SK HYNIX geht an die Wall Street - MICRON vor Zahlen!
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- SK Hynix (GDR) - WKN: A1JWRE - ISIN: US78392B1070 - Kurs: 1.515,000 € (L&S)
- Micron Technology Inc. - WKN: 869020 - ISIN: US5951121038 - Kurs: 1.051,770 $ (Nasdaq)
Der südkoreanische Speicherchipkonzern plant den Verkauf von Hinterlegungsscheinen an der Nasdaq und will damit 45,45 Bio. Won einnehmen, umgerechnet rund 29,4 Mrd. USD. Der Handelsstart ist nach Unternehmensangaben für den 10. Juli vorgesehen. Begleitet wird die Transaktion von Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs und JPMorgan Chase.
Der Konzern sitzt gemeinsam mit Samsung Electronics und Micron Technology an einem der engsten Flaschenhälse des globalen KI-Ausbaus: Hochbandbreitenspeicher, kurz HBM, ist unverzichtbar für leistungsfähige KI-Server. Nach Daten von Counterpoint Research kam SK Hynix im vierten Quartal 2025 gemessen am Umsatz auf einen Weltmarktanteil von 57 %. Damit ist das Unternehmen derzeit der wichtigste Anbieter in einem Segment, das für Betreiber großer Rechenzentren strategische Bedeutung gewonnen hat.
Die Bewertungslücke soll kleiner werden
Trotz dieser starken Marktposition wird SK Hynix niedriger bewertet als einige Wettbewerber. Eine US-Notiz könnte den Kreis potenzieller Investoren deutlich erweitern und helfen, den Bewertungsabschlag gegenüber Micron und Samsung zu verringern. Das Beispiel TSMC zeigt, wie wirksam eine solche Präsenz am US-Kapitalmarkt sein kann. Der taiwanische Auftragsfertiger wurde im Zuge der KI-Rally zu einem Kerninvestment vieler internationaler Anleger.
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Die Zahlen von SK Hynix liefern dafür den operativen Unterbau. Im ersten Quartal stieg der operative Gewinn auf den Rekordwert von 37,61 Bio. Won, umgerechnet rund 25,4 Mrd. USD. Analysten hatten im Schnitt mit 35,7 Bio. Won gerechnet. Der Umsatz verdreifachte sich nahezu auf 52,58 Bio. Won. Die Aktie in Seoul hat sich seit Jahresbeginn um mehr als 300 % verteuert.
Die großen Cloudkonzerne investieren massiv in Rechenzentren, doch die Engpässe verlagern sich entlang der Lieferkette. Speicherchips, lange ein zyklisches Massengeschäft mit harten Preisschwankungen, werden durch KI-Anwendungen zu einem strategischen Gut. Genau diesen Wandel will SK Hynix nun an der Nasdaq kapitalisieren.

Micron wird zum Stimmungstest für die KI-Rally
Während SK Hynix den Zugang zu US-Investoren sucht, richtet sich der Blick der Wall Street kurzfristig erst einmal auf Micron. Die Quartalszahlen des US-Speicherchipherstellers am Mittwochabend bekommen eine Bedeutung, die weit über das Unternehmen hinausreicht. Nach der atemberaubenden Kursrally der vergangenen Monate fragen sich Anleger, ob der Speicherboom noch am Anfang steht oder bereits sehr hohe Erwartungen eingepreist hat.
Die Micron-Aktien sind in diesem Jahr um rund 270 % gestiegen. Damit war der Konzern einer der größten Treiber des S&P 500, dessen Performance zunehmend von Halbleiter- und Speicherwerten geprägt wird. Neben Micron profitierten auch Sandisk, Western Digital und Seagate von der Erwartung, dass der KI-Ausbau über Jahre hinweg enorme Mengen an Speicher- und Recheninfrastruktur benötigt.
Die Nervosität ist dennoch gestiegen. Am Dienstag gerieten Halbleiteraktien weltweit unter Druck, nachdem in Südkorea berichtet worden war, SK Hynix verlangsame den Ausbau seiner Produktion von KI-Speicherchips.
Die Zahlen müssen stark sein, der Ausblick aber noch stärker
Für das Ende Mai abgeschlossene dritte Geschäftsquartal erwarten Analysten laut Bloomberg im Schnitt einen Nettogewinn von 23,8 Mrd. USD bei einem Umsatz von 35,6 Mrd. USD. Gegenüber dem Vorjahr entspräche das einem Gewinnsprung um 1.165 % und einem Umsatzplus von 283 %.
Besonders wichtig wird sein, was Micron zu langfristigen Lieferverträgen, Auftragsbestand und Nachfrage der großen Rechenzentrumsbetreiber sagt. Anleger wollen wissen, ob der aktuelle Boom robuster ist als frühere Speicherzyklen, die oft in Überkapazitäten und abrupt fallenden Preisen endeten. Die vier großen US-Technologiekonzerne Alphabet, Microsoft, Amazon und Meta planen für 2026 Investitionen von bis zu 725 Mrd. USD. Solange dieser Kapitalstrom anhält, bleibt die Nachfrage nach Speicherchips stark.
Doch der Markt blickt bereits über das laufende Jahr hinaus. Für Micron wird erwartet, dass das Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2027 auf 76 % und 2028 auf 8 % zurückgeht. Gleichzeitig ist die Aktie nach der Rally anfällig für Enttäuschungen. In fünf der vergangenen sechs Quartale fiel der Kurs am Tag nach der Zahlenvorlage.
Die Bewertung wirkt auf den ersten Blick moderat. Micron wird mit weniger als dem Zehnfachen der erwarteten Gewinne gehandelt, während der S&P 500 bei rund dem 20-Fachen und der Nasdaq 100 bei etwa dem 24-Fachen liegt. Dennoch ist die Erwartungshürde hoch. 50 von 55 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, keiner rät zum Verkauf. Vor dem jüngsten Rückschlag lag das durchschnittliche Kursziel jedoch bereits unter dem aktuellen Kursniveau.

Fazit: Micron wird heute sensationelle Zahlen liefern, die Frage stellt sich gar nicht. Es geht aber darum, was man dem Markt neues erzählen kann. Die bisherigen Erwartungen sind eingepreist. Mit dem Börsengang von SK Hynix rückt dann das nächste Großereignis näher. Immerhin will man fast 30 Mrd. USD mit dem Verkauf von Aktien erlösen. Das ist ein großer Schluck aus der Pulle, auch in den USA.
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