ask
Keine Ergebnisse gefunden
Zur Produktsuche

Keine Kommentare

Du willst kommentieren?

Die Kommentarfunktion auf stock3 ist Nutzerinnen und Nutzern mit einem unserer Abonnements vorbehalten.

  • für freie Beiträge: beliebiges Abonnement von stock3
  • für stock3 Plus-Beiträge: stock3 Plus-Abonnement
Zum Store Jetzt einloggen